Eröffnung des Ninety NineErstes Haus der Centro-Marke in Heidelberg

Das Dschungelthema wurde im Ninety Nine Heidelberg bis in die Zimmer durchdekliniert. (Bild: Ansgar Pudenz)

Mit dem Konzept des Dschungels in der Stadt ging in Heidelberg das erste Haus der neuen Budget-Marke Ninety Nine an den Start. Zentrales Element ist die Lobby als Begegnungsort. Ein knallgelbes Piano steht bereit, um die Gäste anzulocken und zum Musizieren und geselligen Kommunizieren anzuregen.

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Affen, die sich durch den Flur hangeln, Papageien, die die Zimmernummer klauen: Im Ninety Nine in Heidelberg dürfen sich die Gäste wie im  Dschungel fühlen. Das erste Haus der Lifestyle-Budget-Marke der Centro Hotel Group wurde Mitte April in Heidelberg eröffnet. In Kürze eröffnet das nächste Haus in Wuppertal, ab Herbst können Gäste im Ninety Nine in Hallbergmoos bei München übernachten. Insgesamt sind 15 weitere Objekte im Bau beziehungsweise in Planung, alle mit dem Thema Dschungel. „Die Gäste sollen in eine andere Welt eintauchen, abschalten und sich wohlfühlen“, sagt Lorenz Maurer, Hoteldirektor im Ninety Nine in Heidelberg. Das soll durch die stringente Umsetzung des Designkonzepts gelingen. Passend zur Lifestyle-Ausrichtung sollte es stilvoll und  hochwertig sein. Für die Realisierung des Dschungelthemas wurde die Illustratorin Romina Rosa engagiert – ihr bürgerlicher Name ist Romina Birzer.

Wilde Zimmergenossen

Die Künstlerin fertigte Wandmalereien und -teppiche sowie Kachelwände für das Dschungelfeeling im Ninety Nine mit seinen 107 Zimmern an. Affen, Papageien, Fische und andere Tiere des Regenwaldes zieren ebenso die Wände wie tropische Pflanzen. Auch an den Flurwänden finden sich kunstvoll arrangierte Tier-Abbildungen. In den Zimmern setzt sich das Thema fort. Die Rückwände der Betten zeigen einen Affen, der es sich auf einem Ast gemütlich gemacht hat. Ein Artgenosse in Weiß – nicht gemalt, sondern als lebensgroße Figur – hält, mal hockend, mal an einer „Liane“ hangelnd, eine Lampe. Die abwechslungsreiche Ausstattung hat System: „Es gibt einen Katalog der Illustratorin, aus dem wir individuell auswählen können“, so Lorenz Maurer. Die passende Gestaltung der Kachelwand am Front Desk soll dagegen in allen künftigen Häusern die gleiche sein.

Trotz der vielen Details, wie den Mülleimern im Strohhut-Look und dem Pflanzengrün, das in den Fluren an einigen Stellen von der Decke hängt, wirkt das Design weder unruhig, noch überladen. Klare Strukturen und hochwertige Materialien machen das Konzept zu einer gelungenen Einheit. „Die Investition lohnt sich. Wir hätten auch billigere Bäder einbauen lassen können. Aber wir haben uns für Produkte entschieden, die lang halten und nicht aus Plastik sind. Damit hebt sich die Marke von anderen Playern im Budget-Segment ab“, betont der Hoteldirektor. Verlegt ist im gesamten Hotel entweder ein Holz-Vinyl-Mix oder Stein. Tische aus Marmor und Holz verleihen der Lobby einen Hauch von Eleganz. Der Fokus in den Zimmern lag auf zwei Dingen: Bad und Bett. Die Matratze hat einen zusätzlichen Topper, im Bad ist eine Regendusche verbaut, ein knallgelbes Waschbecken unterstreicht den fröhlichen Designanspruch. „Das ist das, worauf die Menschen Wert legen. Da spielt es keine Rolle, ob das Zimmer 18 oder 30 Quadratmeter groß ist“, ist Lorenz Maurer überzeugt.

Probier′s mal mit Gemütlichkeit

Aufhalten sollen sich die Gäste in der Vorstellung der Betreiber ohnehin nicht auf dem Zimmer. Lorenz Maurer: „Wir möchten, dass sie sich untereinander austauschen. Dafür haben wir die Lobby, die gleichzeitig Restaurant und Front Desk beinhaltet, als Begegnungsort konzipiert. Viele Gäste kommen hier herunter und arbeiten am Laptop. Manche tragen dabei Kopfhörer, aber unter den anderen Gästen fühlen sie sich nicht allein und können trotzdem in Ruhe arbeiten – dafür sind in den Tischen Steckdosen integriert.“ Dabei haben Gäste die Qual der Wahl zwischen unterschiedlichen, allesamt aber bequemen Stühlen mit Polstern aus Leder beziehungsweise Stoff oder mit geflochtener Sitzfläche.

Die knallgelbe Farbe aus den Bädern findet sich auch in der Lobby wieder: Auf einem prominent platzierten Piano dürfen die Gäste ihr musikalisches Talent zum Besten geben. „Sie werden alle beim Check-in gefragt, ob sie Klavier spielen können. Das verwirrt im ersten Moment.Wenn sie dann aber das gelbe Piano sehen, freuen sich die meisten. Es wird gern darauf gespielt“, sagt der Hoteldirektor. Er erinnert sich an einen Abend, an dem ein Pärchen aus Puerto Rico gemeinsam spielte und auf Spanisch sang. „Das war eine magische Stimmung. Es klang wie der ‚Buena Vista Social Club‘. Die Atmosphäre war sehr aufgelockert, und alle Gäste sind miteinander ins Gespräch gekommen.“

Doch nicht nur die Gäste dürfen sich austauschen. Auch die Locals sind eingeladen und sollen die Lobby beleben. Wichtig ist für Lorenz Maurer aber vor allem der Kontakt zu den Mitarbeitern des Hotels: „Das ist Teil der Philosophie der Marke Ninety Nine. Der Front Desk ist in unserem Konzept sehr wichtig. Wir verzichten bewusst auf Check-in-Automaten.“ Für die Rezeption wurden Mitarbeiter eingestellt, die sich in Heidelberg und Umgebung gut auskennen. Sie können den Gästen Insidertipps fernab von Touristenfallen geben. „Wir möchten das authentische Heidelberg zeigen. Orte, die nicht in jeder App zu finden sind.“

„Das Konzept passt überall“

Mitarbeiter für das Ninety Nine zu finden, war für die Betreiber in Heidelberg nicht schwer: „Das ist ein Vorteil für uns in diesem B- beziehungsweise C-Standort. Die Menschen wollen für ein cooles Hotel arbeiten, und hier gibt es nicht so viele Lifestyle-Hotels wie unseres. Wenn wir ein Ninety Nine in Berlin eröffnen würden, würde sich die Rekrutierung sicherlich schwieriger darstellen“, ist Lorenz Maurer überzeugt. Dennoch fokussieren sich die Entscheider der Centro Hotel Group mit dieser Marke nicht nur auf B- und C-Standorte. „Das Konzept passt überall, in Wuppertal genauso wie in München. In unserem Preissegment ist die Nachfrage generell hoch. Und auch innerhalb der Städte sind jegliche Standorte geeignet, egal ob am Flughafen, im Industriegebiet oder direkt in der Innenstadt. Das hängt auch damit zusammen, dass wir uns in der Zielgruppe nicht eingeschränkt haben. Bei uns ist jede Altersgruppe zu Gast – als klassischer Tourist oder Business-reisende. Wie hier in Heidelberg.“

Für die Hotels wird ein Bestand umgebaut, oder wie in Heidelberg ein Neubau hochgezogen. Dadurch gibt es zwischen den Häusern Variationen in der Zimmer- und Lobbygröße. „In Wuppertal bauen wir die alte Dresdner Bank um. Das ist ein ‚Bürokasten‘ aus den 60er-Jahren – trotzdem hat das Gebäude Charme. Oft haben Bestandsgebäude mehr Persönlichkeit als Neubauten. In Heidelberg mussten wir aber neu bauen, da hier eine Autowaschanlage stand“, so der Hoteldirektor.

Gesund satt essen

Passend zum Thema Dschungel und Natur ist Nachhaltigkeit Teil des Konzepts. „Das macht für uns nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch Sinn. Die beiden Puerto-Ricaner habe ich zum Beispiel mit unserem E-Auto in die Stadt gefahren. Eine Aufladung kostet drei Euro, und ich komme damit 430 Kilometer weit“, betont Lorenz Maurer. Gäste können sich E-Bikes im Hotel leihen und damit die Stadt erkunden. Außerdem gibt es auf dem Dach des Ninety Nine in Heidelberg ein Bienenhotel. Die Handseife und das Shampoo kommen aus nachfüllbaren Flaschen der Naturkosmetikmarke „Stop the water while using me“. Abheben will sich Ninety Nine außerdem durch das Food-and-Beverage-Konzept. „Viele Marken in unserem Segment verzichten darauf oder bieten Pizza an. Wir wollten aber etwas ganz anderes machen“, sagt der Hoteldirektor. In jedem Haus wird es eine Bowl-Bar geben, mit gesunden und frischen Zutaten. Die Gäste haben die Wahl zwischen diversen Varianten, Soßen und Toppings. „Mit diesem Konzept wollen wir auch für die Locals interessant sein. Die Gäste sollen satt werden und sich gleichzeitig gesund ernähren können“, sagt Lorenz Maurer. Die Bar des Ninety Nine ist auf verschiedene Gin-Variationen spezialisiert. Weitere Cocktails gibt es als Bottled-Drinks. So spart das Haus nicht nur Personal, sondern auch Platz ein. Die Küche muss nicht groß sein, die Bowls werden am Tresen zusammengestellt.

Über das gute Feedback der Gäste seit der Eröffnung des ersten Ninety Nine freut sich Lorenz Maurer ganz besonders. „Dass die Marke gut laufen wird, davon sind wir überzeugt. Wir sind verliebt in unser Konzept.“ Mareike Knewitz

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