Ein Auslandsjob gilt als reizvoll – Fachkräfte aus der DACH-Region sind weltweit gefragt. In unserer Serie berichten Hospitality-Profis von ihren Erfahrungen in der Ferne. Diesmal: Josef Forstmayr aus Jamaika.
Seit mehr als 40 Jahren lebt Josef Forstmayr auf Jamaika. Den Moment, als er zum ersten Mal die tropische Fülle der Insel erlebte, sagt er, vergesse er nie. Besonders die Bananen begeisterten ihn. "Der Geschmack und das Aroma waren so viel intensiver als alles, was ich je zuvor probiert hatte. Da wusste ich: Das ist mein Ort." Heute ist Forstmayr das Gesicht des Round Hill Hotel and Villas, das seit seiner Eröffnung im Jahr 1953 zu den Ikonen der Karibik zählt.
"Die Geschichte des Hauses und unsere Mitarbeiter, die zum Teil schon seit Generationen hier arbeiten, machen Round Hill so einzigartig", sagt er. Dabei ist ihm besonders wichtig, das Erbe des Hauses zu bewahren und gleichzeitig den Ansprüchen heutiger Reisender gerecht zu werden.
"Wir investieren kontinuierlich in die Modernisierung unserer Anlagen, ohne Details aus den 1950er-Jahren zu verlieren." Wenn es um den Einkauf von Lebensmitteln, Baumaterialien oder die Auswahl von Arbeitskräften geht, lautet die Maxime im Resort: "Je näher, desto besser." Forstmayr ist stolz darauf, ein beliebter Arbeitgeber der Region zu sein und damit die lokale Gemeinschaft zu stärken. Auch sein Führungsstil spiegelt diese Haltung wider: "Ich führe durch Vorbildwirkung. Es ist mir wichtig, dass jeder hier stolz auf seine Arbeit ist.“ Das Motto des Hauses – zeitlose Eleganz, dezenter Luxus, jamaikanische Herzlichkeit – sei für ihn nicht nur ein Slogan, sondern tägliche Philosophie.
Fast 40 Prozent der Gäste sind Stammkunden und kehren Jahr für Jahr zurück – viele wegen der persönlichen Note des Resorts. "Gastfreundschaft bedeutet für mich, sich ganz individuell um unsere Gäste zu kümmern. Jeder Erstbesucher soll sich so verlieben, dass er wiederkommt", erklärt Forstmayr. Privatsphäre wird großgeschrieben – auch für die prominenten Gäste, die das Hotel seit Jahrzehnten besuchen. Details verrät er keine: "Was im Round Hill passiert, bleibt im Round Hill."
Obwohl Josef Forstmayr kulturell nach wie vor fest mit seiner Heimat Österreich verbunden ist, fühlt er sich auf Jamaika längst zu Hause: "Kulturell bin ich Österreicher, emotional Jamaikaner." Mehrmals im Jahr besucht er Familie und Freunde im niederösterreichischen Haag. Doch sein Herz schlägt für die Karibik. "Jamaikaner sind sehr offen und auf natürliche Weise stilvoll. Diese entspannte Art macht das Leben hier einzigartig – auch wenn sie manchmal die wirtschaftliche Entwicklung bremst. Aber man kann nicht alles haben." Für die Zukunft ist Forstmayr optimistisch: "Jamaika gehört für mich zu den besten Destinationen weltweit. Ich möchte nirgendwo anders dauerhaft leben."