Jubiläum Europa-Park feiert 50 Jahre

50 Jahre Europa-Park: Inhaberfamilie Mack hatte zu einer großen Gala eingeladen.
50 Jahre Europa-Park: Inhaberfamilie Mack hatte zu einer großen Gala eingeladen. © Europa-Park

Glamour, Glitzer und viele Gäste: Der Europa-Park im südbadischen Rust zelebrierte am vergangenen Wochenende mit einer Gala seinen 50. Geburtstag.

Deutschlands größter Freizeitpark öffnete im Juli 1975 erstmals seine Tore und feierte nun sein 50-jähriges Bestehen. Inzwischen besuchen jährlich mehr als sechs Millionen Menschen die Anlage nördlich von Freiburg – mit Achterbahnen, Hotels, Restaurants und Wasserpark. Viele von ihnen reisen aus den Nachbarländern Schweiz und Frankreich an. Der Tourismusmagnet startete laut Gründer Roland Mack vor einem halben Jahrhundert „von Null an“.

Große Party zum 50. Geburtstag

Zum Jubiläum erlebten zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik, Freizeitindustrie, Kultur und Showbusiness auf Einladung der Inhaberfamilie Mack im Europa-Park einen festlichen Galaabend. Die Veranstaltung in der Europa-Park Arena bildete einen der Höhepunkte der Feierlichkeiten von Deutschlands größtem Freizeitpark, die das gesamte Jahr 2025 über Aktionen, Sonderveranstaltungen und Überraschungen bereithalten.

Im Mittelpunkt des Abends stand eine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Europa-Park Geschichte, moderiert von Steven Gätjen und Christa Rigozzi. Über die Leinwand flimmerten Erinnerungen von den Anfängen 1975 bis hin zur internationalen Erfolgsgeschichte des heutigen Erlebnis-Resorts. Auf der Bühne präsentierten zahlreiche Künstler und Musiker des Europa-Park ein Showprogramm. Ein Zwei-Sterne-Menü umrahmte die Show.

Auch prominente Gäste wie Schlager-Star Andrea Berg, Fußballfunktionär Jürgen Klopp, Schwimmweltmeisterin Franziska van Almsick, Bundespräsident a.D. Christian Wulff und Entertainer DJ BoBo ließen sich einen Auftritt auf der Bühne nicht nehmen. Zudem waren viele Wegbegleiter und Freunde der Inhaberfamilie Mack geladen, die die Geschichte des Europa-Park über Jahrzehnte mitgeprägt haben.

„Was einst als kleiner Freizeitpark mit einer mutigen Vision begann, ist heute ein internationales Kurzreiseziel, das Generationen begeistert. Dieser Abend ist nicht nur ein Rückblick auf das Erreichte, sondern auch ein Blick in die Zukunft, in der wir weiterhin mit Herzblut, Innovationsgeist und Verantwortung für unsere über sechs Millionen Gäste pro Jahr da sein wollen“, so Roland Mack, Inhaber des Europa-Park.

Ein Blick zurück: Bescheidene Anfänge in den 70er Jahren

Am 12. Juli 1975 öffnete der Freizeitpark zum ersten Mal seine Tore für geladene Gäste. Am darauffolgenden Publikumstag besuchten rund 4.000 Menschen die Anlage, wie eine Firmenpublikation berichtet. „Die gesamte Familie stand am Eingang und hat gewartet, ob überhaupt jemand kommt“, erinnert sich Marianne Mack, Ehefrau von Parkchef Mack. 

Es wurde viel improvisiert: „Die Leute strömten vorne rein, und ich habe hinten noch das letzte Stück der Straße geteert“, sagt Michael Scholz, der erste Mitarbeiter des Parks. Dieser hatte zum Start 15 Attraktionen, darunter die Westerneisenbahn. Der Eintritt kostete sechs D-Mark für Erwachsene und fünf für Kinder. 

Der Park entstand auf einem Gelände im früheren Fischerdorf Rust – ohne Architekt und ohne Sicherheitsdienst. „Wir hatten keinen Safe“, erzählt Marianne Mack laut Firmenzeitschrift Emotional pur. Einnahmen aus der Kasse kamen abends in einen Geldkoffer, der unter dem Bett der Schwiegereltern versteckt und erst am Folgetag zur Bank gebracht wurde.

1982 wurde Italien erster europäischer Themenkomplex des Parks. Zahlreiche Länder wie die Niederlande, Frankreich und Spanien folgten später. Bei der Gestaltung des Areals war der 2007 verstorbene Filmarchitekt Ulrich Damrau ein wichtiger Impulsgeber. 

Erste Achterbahn rollt 

Mitgründer Roland Mack wird häufig „Herr der Achterbahnen“ genannt. Die Fahrgeschäfte für viel Nervenkitzel kommen aus einem firmeneigenen Produktionsbetrieb im Schwarzwald, der auf eine lange Tradition zurückblickt. In Rust wurde die erste Achterbahn allerdings erst 1984 aufgebaut. Der „Blaue Enzian“ wurde dann später in „Alpenexpress Enzian“ umgetauft.

Seniorchef skeptisch bei Hotel 

Die Inhaberfamilie eröffnete 1995 mit dem El Andaluz das erste Hotel der Anlage. Der damalige Seniorchef Franz Mack war skeptisch. „Die Leute sollen halt in Freiburg übernachten“, lautete sein Credo. In der Familie wird erzählt, dass der Unternehmer nachts ins Architekturbüro ging und dort mit einer Rasierklinge eine Etage aus dem ungeliebten Plan herausschnitt. 

Wiederaufbau nach Bränden 

Feuerwehrsirenen im Europa-Park: Im Mai 2018 zerstörte ein Großbrand den skandinavischen Themenbereich und das Fahrgeschäft „Piraten in Batavia“. Der Bereich wurde daraufhin wieder aufgebaut. 2023, also rund fünf Jahre später, wurden die Traditionsfahrgeschäfte „Alpenexpress Enzian“ und „Tiroler Wildwasserbahn“ bei einem Feuer schwer beschädigt. Auch diese Attraktionen wurde neu errichtet. 

Hinter diesen und anderen Investitionen steckt eine Strategie, denn Roland Mack besteht auf einem Mix aus Innovationen und Bestehendem: „Der Kunde möchte einen Wiedererkennungswert haben. Das gibt ein Gefühl der Sicherheit.“ 

Regionaler Wirtschaftsfaktor

Die Freizeitanlage mit gut 5.000 Beschäftigten ist nach Jahrzehnten zu einem Wirtschaftsfaktor der Region geworden, wie die Universität St. Gallen berichtet. In der Saison 2023/24 werden demnach fast 2,5 Millionen Übernachtungen außerhalb der Hotelbetriebe des Europa-Parks ausgelöst – davon profitiert der Studie zufolge auch das benachbarte Elsass. dpa/red