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StartTechnik & BetriebBrandschutz & SicherheitDuschsicherheit im Hotel von Rotz: Schlafen im Schlitten ohne Schlittern im Bad

Duschsicherheit im Hotel von RotzSchlafen im Schlitten ohne Schlittern im Bad

Ob zwischen historischen Zapfsäulen, der Originalausstattung einer Waschanlage oder einem zum Bett umfunktionierten Jaguar: Die Gäste im Schweizer Hotel von Rotz können einen wahrhaft „automobilen“ Aufenthalt erleben. Doch die Duschwannen aus schwarzem Stahl-Emaille in den Badezimmern bargen ein Rutschrisiko. Zur Sicherheit hat der Betreiber eine so unsichtbare wie effiziente Beschichtung aufbringen lassen.

Pittoreske Riegelhäuser, romantische Arkaden und ein aristokratisches Baronenhaus hat Wil zu bieten. Die Marktstadt liegt im Schweizer Kanton St. Gallen und beherbergt eine besondere Sehenswürdigkeit: das Clever Stay Hotel von Rotz. 2019 eröffnet, bietet das Haus 52 Zimmer und Appartements.

Es ist angegliedert an die Autowelt von Rotz, in der der Familienbetrieb alle Dienstleistungen rund um das rollende Gefährt anbietet. „Wir sind ganz in der Autowelt zu Hause“, betont Gründer und Geschäftsführer Hanspeter von Rotz. Der gelernte Garagist startete 1978 seinen Betrieb, heute beschäftigt er 120 Mitarbeiter. 20 Automarken sind bei ihm vertreten, jährlich verkauft er mehr als 4.000 Fahrzeuge. „Neben dem Autohandel machen wir alles rund um die Mobilität – also Reparatur und Service, Karosserie und Lack, Autovermietung, Tankstelle und Waschanlage.“

Doch wie kommt ein „klassischer ­Autoschrauber“, wie er sich selbst nennt, zur Rolle des Hoteliers? Hanspeter von Rotz erzählt, wie er sich regelmäßig in Hotels über fehlende Kundenfreundlichkeit, mangelnde Kreativität und miesen Service geärgert hat. „Ich habe so vieles gesehen, was mir als Hotelgast missfiel. Also habe ich mein eigenes Hotel auf die Beine gestellt, ganz ohne große Vorkenntnisse.“ Dieses Hotel befindet sich nun direkt auf seinem Autohaus.

Durchdekliniertes Motto in den Themenzimmern für Autofans

Zum Konzept gehören nicht nur der Self-Check-in und ein eigener Helikopterlandeplatz auf dem Dach, sondern auch ein Schlemmerbüffet am Morgen und fünf Automotive-Themenzimmer, die alle etwas mit dem fahrbaren Untersatz zu tun haben. Das Design ist durchdekliniert, von der leuchtend gelben Zapfsäule aus den 1960er-Jahren über originale Waschbürsten, graue Stahlspinde und Mineralöl-Leuchtreklamen der Fifties bis zu ledernen Sportsitzen und Zinkeimern, die von der Decke baumeln. Formen, Farben, Materialien – nichts wurde dem Zufall überlassen.

Ob Waschanlage, urige Scheune, Werkstatt oder Tankstelle: Die Räume enthalten viel Flair und „sind gemacht für einen gelungenen Boxenstopp und ideal für Autofans. Hier fühlen sich alle daheim, die bei Reifenquietschen und Benzinduft leuchtende Augen bekommen“, sagt der Hotelier. Vor allem die Bettstatt, die aus einer echten Karosserie besteht, komme bei den Autofreunden gut an.

Während rasante Schlitten in den Zimmern bei den Gästen des Hauses sehr beliebt sind, soll es in den Sanitärbereichen natürlich weniger rasant zugehen: „Wenn man sich einseift und shampooniert, wird es rutschig und sehr gefährlich in der Dusche. Diese Rückmeldung haben wir von Hotelgästen immer wieder bekommen“, berichtet von Rotz.

Heikle Oberflächen: Risiko der Rutschpartie

Als die staatlichen Experten der Schweizer Unfallversicherung Suva in dem Seminarhotel untergebracht waren, wurde er erneut auf die Gefahr aufmerksam gemacht, die von rutschigen Duschwannen ausgeht: Im Falle eines Sturzes, eines ­Unfalls oder einer Verletzung kann es zu Regressforderungen gegenüber dem Hotelbetreiber kommen.

Die 52 Zimmer und Appartements sind mit Badezimmern und begehbaren Duschen ausgestattet. (Bild: Clever Stay Hotel)

„Ich war lange auf der Suche nach einer Lösung und habe schon viel ausprobiert, ob Kleber, Duschmatte, Absäuren oder Anrauen der Oberfläche – nichts half. Viele Anbieter machten deutlich, dass schwarze Sanitäroberflächen recht heikel sind bei der Behandlung“, so von Rotz.

Im Frühjahr 2020 eröffnete sich in Zusammenarbeit mit den Schweizer Spezialisten von Grip Safety Coatings eine Möglichkeit, das Thema anzugehen und zu lösen: Swissgrip ist laut Hersteller eine körnige, wasserbasierte Zwei-Komponenten-Beschichtung. Sie sei transparent und verändere daher die Optik nicht. Das Produkt soll umweltfreundlich sein und alle gängigen Hygienestandards erfüllen. Und es sei unempfindlich gegenüber Desinfektionsmitteln. Die Oberfläche lässt sich mit üblichen Reinigungsmitteln reinigen.

Um das Rutschrisiko zu reduzieren, erhielten die 52 Duschwannen aus schwarzem Stahlemaille eine unsichtbare Sicherheitsbeschichtung. Für eine gleichmäßige Optik haben die Experten das Produkt auf die Oberfläche gespritzt statt gerollt.

Projektleiter Remo Duft kümmerte sich mit zwei Fachhandwerkern um das Aufbringen der Antirutschbeschichtung mit der Rutschsicherheitsklasse R11. „Um eine gleichmäßige Optik zu erreichen, wurde das Produkt auf die insgesamt 52 schwarzen Stahl-Emaille-Duschwannen gespritzt anstatt gerollt.“

Sicherheit und zufriedene Gäste ohne optische Kompromisse

Die positiven Rückmeldungen der Gäste würden sich seither mehren. Der Unterschied in der Dusche fällt durch das neue Sicherheitsgefühl auf. Viele wollten wissen, wie dieser Effekt möglich ist. „Unsere Gäste können nun ihre Dusche inklusive Einseifen genießen, ohne mit den nassen Füßen auf den gefährlichen Boden achten zu müssen – das ist doch eine viel entspanntere Situation“, freut sich Hanspeter von Rotz.

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