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StartHotel+TechnikTrends & InspirationDuftmarketing::Düfte machen Eindruck

DuftmarketingDüfte machen Eindruck

Wo es gut riecht, fühlen sich Menschen schnell wohl. Entsprechend spielt professionelle Raumbeduftung in der Hotellerie eine starke Rolle. Welche Duftsysteme zum Einsatz kommen, wie Hoteliers den passenden Duft für ihr Haus finden und welche Kriterien sie nicht außer Acht lassen sollten.

Schon beim Betreten des Falkensteiner Family Resorts Lido in Ehrenburg/Südtirol umhüllt die Gäste ein angenehmer Vanilleduft. Genau das legt in der Wahrnehmung einen Schalter um: Urlaub! Oder anders ausgedrückt: Ziel erreicht – und das sowohl aus Gäste- wie aus Hoteliers-Sicht.

Die Hotellerie gehörte zu den ersten Branchen, die bereits vor Jahrzehnten den Mehrwert professioneller Raumbeduftung erkannten und für sich nutzten. Inzwischen sind die Lösungen technisch ausgereifter und „schlicht besser“, sagt jedenfalls Jens E. Reißmann, CEO von Reima Air Concept aus Meerane. „Wurde früher bei der Duft­ausbringung auf die sogenannte Warmverdunstung gesetzt, so ist heute die Kaltvernebelung technologisch erste Wahl“, so der Experte weiter. „Die Duftkompositionen bleiben damit stabiler, werden schonend und mikrofein ausgebracht, und eine rasche Aromatisierung auch von großen Flächen ist garantiert.“

In der Praxis sieht das etwa so aus: Mit dem „Aroma Streamer 750“ von Reima lassen sich Raumgrößen zwischen 300 und 900 Quadratmetern beduften. Das Plug-&-Play-Gerät, für dessen Betrieb einfach nur das Netzteil in die Steckdose gesteckt und die Duftflasche eingedreht werden muss, lässt sich unter anderem an der Wand befestigen und, wenn gewünscht, dezent hinter Displays, Bepflanzungen oder Deko verstecken. Wobei das mitunter gar nicht nötig ist: Reima bietet sogar kombinierte Video-Duft-Displays an. „Mehr als 300 Duftkompositionen stehen bei uns zur Auswahl“, so Reißmann. „Auf Wunsch kreieren unsere Parfümeure individuelle, maßgeschneiderte Corporate Scents. Gerade Hotelgruppen können damit ihren olfaktorischen Wiedererkennungswert hervorheben.“
Ein Beispiel für Duftmarketing in Perfektion ist das Parfümhotel Magna Pars in Mailand, Italien, das mit dem „LabSolue“ sogar über ein eigenes Parfümlabor verfügt. Hier können die Gäste nicht nur 39 Essenzen entdecken, auch eine kleine Privatbibliothek mit Werken zur Parfümkunst ist vorhanden.

Beduftungssystem und Video-Display: der „Aroma Streamer 1400“ von Reima Air Concept. (Bild: Reima Air Concept)

Über die Nase direkt in die Erinnerung

Die Westin Hotels & Resorts wiederum haben sich für die Duftspende-Systeme von Scent Air aus Berlin und einen individuell entwickelten Hausduft entschieden. Die Systeme wurden an den Eingängen positioniert, um die Gäste zu begrüßen. Der „rote Teppich“ ist in diesem Fall die leicht erfrischende Note von „White Tea“. Die Gäste können Kerzen, Duftöle und Co. auch erwerben und die Erinnerung an den Aufenthalt dadurch mit in den Alltag nehmen.

Stichwort Wiedererkennung: Die sogenannte Regio olfactoria der Nase hat eine direkte Leitung ins Gehirn, und zwar in jene Areale, die für Emotionen und Erinnerungen zuständig sind. Düfte sind also wie gemacht, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, im Idealfall einen guten. Denn herrscht in einem Raum „dicke Luft“, können die visuellen, haptischen und akustischen Sinnesbotschaften noch so perfekt ausgestaltet sein, die Gerüche werden sie überlagern. Die menschliche Überlebensstrategie baut darauf auf, dass schlechte Luft als Bedrohung wahrgenommen und in der Prioritätenverarbeitung des Unterbewusstseins wichtiger eingeordnet wird, als Freude über ein schönes Ambiente.

Noch bedeutsamer als die Beduftung ist damit zunächst einmal die Geruchsneutralisation. Professionelle Geräte vermögen meist beides: Die Luft zu reinigen sowie emotional geprägte, individuell ausgewählte Botenstoffe dezent abzugeben. Dezent ist wichtig, weniger ist mehr. Lediglich knapp über der Wahrnehmungsgrenze sollte der Duft spürbar sein, um seine Wirkung vor allem unbewusst zu entfalten. Denn das Sinnesorgan Nase ist sehr empfindlich.

Dezent positionierbar: Beduftungssystem von Reima neben einer Grünpflanze im Bankettsaal. (Bild: Reima Air Concept)

Duftspender vielfach digital steuerbar

„Alle von uns verwendeten Duftöle werden nach den Richtlinien der International Fragrance Association (IFRA), auf Allergie-, Haut- und Geruchsverträglichkeit bei Mensch und Tier hin untersucht“, betont Reima-Chef Reißmann. Die Mehrheit „seiner“ Geräte lässt sich per Touchdisplay, Bluetooth- oder WiFi-App steuern, sprich hinsichtlich Tageszeit oder Duftintensität programmieren, und das teils von überall aus der Ferne. Bei Scentair Germany ist unter anderem auch die Sprachsteuerung über Amazons Alexa möglich.

Wer Duftmarketing plant, dem empfiehlt der Experte: „Sinnvoll sind Vor-Ort-Termine oder zur Verfügung gestellte Flächen- und Lagepläne, denn die Leistung der Geräte muss an die örtlichen Gegebenheiten, das Strömungsverhalten der Luft, eventuell vorhandene Lüftungs- und Klimaanlagen und die Raumgrößen angepasst sein. Bei der Duftauswahl selbst sollten Hoteliers sehr wählerisch sein. Der Duft sollte eine größere Zielgruppe ansprechen.“

Menschen empfinden Gerüche unterschiedlich, nicht zuletzt aufgrund ihrer Biografien oder kultureller Wahrnehmungsunterschiede. Die meisten Deutschen mögen Vanille – eine antrainierte emotionale Verknüpfung, denn viele Babyprodukte haben hierzulande diesen Duft. Orange hat ebenfalls einen hohen Sympathiewert. Positive Gefühle wecken meist auch Gerüche, die an einen Waldspaziergang oder Meer und Strand erinnern – beides steht für kräftig und frei durchatmen können. Auch Sauberkeit ist ein großes Grundbedürfnis – diese Assoziation lassen zitrusartige Botenstoffe aufkommen. Spannend angesichts der Energiespar-Debatte: Pfefferminze lässt uns Forschungen zufolge durchschnittlich zwei Grad kälter fühlen, Zimt 1,7 Grad wärmer.

Während Willkommensdüfte bei Scent Air Germany, je nachdem ob sie in der Ferien- oder Businesshotellerie zum Einsatz kommen sollen, Namen wie „Sweet Comfort“, „Golden Bamboo“ oder „Patchouli Blanc“ tragen, werden für Spa-Bereiche Düfte empfohlen, die eine beruhigende Wirkung ausüben. In Waschräumen und Toiletten sollte es den Experten zufolge angenehm clean riechen, während die gastronomischen Bereiche appetitanregend duften dürfen – zum Beispiel mit Duftnoten nach frischem Gebäck oder gemahlenem Kaffee.

„Überdies sollte der gewählte Raumduft immer mit den Grundgerüchen der verbauten Materialien und den Farben harmonieren sowie das Brand-Image wiedergeben“, rät Sander Schaap, General Manager Benelux & Germany bei Scent Air. Die sinnesübergreifende Übereinstimmung von Informationen steht wiederum bei Scent Emotion aus Hamburg im Mittelpunkt. „Wir bieten außer unserem Kerngeschäft Duftmarketing daher auch Audiomarketing, Digital Signage und Green Walls an“, so Managing Director Martin C. Petersen. „Für ein perfektes Gäste-Erlebnis.“

Stefanie Hütz

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