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EnergiekostenexplosionDehoga Bayern stellt 7 Forderungen auf

Die Unternehmen im Gastgewerbe kämpfen noch immer unter den Folgen der Coronakrise. Hinzukommen steigende Preise bei Lebensmitteln, Personal und Energie. Vor diesem Hintergrund hat der Dehoga Bayern sieben Forderungen an die Politik aufgestellt. 

„Als die Vereinten Nationen das Motto „Tourismus neu denken“ für den Welttourismustag ausgegeben haben, konnten sie nicht einmal ahnen, wie brandaktuell es angesichts des Krieges Russlands gegen die Ukraine sein würde“, so Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Bayern.

„Neben all dem Leid der direkt Betroffenen, erschüttern die Folgen des Krieges auch bei uns die Grundfeste unseres klein- und mittelständisch geprägten Gastgewerbes. Wenn nicht schleunigst eine Deckelung der Energiekosten beschlossen wird, wird ein wirtschaftlicher Betrieb unserer energieintensiven Branche in kürzester Zeit nicht mehr möglich sein.“ Das wiederum werde dauerhaft dramatische Auswirkungen auf Bayerns Leitökonomie Tourismus haben. Denn einmal zugesperrte Betriebe, würden oftmals nicht mehr öffnen können. Und ohne Hotellerie und Gastronomie kann es schon laut Definition keinen Tourismus mehr geben, so die Präsidentin.

„Situation nicht unterschätzen“

Dehoga Bayern-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert ergänzt: „Wer jetzt denken sollte, dann gibt´s halt mein Wirtshaus nicht mehr, unterschätzt die Dramatik der Entwicklung vollkommen: Derzeit arbeiten 447.000 Erwerbstätige allein in Bayerns Hotellerie und Gastronomie; das entspricht jedem 17. Erwerbstätigen im Freistaat. Im Tourismus arbeiten sogar über 600.000 Menschen.“ Zudem würden die Betriebe als die zentralen Motoren regionaler Wirtschaftskreisläufe gelten, da sie standorttreu und somit fest auf Dienstleistungen und Produkte von vor Ort angewiesen sind.

„Nicht zuletzt prägen sie mit ihrer Geschichte, Tradition und sozialen Bedeutung den ländlichen Raum in Bayern. Sie sind zentraler Bestandteil unseres Heimatgefühls und tragen in besonderer Weise zum Erhalt der Dorfgemeinschaft bei“, sagt Geppert.

Kostenexplosion trifft Betriebe

Die Unternehmen im Gastgewerbe sind laut Dehoga nach den coronabedingten Verlusten in den Jahren 2020 und 2021 in Höhe von jeweils real 40 Prozent auch im September 2022 noch weit von einer Erholung entfernt. Von Januar bis Juli liegt der reale Umsatzverlust gegenüber 2019 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei minus 19,6 Prozent, nominal bei minus 9,7 Prozent. Gleichzeitig erleben die Betriebe eine nie gekannte Kostenexplosion bei Lebensmitteln, Personal und insbesondere Energie. „Für 90 Prozent der Betriebe sind die steigenden Energiekosten aktuell die größte Herausforderung, fast 40 Prozent der Betriebe fühlen sich dadurch bereits existenziell bedroht“, erläutert Geppert.

Inselkammer ergänzt: „Wir haben die Coronapandemie schwer angeschlagen überstanden, jetzt gilt es alles daran zu setzen, dass die explodierenden Energiepreise nicht zu Masseninsolvenzen führen. Unsere Branche ist extrem abhängig von bezahlbarer Energie. Weitere Fördermittel können im Gastgewerbe oftmals nicht verwendet werden, da nach zwei Jahren Corona bei vielen Betrieben die derzeit geltenden Beihilfegrenzen erreicht sind.“ Zudem könnten die gestiegenen Energiekosten nicht an die Gäste in Form von Preiserhöhungen weitergegeben werden, da sich diese ihrerseits allein schon inflationsbedingt dann keinen Gaststättenbesuch oder Hotelaufenthalt leisten könnten. „Uns steht das Wasser bis zum Hals, warten kostet Existenzen, wir brauchen schnellstmöglich eine Deckelung der Energiekosten.“

Die Forderungen im Überblick

Vor diesem Hintergrund hat der Dehoga Bayern sieben Forderungen aufgestellt, um das bayerische Gastgewerbe in seiner Vielfalt zu erhalten:

  1. Wir fordern eine wirksame Preisbremse zur Deckelung der Gas- und Stromkosten. Energie, die zwar verfügbar, aber unbezahlbar ist führt zu Insolvenzen. Explodierende Gas- und Strompreise können nicht auf Gäste umgelegt werden.
  2. Wir fordern die Nutzung aller sicheren Energiequellen, um einen Energie-Lockdown zu verhindern. Sämtliche verfügbaren Kohle- und Ölkraftwerke müssen genutzt und reaktiviert werden sowie ein Weiterbetrieb der Kernkraftwerke bis zum Ende der Krise.
  3. Wir fordern ein Absenken der Energiesteuern auf die europäischen Mindestsätze. Eine Absenkung beispielsweise der Stromsteuer von 2,05 auf 0,05 ct/kWh wäre umgehend möglich.
  4. Wir fordern einen Stopp der Gasumlage. Es braucht Entlastungen statt zusätzlicher die Situation weiter verschärfende Belastungen.
  5. Wir fordern für eine Übergangszeit, dass die Grenzkosten von Gaskraftwerken in der Merit-Order nicht mehr preisbestimmend berücksichtigt werden. Damit die Gaskraftwerke bei hoher Stromnachfrage weiter für die Erzeugung bereitstehen, übernimmt der Staat die bei ihnen anfallenden Mehrkosten.
  6. Wir fordern einen Energie-Rettungsschirm mit Zuschüssen für Betriebe, die durch die Energiepreisentwicklung in ihrer Existenz betroffen sind. Details zu den Wirtschaftshilfen sind zügig zu entwickeln und bekanntzugeben. Insbesondere ist dafür Sorge zu tragen, dass die Kriterien für die Antragsberechtigung sachgerecht gestaltet werden. Eine Differenzierung nach Unternehmensgrößen wäre sachwidrig.
  7. Wir fordern einen unbürokratischen und pragmatischen Ausbau dezentraler Energiesysteme. Das Potential heimischer Energie muss effizienter genutzt werden können. Akteure müssen vernetzt, Anreize gesetzt und Genehmigungshürden abgebaut werden.

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