Einbruchdiebstahl im Weinkeller Kronenschlösschen Statement des Inhabers zum Betrugsverdacht

Bei einem Einbruchdiebstahl im Weinkeller Kronenschlösschen wurde nach Hotelangaben Weinflaschen im Wert von rund 240.000 Euro gestohlen. © Adobe Stock/cave à vin

Der Weinkeller des Kronenschlösschens wurde im Januar 2021 ausgeraubt. Der Schaden beläuft sich laut Hotel auf 216 Flaschen Wein im Wert von rund 240.000 Euro. Darum ist nun ein Streit zwischen Versicherung und den Hoteliers entbrannt, wie die Verantwortlichen des Kronenschlösschens mitteilen.
Das Kronenschlösschen hat nach eigenen Angaben einen der besten Weinkeller in Deutschland. Doch in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 2021 wurde in das Hotel eingebrochen, gestohlen wurden laut Hotel 216 Flaschen Wein im Wert von rund 240.000 Euro. Bei den Weinen handelte es sich nach Hotelangaben um solche der höchsten Preis- und Qualitätskategorie, unter anderem Domaine Romanee Conti, Petrus, Yquem, Haut-Brion und Masseto. Der Weinbestand des Hauses ist seit vielen Jahren bei der Gothaer Versicherung in Köln versichert, die Inhaltsversicherung umfasst nach Hotelangaben einen Wert von 1.750.000 Euro.
Laut der Mitteilung des Schlosses wurde der Einbruch sofort der Polizei und der Versicherung gemeldet, daneben wurden Weinhändler und Auktionshäuser über die gestohlenen Weine informiert und die Weine im Internet benannt. Die gestohlenen Weine wurden durch eine Inventur nach dem Einbruch ermittelt - im Vergleich mit der Inventur vom 2. Januar 2021. Die Gothaer Versicherung hat dafür nach Hotelangaben ein Sachverständigenbüro eingeschaltet, das zwei Tage lang vor Ort die Bestände und Inventuren überprüfte und befand, dass diese Inventuren innerhalb weniger Tage vor und nach dem Einbruch schlüssig seien. Dies bestätigten die von der Versicherung beauftragten Sachverständigen nach Hotelangaben schriftlich.

Zivilklage beim Landgericht Wiesbaden

"Gleichwohl weigert sich die Gothaer Versicherung, eine Schadensregulierung vorzunehmen, und zwar ohne Begründung", heißt es nun in einem Statement des Kronenschlösschens. Daraufhin haben die Verantwortlichen des Hotels am 16. März 2021 gegen die Gothaer Versicherung Zivilklage beim Landgericht Wiesbaden über rund 240.000 Euro eingereicht.
Rund zwei Monate später, am 12. Mai 2021, fanden nach Hotelangaben Hausdurchsuchungen von Polizei und Steuerfahndung statt, nachdem die Gothaer Versicherung wiederum Strafanzeige wegen Verdacht des Betruges gestellt hat. Geäußert werde der Verdacht, Inhaber und Geschäftsführerin hätten im Zusammenwirken mit einem Mitarbeiter selbst den Einbruch fingiert und begangen, die Weine an eigene Kunden verkauft und danach geplant, den Versicherungswert zusätzlich zu vereinnahmen.

Hotel weist Verdacht des Betruges zurück

"Ich war vom 26. Dezember 2020 bis zum 11. Februar 2021 überhaupt nicht in Deutschland", sagt Hans B. Ullrich, Inhaber des Kronenschlösschen. "Wie kann man auf die verrückte Idee kommen, ich hätte mit meiner Tochter im Zusammenwirken mit einem unserer Angestellten einen schweren Einbruchdiebstahl und einen schweren Betrug vereinbart? Dafür gibt es nicht den geringsten Hinweis, das ist völlig absurd. Es werden absolut integre Menschen eines schweren Verbrechens beschuldigt, und das ausschließlich mit vagen, völlig absurden Unterstellungen, - ohne einen einzigen konkreten Verdacht."
Innerhalb von vier Monaten – bis heute – habe die Polizei nicht ein einziges Gespräch mit den Beschuldigten geführt, heißt es in der Mitteilung des Hotels, obwohl Inhaber und Geschäftsführerin sich immer wieder nach dem Stand der Ermittlungen erkundigten und sowohl schriftlich wie mündlich eine Mitarbeit zur Aufklärung des Verbrechens angeboten haben.

Handelt es sich um eine Einbruchsserie?

Insbesondere hätten die Verantwortlichen Informationen zu einer Vielzahl von Einbruchdiebstählen in berühmte Restaurants beziehungsweise Weinkeller angeboten, die jeweils fast einen identischen Ablauf hatten und zum Teil die genau gleichen Weine betrafen, die auch im Kronenschlösschen gestohlen wurden. Das zeige nach Hotelangaben, dass es sich um eine international agierende "Wein Mafia" handle. Zu diesen Fällen zählen laut der Hotel-Mitteilung:

  • 14. Februar 2016/27. April 2017/2018, Weinhandlung Domaine Müller in Wien und in der Weststeiermark, Gesamtschaden 1.700.000 Euro
  • Juni 2019, Wien, Mraz & Sohn, Schaden 145.000 Euro
  • Juni 2019, Graz, Schaden 100.000 Euro
  • Juli 2019, Burghotel Oberlech, Arlberg, Schaden 150.000 Euro
  • Juli 2019, Restaurant Rostang, Paris, Schaden 400.000 bis 600.000 Euro
  • Januar 2020, Schwarzer Adler Oberbergen, Kaiserstuhl, Schaden 100.000 Euro
  • 17. Februar 2020, L´Ermitage, Vufflens, Genfer See, Schaden 225.000 Euro
  • 24. Februar 2020, Restaurant Formel B, Kopenhagen, Schaden 135.000 Euro
  • Hotel Traube Tonbach, Baiersbronn, Schaden 150.000 Euro
  • Restaurant Jörg Müller, Sylt, Schaden 180.000 Euro

"Wir werden uns mit aller Macht zur Wehr setzen"

"Die Gothaer hat von Beginn an versucht, sich ihren Regulierungspflichten zu entziehen", ergänzt Ullrich. "Nachdem ich der Gothaer Versicherung angekündigt hatte, dass ich die Versicherungsansprüche in Höhe von rund 240.000 Euro gerichtlich geltend machen will, - ich hatte der Agentur den Entwurf der Klageschrift vorab zugesandt -, hat sie Strafanzeige erstattet und damit ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Versicherung weiß, dass sie damit den Ablauf der zivilrechtlichen Klage behindert, allein dies ist ihr Ziel." Sie wolle sich ihren Zahlungspflichten entziehen. Aber: "Wir werden uns mit aller Macht zur Wehr setzen", so Ullrich abschließend.