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StartHotel+TechnikHoteltechnik+ArchitekturErweiterung des Ostflügels im Hotel Bad Horn in Modulbauweise: Modular statt massiv

Erweiterung des Ostflügels im Hotel Bad Horn in ModulbauweiseModular statt massiv

Um die Bauzeit möglichst kurz zu halten, entschied sich die Bad Horn AG bei der Planung für den Erweiterungsbau ihres Wellness-Hotels für die Holzmodulbauweise. Für das Projekt wurden 42 komplett ausgestattete Raummodule gefertigt.

Bei Baumaßnahmen im Hotel drohen Umsatzeinbußen und Stornierungen, da sich die Gäste durch den Lärm gestört fühlen könnten. Als sie ihre geplante Erweiterung vorbereitete, suchte die Bad Horn AG, Betreiberin des gleichnamigen Wellness-&-Spa-Hotels, daher nach Alternativen. Sie entschied sich zusammen mit ihrem Architekten für die Modulbauweise aus Holz. Vor allem die kürzere Bauzeit überzeugte die Bauherren.

Den 50 Jahre alten und mehrfach renovierten Ostflügel des Viersternehotels am südlichen Bodenseeufer in der Schweiz wollten die Betreiber durch einen Neubau ersetzen. Für die Baumaßnahme selbst hatten sie ein enges Zeitfenster von acht Monaten. Nach Rückbau des Bestands wurden drei Obergeschosse in Modulbauweise aufgestockt und das Erdgeschoss mit Restaurant und Lobby neu gebaut.

Modulbaukompetenz frühzeitig einbinden

Insgesamt haben die Bauherren über dem konventionell in Massivbauweise erstellten Erdgeschoss 42 Gästezimmer errichtet. Zur Seeseite verfügen die Zimmer über Balkone, einige Zimmer sind barrierefrei. Die Architekten orientierten sich bei der Ausstattung und der Fassade am klassischen Herrenhausstil des seit 1827 bestehenden Hotels. Mahagoniholz und Messing prägen das gestalterische Innenraumkonzept.

Die Modulbauabteilung von Blumer-Lehmann gewann die Ausschreibung und konnte so ihre Erfahrungen im Holzmodulbau in das Projekt einbringen. Wegen der kurzen Bauzeit mussten größere Kapazitäten und Infrastrukturen bereitgestellt werden, um die Durchlaufzeit der einzelnen Module zu erhöhen.

Daher hatte sich das Unternehmen schon in der Angebotsphase mit Krattiger Holzbau zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Bei solchen Projekten sind die Unternehmer früh in die Projekte zu integrieren, damit sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen, vor allem aber ihr Systemdenken schon in die Planung einbringen können, wie Blumer-Lehmann erklärt.

Im Sommer 2019 erstellten die Partner ein Musterzimmer, in dem zusammen mit den Architekten und Bauherren alle Details final abgestimmt werden konnten. „Der Prozess wird anhand des Musterzimmers durchgespielt, Schnittstellen und Leistungsabgrenzungen zu Subunternehmern justiert und die betriebliche Funktionalität überprüft. Zugleich ist die Abnahme des Musterzimmers die Produktionsfreigabe, denn auf der Baustelle kann nichts mehr geändert werden“, räumt ­Lukas Osterwalder ein. Er ist Bereichsleiter Modulares Bauen und Mitglied der Geschäftsleitung bei Blumer-Lehmann.

Komplette Ausstattung im Werk

Während das Erdgeschoss und die zwei Treppentürme konventionell gebaut wurden, konnten die beiden Partner schon mit der Produktion der Elemente und Raummodule in ihren Werkhallen beginnen. Nach der Vormontage der Module erfolgte der Ausbau durch regionale Partnerfirmen. Innerhalb von zehn Wochen fertigte Blumer-Lehmann 29 Zimmermodule im Werk in Gossau, ebenso elf Nasszellenmodule für die nicht in Modulbauweise erstellten größeren Suiten.

Schon im Werk erhielten die modular gefertigten Zimmer ihre komplette Ausstattung: Parkettboden und großformatige Boden- und Wandfliesen in den Nasszellen, Fußbodenheizung, Innenausbauten, die komplette HLKS- und Elektroinstallation sowie die abgedichteten Balkone.

Vor Ort wurden nach der Montage nur noch die Erschließungen und der Ausbau im Korridorbereich sowie die Möblierung ergänzt. Die größeren Suiten ließen die Bauherren wegen ihrer Abmessungen in Elementbauweise erstellen, ebenso das Dach und die Verbindungen zum Bestand. Mit einer kleinen Verzögerung durch die Coronakrise war der Umbau im Juli 2020 abgeschlossen.


Logistik-Konzept für die Montage

Bis zur Montage mussten die fertigen Raummodule gut verpackt zwischengelagert werden. Ungewöhnlich war in diesem Projekt die Dimension der Raummodule: Mit 5,3 Metern Breite, neun Metern Länge und drei Metern Höhe gehören sie zu den breitesten Modulen, die bislang bei Blumer-Lehmann produziert worden sind. Aufgrund ihrer Übergröße hat das Unternehmen sie nachts mit Spezialtransporten zur Baustelle gefahren. Insgesamt waren 40 Modultransporte und acht Pritschentransporte notwendig. Zur Montage wurden die komplett ausgebauten Zimmer mit einem Spezialkran innerhalb von drei Wochen nach und nach an ihren Platz gehoben. Dafür erfolgte das Anliefern der Module an die Baustelle just in time und strikt nach Plan, damit alle Module an die richtige Platzierung kamen. Nach der Montage wurden die Spezialzimmer, Erschließungsflure und haustechnischen Installationen ergänzt und ausgebaut.


 

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