InterContinental Frankfurt Dunkelgraue Eminenz

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Das InterContinental Frankfurt wirbt damit, seinen Gästen »Räume für höchste Ansprüche« zu bieten und die »Haute Cuisine aus ganz Europa unter einem Dach« zu vereinen. Unser Tester prüfte nach, ob das Fünf-Sterne-Hotel diese ambitionierten Versprechungen erfüllen kann.

FR. 19/07, 07:00 - Telefonische Reservierung

Morgenstund hat Gold im Mund? Im InterContinental Frankfurt wohl eher Blei in den Gliedern. Zumindest geht um 7:00 Uhr in der Reservierungsabteilung, die ab diesem Zeitpunkt besetzt sein sollte, niemand ans Telefon. »Wahrscheinlich fahren die gerade die Computer hoch«, vertröstet mich Herr P. vom Empfang und schlägt vor, in zehn Minuten noch einmal anzurufen. Einen Rückruf anzubieten, wäre besser gewesen, aber bitteschön: Um 07:12 Uhr erreiche ich eine Dame, die meine Reservierung entgegennimmt. Sie bietet mir drei unterschiedliche Zimmerkategorien an, die sich außer im Preis anscheinend vor allem im Ausblick unterscheiden. Andere Informationen erhalte ich jedenfalls nicht. Das Classic Zimmer zu 149 Euro einschließlich Frühstück liegt in einem der unteren Stockwerke und geht zur Stadt hin. Die »fantastische Aussicht auf die Skyline Frankfurts« (Homepage) endet hier allerdings schon am gegenüberliegenden Bürogebäude. Das Zimmer mit garantiertem Mainblick kostet 184 Euro, und das preislich dazwischen angesiedelte Superior Zimmer ist tatsächlich in einem »höheren« Stockwerk gelegen − zu welcher Seite bleibt dem Hotel überlassen – und kostet 169 Euro. Ich bitte um ein Superior Zimmer »mit erhofftem Mainblick«. Schließlich ist Sommer und Saure-Gurken-Zeit in der Stadthotellerie. Nach den Angaben zu meiner Kreditkarte bitte ich um Bestätigung per Post statt per E-Mail – »kein Problem«, sagt die Mitarbeiterin, vergisst aber meine Adresse aufzunehmen. Für sie ist der Reservierungsvorgang jetzt beendet. Näheres zum Hotel erfahre ich erst auf Nachfrage. Der Lapsus mit der vergessenen Adresse fällt später auf und ich werde auf der Mailbox um Rückruf gebeten. Diesmal habe ich einen jungen Mann mit osteuropäisch rollendem »R« und militärischem Tonfall an der Strippe, der gar nicht versteht, warum ich ihm meine Adresse durchgeben will. »Rrrreservierungsnummer?«, fragt er. »Keine Ahnung«, sage ich. »Gastname?« Da kann ich weiterhelfen. Nach einem Blick in den Computer versteht er endlich. »Wirrr können auch eine Bestätigung per SMS schicken«, sagt er. »Ich hätte aber gern eine schriftliche Bestätigung«, sage ich. »SMS ist auch schrrriftlich!«, rollt er ein wenig patzig. Da werde ich deutlich. Endlich nimmt er meine Adresse auf. Eine Bestätigung erhalte ich dennoch nicht.
Wertung: mangelhaft

Internetauftritt/Online-Buchung

469 Zimmer, Tagungs- und Veranstaltungsräume, ein Restaurant, eine Bar, ein Fitnessraum, Punkt. Vielleicht weil das Hotel selbst so übersichtlich ist, lässt sich auf der Website des InterContinental Frankfurt alles erfahren, was der Mensch darüber wissen wollen könnte. Sehr gut mit Fotos, E-Mail-Adresse und Durchwahl der Ansprechpartner (»Unser Hochzeitsteam um Kathleen V. …«), attraktiv mit originellen Packages (Übernachtung plus Führung durch die Frankfurter Börse) und informativ im Hinblick auf lohnenswerte Unternehmungen in Frankfurt, von Shopping bis Sightseeing. Der Download der Businesslunch-Karte erweist sich allerdings als nutzlos, wenn diese von vergangener Woche ist. Gleiches gilt für das Rezept des Monats, das Küchenchef Klaus Bramkamp im Video vorstellt: Spargel-Lachs-Gratin − im August? Online buchen ist kein Problem − wenn man Englisch versteht. Ob die Rate mit oder ohne Frühstück ist bzw. was das Frühstück extra kostet, finde ich auch nach aufmerksamem Studium nicht heraus.
Wertung: noch gut

Lage/Anreise

Eine Schönheit ist es nicht gerade, das 21-stöckige Gebäude mit der schmutzig-grauen Fassade aus den 1960er-Jahren. Vom Museumsufer, der anderen Seite des Mains, aus betrachtet, gehört das Hotel zwar zum gewohnten Stadtbild dazu, wirkt aber gerade vor der Skyline der modernen Bankentempel wie ein müder Senior unter schicken, jungen Leuten. Die Lage am Main, fußläufig zu Römer, zur Shoppingmeile Zeil und den Museen am anderen Ufer sowie nur wenige Minuten zu Messe, Hauptbahnhof und Frankfurter Flughafen, macht das InterConti dann aber doch zu einem beliebten Anlaufpunkt vor allem für ausländische Gäste. Die Vorfahrt auf der stadtzugewandten Wilhelm-Leuschner-Straße ist modernisiert und wirkt adrett mit ihren grauen Buchsbaumkübeln und dem stets gekehrten roten Teppich. Leider werde ich nicht empfangen und muss erst aus dem Auto aussteigen, um den dann aus der Lobby eilenden Pagen nach dem Parkhaus zu fragen. Er nimmt mir aber freundlicherweise das Gepäck ab und wartet anschließend vor der Rezeption auf mich. Das Parkhaus gehört nicht zum Hotel und knöpft dem Pkw-Reisenden satte 27 Euro pro Tag ab.
Wertung: gut

MO. 05/08, 13:45 - Check-in

Die weitläufige Lobby ist in hellen Braun-Grün-Beige-Tönen gehalten und hat vom gestalterischen Gesichtspunkt her keinerlei Erinnerungswert. Aber sie wirkt gepflegt. Gepflegt ist auch die Erscheinung der Damen und Herren an der Rezeption. Im dunklen Anzug und mit heller Bluse und Halstüchlein empfängt mich Frau P. und heißt mich höflich willkommen. Der Meldeschein ist nur unvollständig vorausgefüllt, die Straße falsch geschrieben, der Ort fehlt ganz. Kein Wunder, dass ich keine Bestätigung erhalten habe. Frau P. vergewissert sich meines An- und Abreisedatums und meiner Nichtraucherpräferenz. Sie sagt »Wir haben ein schönes Superior Zimmer mit Mainblick (!) im neunten Stock für Sie« und überreicht mir einen Zimmerpass mit Kärtchen. Sie weist Richtung Aufzug, nennt mir noch die Frühstückszeiten und das wars dann auch schon. Der Page bringt mir mein Gepäck aufs Zimmer.
Wertung: befriedigend

Zimmer 914

Wäre ich Nostalgiker, würde ich Zimmer 914 folgendermaßen beschreiben: »So sah ein Hotelzimmer Ende des vergangenen Jahrhunderts aus: Mahagonimöbel und Messinglampen, die damals trendigen Hoteleinrichtungsfarben Rot, Grün, Gelb, ein fetter Röhrenfernseher und ach, da haben wir ja auch den guten alten Corby-Hosenbügler mit Holzdekor!« Das Thermostat der Klimaanlage ist altmodisch einfach zu regeln und die Anlage brummt. Zum musealen Setting passen auch die zahlreichen Kratzer an den Möbeln, die schon etwas speckigen Lehnen des Polstersessels und der Staub, der fingerdick auf dem Lüftungsgitter vor dem Fenster liegt. Der noch recht gut erhaltene Teppichboden zeigt bei näherer Überprüfung viele kleine Schmutzpartikel und Haare; unter dem Bett finde ich eine noch fast volle Zigarettenschachtel, drei Stück liegen lose davor. Stores und Verdunkelungsvorhänge haben ein paar kleine Löcher, die beiden Telefone sind zwar sauber, der Hörer aber riecht nach … naja. Im Flurschrank ist ein Safe untergebracht, der nur zur Sicherung von Wertsachen taugt, in den aber kein Laptop passt. Im Körbchen für den Schuhputzservice liegt ebenfalls ein kleiner Schuhputzschwamm. Schuhlöffel, Kleiderbürste und Regenschirm fehlen. Die offene Kofferbank ist erfreulicherweise beleuchtet. Zur Unterbringung von Kleidung dient ein schmales Hängefach mit je fünf Kleider- und Klemmbügeln aus Holz und zwei Pulloverbügeln. Viel Raum nehmen hier die beiden auf Bügeln gehängten Bademäntel in Anspruch, für die − gefaltet − auch Platz in einer der Schubladen und Fächer wäre. Überhaupt: Wozu sollen sie dienen? Den Aufenthalt im Zimmer behaglicher zu ge­- stalten? Einen Saunabereich gibt es im Hotel ja nicht. Und wenn zwei Personen sich in diesem Zimmer aufhalten, dann am besten im großen Doppelbett, denn drum herum ist kaum Platz. Wer sich auf den roten Sessel setzt, stößt sich die Knie am Bett, sitzt einer am Schreibtisch, kommt ein zweiter nicht mehr vorbei. Im Bett ist es ja auch schön kuschelig: Die Bettwäsche hat einen wirklich sehr angenehmen Griff, und auf der Matratze liegt noch eine zweite, weiche Auflage. Dass alle Inletts der vier Kopfkissen gelbliche Schweißspuren tragen, nimmt der normale Gast ja nicht wahr ...

WLAN ist im Zimmer kostenpflichtig (ab 5 € pro Stunde); einen kostenlosen Hotspot gibt es nur in der Lobby. Keinen Anlass zu Beanstandungen geben Minibar (abgesehen von den Preisen und davon, dass es nur Wein- und Wassergläser gibt), Room Service-Karte und Gäste-Informationsmappe sowie die Ausstattung des Zimmers mit Schildern, Notizblöcken, Bleistiften, Kugelschreibern (sehr gute!), diversen Broschüren und dem TV-Programm mit Senderliste. Letztere spiegelt die internationale Gäs­teklientel wider mit Kanälen wie »Arirang« (Korea), »NHK« (Japan) oder »Zee TV« (Indien). Aber auch »Sky Sport« und »Pay-TV« werden angeboten. Von Seiten des Hotels gibt es außer einer kostenlosen Flasche Mineralwasser keinerlei Goodies zur Begrüßung. Eine hübsche Idee ist der Faltprospekt »Your Room at a Glance«, der auf der Innenseite die Panoramaansichten in beide Blickrichtungen zeigt und erläutert. Auch mein Blick auf den Main ist richtig nett und versöhnt etwas mit einem Zimmer, das definitiv keinen Fünf-Sterne-Standard hat.
Wertung: mangelhaft

Bad

Zugegeben: Man hat sich bemüht, diesem winzigen Bad eine attraktive Note zu geben. Mit Marmor und Granit in Schwarz und Gold, mit goldgelber Streifentapete, einem Waschtisch und sogar einem goldgerahmten Stich vom Frankfurter Römer. Die Beleuchtung ist optimal (von beiden Seiten und von oben). Es gibt eine hochwertige Auswahl an Guest Supplies mit Verbenenduft und sogar eine Badewanne. Trotzdem bleibt es ein winziges Bad von knapp drei Quadratmetern, in dem man, vor dem Waschtisch stehend, mit den Beinen schon an die Toilette stößt. In der Badewanne kann man nur sitzen, statt einer Trennwand gibt es einen Duschvorhang, und ein Ein-Meter-Neunzig-Mann kann bei der Gesamtraumhöhe von kaum mehr als zwei Metern nicht komfortabel duschen. Keinesfalls können zwei Personen in diesem Bad gleichzeitig agieren. Insgesamt wirkt es recht gut gepflegt, aber auf dem Duschkopf, den Halterungen für die Wäscheleine und dem Wasserauslass der Badewanne graut der Kalk. Während der Duschvorhang sauber ist, umschließt das Sichtfeld der Waage dicke Staubflusen. Der Rasierspiegel ist höhenverstellbar (positiv), aber nicht beleuchtet (schade), eine Steckdose gibt es nur für Rasierapparate (schlecht). Der Haartrockner älterer Bauart hat keine Stufenregelung. Die vergilbten Auflagenoppen der Toilettenbrille weisen unmissverständlich darauf hin, dass diese ausgetauscht gehört. Die Hand- und Duschtücher haben normale Größe, sind von durchschnittlicher Qualität, ohne etwa ein eingewebtes Hotellogo, und schon etwas ausgefranst. Der Abfalleimer hat keinen Deckel. Sehr erfreulich dagegen: Trotz Dampfsaunacharakter des Bades nach dem Duschen ist der Blick im Nu wieder klar − der Badezimmerspiegel ist beheizt.
Wertung: befriedigend

Wäscheservice

Auf dem Flur begegnet mir eine resolut und tüchtig wirkende Hausdame, die sich freundlich erkundigt, ob bei mir alles in Ordnung sei. Sie meint sicherlich mein Zimmer. Zwei Wäscheteile nimmt sie gleich mit. Das zu bügelnde Oberteil kommt eine Stunde später wieder, auf einem Drahtbügel und in Zellophan gehüllt (6€). Der Anzug muss in die Reinigung und wird am nächsten Tag gegen Abend wiedergebracht (17,50 €). Beide Teile wurden tipptopp behandelt. Auch ein härteres Kissen ist zu haben, und die Housekeeping-Mitarbeiterin grüßen überwiegend freundlich.
Wertung: sehr gut

16:50 - Fitnessraum

Natürlich muss ein Fitnessraum bei 35 Grad Außentemperatur heruntergekühlt werden. Aber doch nicht auf (gefühlte) null Grad! Der große, helle Raum im Erdgeschoss liegt auf der Mainseite und gewährt durch die bodentiefen Fenster einen Blick auf den Fluss. Vorausgesetzt, man schaut großzügig über die Außeninstallationen der Klimaanlage hinweg und an tristen Technikgebäuden vorbei. Auf den ersten Blick ein prima Fitnessraum mit PVC-Boden in Holzoptik und einer Vielzahl an Geräten. Handtücher sind akkurat in einem Wandregal gestapelt, es gibt eine Schale mit Äpfeln, einen Wasserspender, Reinigungsspray und -tücher sowie zwei große Flachbildschirme. Auf den zweiten Blick erweist sich die Mehrzahl der Geräte als Sammelsurium unterschiedlicher Herkunft und in nicht mehr einwandfreiem Zustand. Ich finde Polsterschäden, abgeplatzten Lack, eine bröselige Matte und vor allem auch Rost. Möchtegern-Popeyes müssen sich ihre Hanteln aus einem auf dem Boden liegenden Berg heraussuchen − auch hier zeigen sich Rostschäden an den großen, gusseisernen Hanteln. Dass der Fitnessraum trotzdem noch die Note »befriedigend« bekommt, ist den topmodernen Cardio-Trainern der Marke Technogym zu verdanken, die als offensichtlich jüngste Anschaffung in vorderster Reihe stehen und zumindest im Herz-Kreislauf-Bereich ein sehr gutes Training ermöglichen.
Wertung: befriedigend

18:20 - Room Service I

Unter dem Titel »A Taste of Frankfurt« listet die deutsch-englische Room Service- Karte ein buntes Spektrum an Frühstücks­offerten, Speisen und Getränken. Nach Frankfurt schmecken Caprese, Caesar Salad und Pizza wohl eher nicht, deutlich regionalen Bezug haben aber das Frankfurter Clubsandwich mit Tafelspitz und Grüne-Soße-Aufstrich oder ebenfalls ein Wurstspieß aus Frankfurter Metzgereien mit Sauerkraut und Stampfkartoffeln. Für internationale Gaumen stehen gebratene Mienudeln, indisches Chicken Curry oder eine arabische Mezzeh-Platte zur Wahl. Gerichte mit Schweinefleisch sind ebenso gekennzeichnet wie vegetarische Offerten und Speisen, die im 24-Stunden-Service zu haben sind. Die Auswahl an Getränken ist überschaubar, der Gast kann aber auch aus der Bar ins Zimmer bestellen. Für die Speisen gilt: »Weitere Empfehlungen von unserem Küchenchef werden Ihnen vom Room Service täglich angeboten.«

Dort rufe ich an und erkundige mich, was es denn so an Tagesempfehlungen gibt. »Nichts«, antwortet die junge Dame am Telefon erstaunt, »nur das, was auf der Karte steht.« Dann zögert sie und setzt nach: »An was hätten Sie denn gedacht?« Als ich um etwas den heißen Außentemperaturen Angepasstes bitte, hellt sich die Miene der Mitarbeiterin hörbar auf und sie bietet mir eine Gazpacho an, die auf der aktuellen Speisekarte des Restaurants steht. Bingo − die kalte spanische Gemüsesuppe ist genau mein Fall. Aber ich möchte noch etwas anderes probieren: »Kann ich von dem Wiener Schnitzel mit Röstkartoffeln und Gurken-Dillsalat vielleicht eine kleine Portion haben?« Sie werde einmal nachhören, meint die Mitarbeiterin und empfiehlt mir noch einen trockenen Riesling zum Schnitzel. Dann bedankt sie sich für meine Bestellung − ohne eine Servierzeit anzugeben. 18 Minuten später klopft es und ein weiblicher Trainee (hier der Ausdruck für Auszubildende) fährt grüßend den Wagen herein. Dann schaut sie sich ratlos um. »Soll ich das Essen auf den Tisch umräumen?«, fragt sie. Das macht wenig Sinn, denn der Tisch ist viel zu klein. Ich bitte die nette junge Frau, den Wagen auf den einzig freien Platz vor dem Fenster zu fahren, ich käme dann schon zurecht. Das tut sie erleichtert, klappt ein Seitenteil des Wagens nach vorn hoch, räumt das Geschirr ein wenig auseinander und hebt die Cloche ab, die sie auf den Couchtisch legt. Ich werde gebeten, den Beleg zu unterzeichnen und dann mit einem »Guten Appetit« meinem Schicksal überlassen. Der Suppenteller vor mir enthält drei säuberliche Häufchen mit Paprika- und Gurkenwürfeln sowie eine gebratene Riesengarnele am Zitronengrasspieß. Die kalte Suppe darf ich mir selbst darüber gießen. Während ich sie esse, wird mein Schnitzel nebenan kalt. Es scheint tatsächlich eine kleinere, aber immer noch reichliche Portion zu sein, samt Röstkartoffeln, aber wo ist der Gurkensalat? Und wo eine Serviette? Auf dem Wagen befinden sich nur noch ein Brotkörbchen (drei kleine Brötchen), ein Buttertellerchen (zwei abgepackte Päckchen), ein Teller mit drei Gläschen Ketchup, Senf und Mayonnaise, Menagen und ein Väschen mit einer Blume. Als Serviette nehme ich die unter der Suppenschale gefaltete. Und das Rätsel um den Gurkensalat löst sich beim Blick auf die Rechnung − die Dame, die die Bestellung annahm, hat einfach einen Kinderteller bestellt (»Kid Wien. Schnitz«), und da ist kein Gurkensalat dabei. Schade! Denn ansonsten schmeckt das Schnitzel gut, ist schön dünn und fluffig paniert, und auch die Röstkartoffeln sind knusprig und würzig. Die Gazpacho hingegen ist doch nicht mein Fall − sie trägt eine Geschmacksnote, die wohl nicht zur spanischen Suppe gehört − Koriander? Die Geschmacksnoten des Rieslings hingegen munden vorzüglich. Schade nur, dass mir die Servicekraft nicht eingeschenkt hat. Und mir auch keinen Abräumhinweis gegeben hat. Ich könnte den Wagen natürlich auf den Gang schieben, aber ich weiß nicht, wie sich das Vorderteil der Tischplatte entriegeln lässt. Und so komme ich damit nicht am Schreibtisch vorbei. Also bleibt der Wagen im Zimmer stehen.
Wertung: noch befriedigend

23:00 - Spa-Treatment

Nachtschicht InterConti, die Erste. Aus dem Spa-Menü eines externen Dienstleis­ters, der in mehreren Frankfurter Luxushotels In-Room-Wellness anbietet, habe ich mir eine schwedische Massage ausgesucht und für 23 Uhr terminieren lassen. Bis 24 Uhr arbeiten die SOKAI-Mitarbeiter, ab 21 Uhr gilt der Nachttarif. Meine Massage kostet nun satte 130 Euro statt des ebenfalls schon reichlich bemessenen Tagestarifs von 95 Euro für 60 Minuten. Dafür darf man schon etwas erwarten. Nur: Wo genau soll ich in diesem Zimmer massiert werden? Das denkt sich wohl auch die schwarz gekleidete junge Frau, die pünktlich vor meiner Tür steht − nach telefonischer Vorankündigung durch die Rezeption, versteht sich. Nachdem sie sich als L. vorgestellt hat, beratschlagen wir uns kurz und stellen fest, dass es nur vor dem Fens­ter gehen kann. Deshalb versuchen wir erst einmal gemeinsam den Room Service-Wagen nach draußen zu schaffen. Gut, dass gerade ein Page Handtücher für die Massage bringt, er übernimmt das Herabklappen des Seitenteils und hilft beim Raus- räumen. Nun heißt es, den Sessel so weit wie möglich an den Nachttisch zu pressen und die Stehlampe in die andere Ecke zu schieben; den Couchtisch hebe ich über meinen Kopf zu L., die ihn in den Flur vors Bad räumt. Denn zwischen uns steht inzwischen die mobile Massageliege, die zusammengeklappt in ihrer schwarzen Hülle wie ein zerlegtes Rennrad aussieht und von der jungen Frau mit einer Art Sackkarre nach oben transportiert wurde. In Maßarbeit und mit geübten Handgriffen stellt L. nun die Liege vor dem Fenster auf − zum Drumherumgehen, wie beim Massieren üblich, reicht es nur, wenn sich die Masseurin jedes Mal ordentlich quetscht. Endlich, mit zehnminütiger Verspätung, liege ich auf der erstaunlich bequemen Liege und bin gespannt auf die schwedische Massage. Und: Alter Schwede! Die Massage ist klasse.
Wertung: noch gut

03:40 - Roomservice II

Nachtschicht InterConti, die Zweite. Da das Hotel viel von internationalen Gästen und Airlinern genutzt wird, gibt es eine kleine Auswahl an Speisen, die auch zwischen ein und sechs Uhr serviert werden. Caprese und Caesar Salad, ein Sandwich, Spaghetti und indisches Chicken Curry stehen zur Wahl, als Nachtisch Häagen Dazs-Eiscreme im 100-Milliliter-Becher. Mein Anruf und meine Bestellung werden um 3:40 Uhr von der Rezeption entgegen genommen und an den Roomservice weitergeleitet. Als ich »Tomate mit Mozzarella« bestelle, fragt der Mitarbeiter nach: »Steht das auch für nachts auf der Karte?« Nach einem Getränkewunsch fragt er nicht, eine Servierzeit gibt er ebenfalls nicht an. Nach nur zwölf Minuten wird das Bestellte von einem freundlichen Pagen gebracht, ordentlich auf einem Tablett angerichtet, mit einer Serviette (!) und so viel Brot, dass man damit eine Kleinfamilie ernähren könnte. Das Caprese ist hübsch drapiert, das Basilikumpesto darauf schmackhaft.
Wertung: gut

Schuhputzservice

Ich habe meinen Blick schweifen lassen: Viele Gäste im InterConti tragen Sneakers. Aber offensichtlich lassen sie diese nicht vom Hotel putzen. Meine jedenfalls, die ich des Nachts im Körbchen vor die Tür stelle, kommen morgens ohne sichtbare Veränderung zurück. Weiße, deckende Schuhcreme ist wohl nicht im Sortiment. Eindeutig eine Anregung.
Wertung: ungenügend

DI. 06/08, 10:16 - Zimmerfrühstück

So viel Nachtaktivität bedarf etwas längeren Ausschlafens. Für das reguläre Frühstück, das im Zimmerpreis enthalten ist und bis 10:30 Uhr serviert wird, ist es schon ein bisschen spät. Also Zimmerfrühstück. Aber welches? Die Auswahl reicht vom Croissant-Frühstück für 15 Euro über das kontinentale und ein Fitness-Frühstück bis hin zum amerikanischen Frühstück für 31 Euro. Daneben gibt es jede Menge einzelner Offerten, die zusammenzustellen jedoch ganz schnell jeden preislichen Rahmen sprengt. Ich merke das schon bei meinem Fitness-Frühstück für 22,50 Euro (Vollkornbrötchen und Vollkornbrot, Diätmargarine und -konfitüre, Honig, Grapefruit- oder Multivitaminsaft, Bircher Müsli mit kalorienarmem Joghurt, ½ Grapefruit, Kaffee oder Tee, fettarme Milch), zu dem ich noch frischen Obstsalat (7,50 €) und eine ordentliche Portion Kohlenhydrate in Form von frischen Waffeln mit Ahornsirup (7,50 €) bestelle: 37,50 Euro beträgt meine Frühstücksrechnung, mit Trinkgeld 40 Euro. Wie schon gewohnt, gibt es bei der Bestellaufnahme so wenig die Angabe einer Servierzeit wie beim Servieren einen Hinweis zum Abräumen. Ich erhalte meine Bestellung aber innerhalb von 20 Minuten. Das Frühstück ist so lala. Der Kaffee in der Isolierkanne: heiß und gut, die Milch dazu allerdings nicht fettarm, sondern Dosenmilch. Der Obstsalat: überwiegend aus Apfelstücken bestehend und sein Geld nicht wert. Auch das Bircher Müsli schmeckt irgendwie merkwürdig. Und warum glaubt man eigentlich, eine Fitness-Mahlzeit müsse aus Diätprodukten bestehen? Frisch, leicht, vollwertig und/oder fettarm: ja. Aber Diätkonfitüre ist für Diabetiker gedacht und nicht für Sportler. Die Grapefruit ist übrigens nicht ordentlich ausgelöst und ohne größere Kollateralschäden kaum zu essen. Am besten schmecken die frisch gebackenen Waffeln mit Ahornsirup.
Wertung: befriedigend

Housekeeping

Das Bett wurde ordentlich gemacht, die Minibar und im Bad die Guest Amenities korrekt aufgefüllt. Die Krümel auf dem Teppichboden, der Kronkorken unter dem Bett und im Bad die Haare sowie der Body Lotion-Klecks auf dem Fußboden sind aber unangetastet. Ein schmieriger und kaum zu übersehender Ketchup-Fleck prangt ebenfalls noch an der gleichen Stelle auf der Minibar und eine über den Sessel geworfene Hose blieb unberührt. Dafür wurde das Duschtuch, das zum Wiederverwenden auf der Stange hing, gegen ein frisches ausgetauscht. Verkehrte Prioritäten und definitiv zu wenig Kontrolle beim Herrichten des Bleiberzimmers.
Wertung: mangelhaft

Message-Transfer

Eine bereits bei Anreise vorliegende Nachricht wird mir sofort beim Check-in überreicht. Ein weiterer Anruf erreicht mich nicht, weil ich außer Haus bin. Die Nachricht wird schriftlich korrekt und in ordentlicher Form notiert und mir unter der Zimmertür durchgeschoben, sodass ich bei meiner Rückkehr sofort informiert bin. Optimal wäre es, noch die Uhrzeit des Anrufes hinzuzufügen.
Wertung: sehr gut

Sicherheit

Sicherheit ist in Hotels mit internationaler Klientel ein besonders wichtiges Thema. Im InterContinental Frankfurt werden alle gängigen Vorschriften soweit eingehalten. Nur können auch Nicht-Hotelgäste mit dem Aufzug nach oben fahren. Vorbildlich ist das Kapitel im Gäste A-Z zum Thema Sicherheit und Verhalten im Brandfall. Auch die Mitarbeiter sind gut geschult: Weder wird meine Zimmernummer am Telefon noch einem Besucher preisgegeben. Als ich selbst meine Karte im Zimmer vergessen wähne, bittet die Rezeptionistin darum, dass ich mich ausweise. Als ich angebe, alle Papiere im Zimmer zu haben, ist sie zwar bereit, mir ein neues Kärtchen auszustellen, ruft aber einen Mitarbeiter vom Security Service, der mich zum Zimmer begleiten und dort meine Identität überprüfen soll. Apropos Security Service: Am Abend hält sich stets ein Guard in der Halle auf. Er schaut so finster, dass ich nicht mit ihm Kirschen essen möchte.
Wertung: sehr gut

18:32 - »Signatures Veranda Restaurant«

Abendessen im »Signatures Veranda Res­taurant«. Was in der Erinnerung präsent bleibt, sind vor allem die unbehaglich kühle Temperatur des Restaurants sowie die charmante Eloquenz von Trainee N., dem jungen Auszubildenden, dem Restaurantleiter E. in Gänze die Betreuung unseres Tisches anvertraut − inklusive des Themas, in dem sich Herr N. noch nicht so gut auskennt: Wein. Bis dahin ist eigentlich alles zur Zufriedenheit verlaufen: Begrüßung und Platzierung durch Herrn N. im Wintergarten, Überreichung der Speisekarten, Empfehlung eines Aperitifs. Doch nachdem Letzterer getrunken ist und meine Begleitung und ich je ein gebuttertes Ciabatta­brötchen mit eingebackenen Tomaten- und Paprikastückchen verspeist haben, gelüstet uns nach einem frischen, knackigen Weißwein. Wir teilen dies – einschließlich einer Preisvorstellung – Herrn N. mit, woraufhin dieser in die Tiefen des Restaurants abtaucht, um sich mit Herrn E. zu besprechen. Statt dass dieser nun an den Tisch kommt – er hat exakt einen weiteren Tisch mit zwei Personen zu betreuen –, um uns zu beraten, kommt Herr N. mit diversen Gläsern und drei Flaschen an den Tisch, um uns probieren zu lassen. Nun gut, das ist eine Alternative. Allerdings fallen die beiden Chardonnays aus Südtirol und Kalifornien nicht unter unsere Vorgaben; der Heger’sche Grauburgunder aus Baden dafür umso mehr.

Was die Küche anbelangt, so ist sie auf der Homepage des Hotels so ungenau beschrieben, als bestellte man bei Fleurop einen schönen bunten Strauß: »Haute Cuisine aus ganz Europa unter einem Dach … regionale Küche mit wechselnden Themen und Speisen aus der Frankfurter Region … für jeden Geschmack ein passendes Angebot.« Letzteres trifft es wohl am meisten – allen wohl und keinem weh. Neben Klassikern wie Wiener Schnitzel und Rinderfilet gibt es fünf Fisch- und Fleischgerichte, zweimal Nudeln, zwei Suppen und drei Vorspeisen. Dabei sind durchaus interessante Zusammenstellungen zu finden, wie beispielsweise »Karamellisiertes Siedfleisch Kartoffelstampf Trüffel Karotte«. Nur: Wer hat eigentlich diese schreckliche Methode des Auflistens von Zutaten erfunden? Die Fantasie des Gastes wird hier arg strapaziert, vor allem bei Aufzählungen wie »Thunfischsteak Koriander Baby Spinat Gnocchini Tomatenpesto.« Wir bestellen als ersten Gang einen jungen Salat mit Austernpilzen, Wachtelei und Ziegenkäse sowie Jakobsmuscheln mit Sevruga Kaviar; den Wortlaut möchte ich dem Leser ersparen. Auf ein Amuse Gueule müssen mein Begleiter und ich verzichten, dafür wird die Vorspeise im Nu und zeitgleich mit dem Weißwein serviert. Sie mundet gut, nur die Anrichteweise verursacht mir Stirnrunzeln – der Salat sprengt den zu kleinen Teller, und die beiden Jakobsmuscheln auf einer Muschelschale zu servieren, passt eher in ein Nordsee-Restaurant als hierher. Die Hauptgänge muss jemand anders angerichtet haben; sie kommen hübsch drapiert auf schönen, großen Tellern. Was hier Saltimbocca genannt wird, würde ich eher als Involtini bezeichnen, statt der genannten Bohnen liegt grüner Spargel an, und von dem krustigen Stück Bauchspeck war in der Ankündigung auch keine Rede, doch schmecken Borretsch, Liebstöckel, Schinken, Apfel und Perlzwiebeln köstlich zusammen. Mein Seeteufel mit Pfifferlingen und gerösteten Kartoffelwürfeln hingegen ist zwar perfekt gegart, der Petersilienschaum dazu jedoch komplett versalzen. Herr N. und die Küche stimmen meiner Reklamation zu und laden mich auf ein Dessert ein. Ich weiß zwar nicht, worauf ich mich bei »Weichsel & Pistazie Stachelbeer Eis« einlasse, aber ich bin damit sehr zufrieden.
Wertung: noch gut

22:10 - »DAXx Mainhattan’s Bar«

Mit Hotelbars ist das so eine Sache. Erfolgreich sind diejenigen, die auch Gäste von außerhalb anlocken, die als Treffpunkt und Bühne gleichermaßen fungieren. In Frankfurt zum Beispiel sind das klassische Bars wie »Jimmy’s« im Hessischen Hof oder stylishe Szenebars wie die im Hotel Roomers. Da kann die »DAXx Mainhattan’s Bar« in der Lobby des InterConti nicht mithalten. Sie ist biederer Hotelbar-Durchschnitt − mit leicht abgewetzten Ledersesseln, einem massiven Bartresen und dem für amerikanische Hotelgruppen so unvermeidlichen Riesenbildschirm mit leise gestelltem CNN. Kein Wunder, dass sich nur ein paar wenige ausländische Gäste auf die Sitzgruppen verteilen. Weder Temperatur noch Beleuchtung oder die Hintergrundmusik, die klingt, als hätte irgendwer in weiter Ferne ein Kofferradio laufen, laden hier zu längerem Verweilen ein. Einzig Barkeeperin J. lohnt den Besuch. Sie ist locker und kontaktfreudig, mixt klassisch oder spontan und hat neben Fachkenntnis auch einen guten Überblick über das Geschehen. Ein abgewandelter »Sex on the Beach«, ein »Elder Bubble« und auch der altmodische »Pimm’s No.1« − die probierten Drinks sind gekonnt gemixt und schmecken lecker. Die dazu in der Glaskaraffe gereichten Nüsschen und Mandeln auch.
Wertung: noch gut

MI. 07/08, 06:30 - Weckruf

»Guten Morgen, es ist sechs Uhr dreißig. Dies ist Ihr Weckruf.« Kein Sichvorstellen des Mitarbeiters, keine namentliche Ansprache, kein Wunsch für einen schönen Tag. Zwar pünktlich und persönlich im Sinne von »kein Computerweckruf«. Inhaltlich aber mager. Nach 15 Minuten erfolgt ein Kontrollanruf von einer zweiten Person, in gleicher Manier.
Wertung: noch befriedigend

Öffentliche Bereiche

Lobby, Toiletten, Aufzüge, Flure – die öffentlichen Bereiche werden regelmäßig überprüft und gereinigt. Immer wieder und zu allen Tageszeiten sehe ich »Heinzelmännchen«, die beispielsweise solch undankbare Aufgaben erledigen wie die Schienen der Aufzugtüren zu säubern. Und welch schöne Ausnahme von der Regel, dass vor dem Hoteleingang der rote Teppich regelmäßig gekehrt und die Aschenbecher entleert werden.
Wertung: sehr gut

08:20 - Frühstücksbuffet

Das »Signatures Veranda Restaurant« empfängt mich einmal mehr mit frostigen Temperaturen. Die asiatischen Gäste greifen vor allem beim »Asia Buffet« zu, das unter einem roten Lampion und mit zwei Buddhas geschmückt allerlei Exotisches offeriert: Seetang und Misosuppe, eingelegten Rettich und gebratenen Lachs. Als Kontrapunkt sozusagen gibt es auf der anderen Seite des Buffets eine hessische Station. Als ich die nette irisch-stämmige Bedienung frage, was denn an gekochtem Schinken, Milch, Marmorkuchen, Äpfeln, Erdbeeren, Knackwurst und Brot so typisch hessisch sei, meint sie schmunzelnd, es sei wohl eher so, dass diese Produkte aus der hessischen Umgebung stammten. Das Hauptbuffet bietet keine großen Überraschungen mehr, aber eine durchaus solide Frühstücksauswahl. Obwohl ein Koch hinter der Front-Cooking-Station steht, der Eierspeisen à la minute anbieten könnte, bereitet er Rührei und Spiegeleier auf Vorrat zu und füllt sie dann in die Warmhaltebehälter. Das Eigelb des Spiegeleis, welches ich probiere, hat schon gestockt und das Spiegelei selbst ist nicht mehr richtig heiß. Als sehr positiv ist hingegen die ebenfalls im Front-Cooking-Bereich angesiedelte Obst-und Gemüsestation zu werten, an der es frisch gepressten Karotten-Apfelsaft gibt, man aber auch andere Wünsche äußern kann. Auch die »frisch gepressten« Orangen- und Grapefruitsäfte scheinen tatsächlich solche zu sein. Die Brot- und Brötchenauswahl ist gut; ich finde es von Vorteil, dass hier kleine Brötchen gebacken werden. Auch die Croissants und süßen Teilchen sind frisch und lecker. Wurst und Schinken sind guter Durchschnitt, es gibt auch Putensalami und Geflügelwurst, und die Streichwurstscheiben, die ja sehr schnell unappetitlich braun werden, sind mit kleinen Stücken Pergamentpapier abgedeckt. Die Käseauswahl zeigt sich eher dürftig (junger und alter Gouda, Brie und lactosefreier Camembert), aber dafür gibt es viel buntes Obst, knackig-frisches Gemüse und auch einen griechischen Salat mit Schafskäse. Quark und Joghurt sind wie so manches andere nicht beschriftet und das Bircher Müsli schmeckt genau wie das, das ich auf dem Zimmer hatte, mir also nicht. Es gibt Sekt und Selters, Frischmilch und Sojamilch, vier Sorten Konfitüre und Honig aus der Wabe. Mein Milchkaffee ist keine Offenbarung und hat auch keinen schönen Schaum. Die Teestation ist mit neun Sorten Ronnefeldt-Tee und der Basisversion eines Samowars nicht eben üppig bestückt. Zitrone oder Kandiszucker? Fehlanzeige. Die Tische sind nur mit Tischsets eingedeckt, als Blumenschmuck dient die auch gern für Trauerkränze verwendete Anthurie − sie hält so schön lange.
Wertung: gut

Front Office / Concierge

In seiner noblen Concierge-Uniform strahlt Herr B. Kompetenz und Selbstbewusstsein aus und ist wie die meisten seiner Kollegen vom Hotelempfang äußerst hilfsbereit. Das Auto waschen lassen? Kein Problem. Eine Massage um 23 Uhr? »Wir kümmern uns darum.« Eine Museums-Empfehlung für eine Stunde freie Zeit? Da hapert es noch ein kleines bisschen...
Wertung: sehr gut

10:25 - Check-out

Der Check-out ist im Handumdrehen erledigt. Die vorab erbetene Informationsrechnung stimmt bis auf einen Posten der Minibar, der umgehend geändert wird. Insgesamt beläuft sich der Betrag auf 885,40 Euro. Frau P. ist zuvorkommend und kompetent. Schade, dass sie sich weder danach erkundigt, wie mir der Aufenthalt gefallen hat, noch den Wunsch ausdrückt, mich bald einmal wieder begrüßen zu dürfen. Das gehört nun wirklich dazu. Aber sie wünscht mir zum Abschied noch einen schönen Tag, immerhin.
Wertung: befriedigend

Lost & Found

Einen Gegenstand habe ich absichtlich, einen unabsichtlich liegen gelassen. Nur der letztere wird gefunden. Da ich diesen wirklich brauche, lasse ich ihn mir nicht per Post zuschicken, sondern von einer befreundeten Person abholen.
Wertung: befriedigend

Bilanz

Anlässlich des Baujahres 1963 hätte das InterContinental Frankfurt in diesem Jahr einen prima Grund zu feiern. Doch weder im Hotel noch auf der Homepage wird das 50. Jubiläum werbeträchtig herausgestellt. Ob sich das Geburtstagskind ein bisschen schämt, weil es kein schönes Kleid für die Veranstaltung hat? Tatsache ist: Das InterConti ist mehr als in die Jahre gekommen – seine Fassade ist unansehnlich, und auch im Inneren bedürfen zumindest Zimmer, Restaurant und Bar eines Facelifts. Fünf-Sterne-Standard hat die alte Dame der Frankfurter Großhotellerie nur in einem, wenngleich überaus wichtigen, Punkt: der Qualität, Zuvorkommenheit und Servicebereitschaft nahezu all ihrer Mitarbeiter.

Gesamteindruck: 57%

Testurteil: befriedigend

100-81 sehr gut;   80-61 gut;   60-41 befriedigend;   40-21 mangelhaft;
20-0 ungenügend. Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel;
die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewichtet

 

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