Event EM 2024: Gastgewerbe hofft auf positive Impulse

Fußball der EM 2024 auf Rasen
Ab dem 14. Juni rollt der EM-Ball: Das Gastgewerbe erhofft sich von dem Turnier im eigenen Land positive Effekte. © Igor - stock.adobe.com

In knapp einem Monat startet die Fußball Europameisterschaft in Deutschland. Wie Hotels und Gastronomie auf das Turnier blicken, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Mit mehr Gästen und mehr Umsatz durch die EM rechnen Betriebe in den Spielorten, die Stadt- und Tagungshotellerie sowie die getränkegeprägte Gastronomie, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband). Verbands-Präsident Guido Zöllick betont die Langfristwirkungen solcher Großevents und sagt: „Die Branche freut sich auf die EM. Auch wenn nicht alle Gastgeber unmittelbar von einem sportlichen Megaereignis dieser Art profitieren, sind die möglichen positiven Effekte für eine Stimmungsaufhellung im Land und für die Stärkung des Tourismusstandortes Deutschland nicht zu unterschätzen."

Zur FIFA WM 2006 hätten Deutschlands Gastgeber bewiesen, dass sie bestens aufgestellt seien. „Das positive, sympathische Deutschlandbild, das wir alle zusammen abgegeben haben, wirkt bis heute“, so Zöllick. Er hofft, dass auch die Heim-EM 2024 viele Gäste zum Wiederholungsbesuch motiviert.

Standort ist ausschlaggebend

Welche direkten wirtschaftlichen Umsatzeffekte von der EM ausgehen, ist laut den Umfrageergebnissen maßgeblich vom Standort, vom Betriebstyp und vom Konzept abhängig. Erwartungsgemäß zuversichtlicher als die Gesamtbranche zeigen sich die Hotels und Gastrobetriebe in den Spielorten. Dort erhofft sich fast jeder zweite Unternehmer (46,3%) positive Impulse durch die EM. Diesen stehen 33,5 Prozent gegenüber, die das verneinen. 20,2 Prozent können die Auswirkungen noch nicht beurteilen.

42,3 Prozent der Umfrageteilnehmer in den Austragungsorten gehen von mehr Gästen aus, 40,5 Prozent sagen keine Veränderung voraus, 17,2 Prozent geben noch keine Prognose ab. Auch beim Umsatz ist das Bild zweigeteilt. 39 Prozent hoffen auf Umsatzzuwächse, 43,9 Prozent rechnen nicht mit einem EM-Umsatz-Plus, 17,1 Prozent können die Folgen für den Umsatz noch nicht beurteilen.

Tagungshotellerie positiv gestimmt

Besser gestimmt als der Durchschnitt geben sich auch die Stadt- und Tagungshotels sowie die getränkegeprägte Gastronomie. Hier geht fast jeder dritte Betrieb von positiven Effekten aus – 30 Prozent bei den Stadt- und Tagungshotels, 31,8 Prozent bei den Bars, Kneipen und Schankwirtschaften.

Bezogen auf die Gesamtbranche rechnen nur 15,5 Prozent aller gastgewerblichen Betriebe mit positiven Impulsen durch die EM. 67,1 Prozent erwarten keine Auswirkungen. 17,4 Prozent wagen noch keine Prognose. Drei Viertel der Befragten gehen nicht von mehr Gästen (75,5%) oder mehr Umsatz (76,2%) aus. „Ein Großereignis wie die EM kann zum Teil auch Stammgeschäft verdrängen“, erklärt Zöllick. Es fänden weniger oder kürzere Kongresse statt, es kämen weniger Geschäftsreisende.

Zöllick ist sich indes sicher, dass die Vorfreude auf die EM in den kommenden Wochen noch steigen wird. Er weiß, dass viele Gastronomen derzeit Fußball-Menüs, EM-Partys und Public Viewing-Veranstaltungen planen, um bei ihren Gästen zu punkten. red/sar