Umfrage Existenzängste im Gastgewerbe wachsen

Frau, die im Restaurant isst
Die Mehrwertsteuer trifft auch die Gäste: So geben 88,9 Prozent der Unternehmen an, ab 1. Januar 2024 die Preise erhöhen zu müssen. © cherryandbees - stock.adobe.com

Die Mehrwertsteuererhöhung auf Speisen wird gravierende Folgen für die Gastgeber haben. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Bei einer Erhebung des Dehoga Bundesverbands gaben 62,7 Prozent der befragten Unternehmer geben an, dass sie die Steueranhebung auf 19 Prozent zum 1. Januar 2024 wirtschaftlich hart treffen wird. Weitere zwölf Prozent treibt die politische Entscheidung in Existenznöte und 5,2 Prozent werden ihren Betrieb mangels Perspektiven sogar ganz aufgeben müssen, so der Dehoga. Nur 4,2 Prozent der Betriebe fühlen sich kaum oder nicht betroffen.

Mehrheit der Betriebe wird Preise erhöhen

Dehoga-Präsident Guido Zöllick appelliert an die Bundesregierung: "Steuerfairness heißt, Essen einheitlich mit sieben Prozent zu besteuern. Wie kann es sein, dass nur für das Essen im Restaurant ab 1. Januar 2024 wieder 19 Prozent gelten, während für das verpackte Essen zur Mitnahme, To-Go oder Drive-In, die Essenslieferung sowie für den Fertigsalat aus dem Supermarkt weiterhin sieben Prozent gelten? Die Erhöhung trifft unsere Gäste." Die Betriebe hätten keine finanziellen Spielräume mehr und Preiserhöhungen seien vorprogrammiert. So geben 88,9 Prozent der Unternehmen an, ab 1. Januar 2024 die Preise erhöhen zu müssen. "Es drohen Umsatzeinbußen, Jobverluste, Betriebsaufgaben und Insolvenzen in der Branche", so Zöllick weiter.

Weihnachtsgeschäft schwächelt

Auch das für Gastronomen und Hoteliers äußerst wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft läuft in diesem Jahr schlechter als 2022. Das geben 35,6 Prozent der Unternehmer an. 22,4 Prozent sagen, dass es besser läuft. Gegenüber 2019 entwickelt sich das Dezember-Geschäft sogar für 56,6 Prozent der Umfrageteilnehmer schlechter, für 14,5 Prozent hingegen besser.

Ein wenig Hoffnung würde immerhin der derzeitige Buchungsstand zu den Festtagen machen: Für 19 Prozent der Umfrageteilnehmer läuft es sehr gut und für 28,5 Prozent gut. 31,3 Prozent bezeichnen es als befriedigend, 15,9 Prozent als schlecht beziehungsweise sehr schlecht (5,3%). "Wir wissen, dass die Gäste seit der Corona-Pandemie viel kurzfristiger buchen", so Zöllick. "So hoffen wir zumindest noch auf einen besseren Jahresendspurt." red/sar