Familienbetrieb seit 400 JahrenSo geht Erfolg in der elften Generation

Die zehnte und elfte Generation auf einem Bild: Die Geschwister Henning (l.) und Ulrike Molt (r.) führen das Flair Hotel Strengliner Mühle heute. Ihre Eltern (M.) Lisa und Hans helfen noch im Betrieb mit. (Bild: Flair Hotel e.V.)

400 Jahre ist das Flair Hotel Strengliner Mühle bereits in Familienbesitz. Jetzt wurde das Landhotel, das in Schleswig-Holstein etwa 20 Kilometer entfernt von der Ostseeküste in Pronstorf-Strenglin liegt, zum Flair Hotel  des Jahres gewählt. Im Interview erklären die Geschwister Ulrike und Henning Molt das Erfolgsrezept ihres Betriebs. Und sie verraten, was in ihrem Haus alles plastikfrei ist.

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Tophotel: Frau Molt, seit unglaublichen 400 Jahren ist das Haus in den Händen der Familie Molt. Wie führen Sie das Haus heute?
Ulrike Molt: Henning und ich haben das Hotel vor einigen Jahren von unseren Eltern übernommen und es seither stetig weiterentwickelt. Wir sind beide Vollbluthoteliers und kennen die Branche seit Kindesbeinen, da wir im Betrieb groß geworden sind. Wir führen die Strengliner Mühle mit großer Leidenschaft und legen viel Wert auf Herzlichkeit.

Wie ist die Aufgabenverteilung zwischen Ihnen und Ihrem Bruder?
Ulrike Molt: Henning legt als Küchenchef Wert auf regionale Produkte und präsentiert seinen Gästen auch mal einen frisch gefangenen Karpfen aus einem der Mühlenteiche, die hinter dem Hotel liegen. Ich kümmere mich um das Administrative und um den Service. Ingsgesamt hat unser Hotel 35 Zimmer und Ferienwohnungen, das Restaurant hat 70 Sitzplätze. Außerdem haben wir auch noch einen Bankettbereich für bis zu 100 Personen.

Was ist der USP Ihres Hotels?
Henning Molt: Unser Hotel liegt mitten im Grünen. Es ist ruhig, und man kann den weiten Ausblick in die Holsteiner Natur genießen. Hier kann man zu sich finden, Muße haben. Außerdem gibt es ein großes Netz an Radwegen sowie zahlreiche hervorragende Golfplätze. Die Ostsee ist nicht weit und lädt ein zu Strandspaziergängen. Kinder, aber auch Erwachsene lieben die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg. Beliebt sind auch die Eutiner Festspiele und das Schleswig-Holstein Musikfestival. Komplettiert wird unser gemütliches Landhaushotel durch die Küche, die regionale und saisonale Speisen anbietet. Gerade haben wir auch unseren Wellnessbereich erweitert. Die Gäste können in die Finnische Sauna oder in die Bio-Sauna gehen und die Infrarotkabine und Massagen genießen. Der Wellnessbereich beinhaltet auch einen neuen Ruheraum.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um nachhaltig zu wirtschaften?
Ulrike Molt: Wir leben hier in Schleswig-Holstein mit und von den Leuten.
Wir beziehen unsere Lebensmittel direkt von Erzeugern vor Ort und vermeiden somit lange Tiertransporte. Zudem verzichten wir, so gut es geht, auf Plastikverpackungen. Beispielsweise ist unser holsteinisches Frühstücks-Büfett
komplett plastikfrei.

Was ist mit dem Thema Energiegewinnung?
Henning Molt: Auch hier leben wir so nachhaltig wie möglich. Unsere Familie bewirtschaftet rund 40 Hektar Land – dazu gehört auch Waldfläche. Mit dem Holz betreiben wir eine Hackschnitzelanlage, die unser gesamtes Hotel mit Wärme versorgt. Zudem stammt ein Großteil der verarbeiteten Fische im Restaurant aus den Mühlenteichen, und die Marmeladen werden aus Früchten aus dem Garten gekocht.

Wie sieht es mit der Zukunft des Hotels aus? Steht die nächste Generation schon in den Startlöchern?
Ulrike Molt: Wir haben beide Familien und jeweils zwei Kinder. Einige von ihnen zeigen schon Interesse, das Landhotel Strengliner Mühle in der zwölften Generation weiterführen zu wollen. Das macht uns sehr froh. Aber wir überlassen die Entscheidung unseren Kindern. Außerdem wollen wir beide das Hotel noch lange führen, denn wir sind fit und noch relativ jung. Unterstützung bekommen wir außerdem von unseren Eltern, die immer noch mit vollem Herzen dabei sind.

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