Mit den Naturapartments Alpbach hat das erste zertifizierte Bio-Hotel der Region eröffnet. Die Apartments verbinden ökologisches Wirtschaften mit regionaler Wertschöpfung.
Das Alpbachtal gilt österreichweit als Vorreiter im nachhaltigen Tourismus – nun kommt ein weiterer Baustein hinzu. Die Naturapartments Alpbach sind als erstes Mitglied der Vereinigung Bio-Hotels in der Region zertifiziert. Das mehr als 50 Jahre alte Gebäude, früher als Haus Karwendelstein bekannt, wurde von den Gastgebern Matthias Margreiter und Rainer Keplinger über mehrere Jahre hinweg Stockwerk für Stockwerk saniert und ab Herbst 2025 als hundertprozentiger Bio-Beherbergungsbetrieb neu ausgerichtet.
Laut den Betreibern ging es dabei nicht um einen radikalen Neuanfang. „Wir wollten eine Weiterentwicklung dessen, was dieses Haus immer schon war“, sagt Inhaber Matthias Margreiter. Der Charakter des Gebäudes und seine gewachsene Struktur seien bewusst erhalten worden. Entstanden sind drei Apartments mit Platz für insgesamt 13 Gäste.
Zertifizierung nach EU-Bio-Verordnung
Die Naturapartments erfüllen die Kriterien der EU-Bio-Verordnung und durchliefen damit einen noch strengeren Zertifizierungsprozess als für das Österreichische Umweltzeichen erforderlich, mit dem das Haus bereits zuvor ausgezeichnet war. Die Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzepts spiegelt sich in zahlreichen Details wider: Die Energie stammt aus Photovoltaik, einer Pelletsheizung und einer Solaranlage. Die Waschmaschinen sind an das solare Heißwassersystem angeschlossen, sämtliche Reinigungs- und Waschmittel sind ökologisch zertifiziert.

Entscheidungen würden nicht nach kurzfristiger Bequemlichkeit, sondern nach langfristiger Sinnhaftigkeit getroffen, heißt es von Seiten der Betreiber. Dieser Ansatz erstrecke sich auch auf die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Handwerkern.
Regionale Wertschöpfung als Leitprinzip
Ein zentrales Element des neue Hotelkonzepts ist die regionale Verankerung. Lebensmittel bezieht der Betrieb überwiegend von Bio-Höfen aus der Umgebung, Handwerksarbeiten übernehmen Betriebe aus dem Tiroler Unterland. „Uns war wichtig, dass Wertschöpfung in der Region bleibt“, sagt Rainer Keplinger. Gleichzeitig bestünden langjährige Partnerschaften über die Landesgrenzen hinaus. So stammten die maßgefertigten Möbel von einer nachhaltig arbeitenden Tischlerei aus Bratislava.
Die Naturapartments richten sich laut den Gastgebern an Paare, Freundesgruppen und ruhesuchende Gäste, die bewusst wohnen möchten. Persönliche Betreuung bleibe Teil des Konzepts, ohne aufdringlich zu sein. „Gastgeben heißt für uns, aufmerksam zu sein und Verantwortung zu übernehmen“, so Keplinger. red/sar