Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) feiert 30 Jahre Unternehmensgeschichte. Im Interview sprechen Erich Falkensteiner und Otmar Michaeler über Werte, Wachstum und die Zukunft der Ferienhotellerie.
Tophotel: Herr Falkensteiner, Herr Michaeler, die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen – was macht Sie besonders stolz, wenn Sie zurückblicken?
Erich Falkensteiner: Am meisten stolz bin ich auf die Partnerschaft mit Otmar und Andreas. Wir haben viel ausprobiert – manches ist gut gegangen, manches weniger – aber wir sind immer fair miteinander umgegangen. Diskussionen gab’s genug, aber immer auf Augenhöhe. Und dann natürlich unser Team – ohne die vielen großartigen Leute wären wir heute nicht da, wo wir sind. Wir haben in all den Jahren nie unsere Werte verloren, haben investiert, Neues gewagt und trotzdem nie vergessen, woher wir kommen. Aus einer kleinen Pension in Südtirol ist eine internationale Gruppe geworden – das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.
Was war aus Ihrer Sicht entscheidend für den heutigen Erfolg der Gruppe?
Otmar Michaeler: Visionen, Mut und Bodenständigkeit. Auch, dass wir drei – Erich, Andreas und ich – immer zusammengehalten haben. Und natürlich unser großartiges Team.
264 Millionen Euro Umsatz und über zwei Millionen Nächtigungen im Jahr 2024 – welche Faktoren haben dieses starke Wachstum möglich gemacht?
Otmar Michaeler: Wir haben erfolgreich unser 360-Grad-Konzept aufgebaut und können mit unseren fünf Geschäftseinheiten heute die gesamte touristische Wertschöpfungskette abdecken. Wir haben immer wieder neue Trends gesetzt und den Tourismus ständig neu gedacht. Und trotz der Entwicklung zu einem Konzern haben wir nie aufgehört, Gastgeber zu sein.
"Wir haben immer wieder neue Trends gesetzt und den Tourismus ständig neu gedacht."
Otmar Michaeler, Chief Executive Officer FTMG
Trotz Wachstum sind sie ein Familienunternehmen geblieben. Wie schafft man das?
Erich Falkensteiner: Wir sind groß geworden, ja – aber im Herzen sind wir ein Familienbetrieb geblieben. Wir sind nah an den Menschen dran, an unseren Mitarbeitern, an den Partnern. Wir wachsen nur dort, wo es Sinn macht, und wir holen unser Management mit ins Boot. Dieses „Miteinander“ macht uns aus – Familie, Freunde, Team, das gehört bei uns zusammen.
Wie wichtig ist die Verankerung in den Regionen, in denen Sie tätig sind?
Otmar Michaeler: Sehr wichtig. Unsere Wurzeln sind in Südtirol, und dieser Geist begleitet uns überallhin. Wenn wir neue Projekte machen, dann wollen wir etwas schaffen, das zum Ort passt – von der Architektur über die Partner bis zur Küche, wo die Besonderheiten der Region spürbar sind. Wir wollen nicht nur bauen, sondern dazugehören.
Bonbon zum Jubiläum: Falkensteiner in Top 10 bei österreichischem Image-Ranking
Im gerade erschienenen Image-Ranking des österreichischen Wirtschaftsmagazins Gewinn wurde Falkensteiner bereits zum achten Mal in Folge zur beliebtesten Tourismusmarke Österreichs gewählt. Im branchenübergreifenden Gesamtranking der 100 beliebtesten Unternehmen des Landes konnte sich die Tourismusgruppe zudem um zwei Plätze verbessern: von Platz 12 auf Platz 10. Damit zählt sie seit diesem Jahr erstmals zu den Top 10 der bestbewerteten Unternehmen Österreichs. Im Einzelbranchenvergleich "Freizeit & Tourismus" liegt Falkensteiner zugleich auf Platz 1 vor Sacher und Tui Österreich.
Die Ferienhotellerie hat sich in den letzten Jahren – nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie – stark verändert. Wie haben Sie das erlebt?
Erich Falkensteiner: Die Menschen haben wieder gelernt, wie wertvoll Natur, Qualität und echte Gastfreundschaft sind. Das hat uns Ferienhoteliers geholfen. Aber der Wettbewerb ist härter geworden. Darum setzen wir auf klare Konzepte, hohe Standards und Erlebnisse, die den Gästen im Kopf bleiben.
Welche langfristigen Entwicklungen sehen Sie?
Otmar Michaeler: Die Gäste sind anspruchsvoller geworden. Authentizität, Naturerlebnisse und regionale Identität werden immer wichtiger. Gäste wollen mehr als ein schönes Zimmer. Sie wollen Land und Leute spüren, den Ort erleben. Wir verstehen uns hier als Brücke zwischen unseren Hotels und der Region – mit ihren Menschen, der Landschaft, den Betrieben und den Traditionen. Gleichzeitig sehen wir, dass Krisen wie Covid oder die hohe Inflation die Reiselust nicht geschmälert haben.
Wie wichtig ist Technologie für die Gästeerfahrung und wo sehen Sie noch Innovationspotenzial im Hotelbetrieb?
Otmar Michaeler: Die Digitalisierung wird auch die Tourismusbranche maßgeblich verändern. Sie bringt viele Erleichterungen – sowohl für uns als auch für die Gäste. Trotzdem wird in der gehobenen Hotellerie immer der persönliche Kontakt und Service entscheidend bleiben.
"Wir setzen wir auf klare Konzepte, hohe Standards und Erlebnisse,
Erich Falkensteiner Präsident Aufsichtsrat FTMG
die den Gästen im Kopf bleiben."
Das gerade eröffnete Falkensteiner Hotel Bozen Waltherpark führt Sie zurück zu den Wurzeln. Was bedeutet dieses Projekt für Sie?
Erich Falkensteiner: Bozen ist für mich ein Herzensort. Dass wir mitten in der Stadt ein Hotel eröffnen dürfen, mit Blick auf die Berge, das ist etwas Besonderes. Für mich schließt sich damit ein Kreis. Das Haus steht für Design, Genuss, Südtiroler Gastfreundschaft und urbanes Leben – und zeigt, was wir in 30 Jahren geschafft haben.
Was raten Sie jungen Hoteliers, die heute in den Tourismus starten?
Erich Falkensteiner: Seid mutig, bleibt neugierig und habt Freude am Gastgebersein. Denkt nicht nur an schnellen Erfolg, baut etwas auf, das Bestand hat. Investiert in Eure Teams, hört auf neue Ideen – dann kann Tourismus ein wunderschönes Berufsfeld sein.
Und Ihr Wunsch für die nächsten zehn Jahre FMTG?
Erich Falkensteiner: Dass wir weiter mit Leidenschaft wachsen – nachhaltig, international und immer mit unseren Werten im Herzen. Dass wir neue Konzepte umsetzen, junge Talente für die Hospitality-Brache begeistern und unseren Gästen auch in Zukunft dieses besondere „Welcome Home“-Gefühl schenken können.
Über die Falkensteiner Michaeler Tourism Group AG
Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) ist ein privates Tourismusunternehmen mit Sitz in Wien, das von Erich und Andreas Falkensteiner gemeinsam mit Otmar Michaeler (CEO) geführt wird. Die FTMG ist in sechs europäischen Ländern tätig. Zum Portfolio gehören die Falkensteiner Hotels & Residences mit aktuell 27 Vier- und Fünfsternehotels sowie drei Apartmentanlagen, zwei Premium-Campingplätze, die FMTG Development, die FMTG Invest sowie der Tourismusberater Michaeler & Partner. Mit dem Einstieg in das Premium-Campingsegment setzt die Gruppe ihre Wachstumsstrategie fort und positioniert sich als Anbieter von hochwertigen Urlaubsmöglichkeiten – von Fünfsterne-Resorts bis hin zu gehobenen Campingplätzen.