Dirk Iserlohe "Um die unwiederbringlichen Verluste kompensieren zu können, benötigt die Branche zwischen 13 bis 15 Jahre"

Dirk Iserlohe, Vorsitzender im Dorint-Aufsichtsrat. (Bild: Dorint GmbH)

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Dorint Hotels fordert in seinem mittlerweile siebten Brief an die Bundeskanzlerin legale Beihilfe statt verlorener Zuschüsse in Höhe von 500 Milliarden Euro. 

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Erneut wählt Dirk Iserlohe in seinem Schreiben an die deutsches Bundesregierung deutliche Worte: „Argumente, Apelle, Bitten, Briefe und Klagen scheinen in Berlin nicht gehört zu werden. Die verhaltenen Schüsse der bis einstweilen mit Platzpatronen gefüllten Bazooka werden nachhaltig nicht helfen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der DHI Dorint Hospitality & Innovation GmbH. Darüber hinaus erklärt Iserlohe: “Um die unwiederbringlichen Verluste kompensieren zu können, benötigt die Branche zwischen ca. 13 bis 15 Jahre, sofern die üblichen Gewinne realisiert werden können.”

„500 Milliarden Tränen werden in allen EU-Staaten fließen, wenn 500 Milliarden Euro an vereinzelte Staaten pauschal verteilt werden, die wohlmöglich mit diesem Geld mittelbar schwache Branchenteilnehmer in Deutschland aufkaufen.”
Dirk Iserlohe

Iserlohe appelliert in seinem jüngsten Brief an die Bundeskanzlerin, dass es besser wäre, wenn der Wiederaufbauplan die besonders betroffenen Branchen in allen Staaten mit verlorenen Zuschüssen unterstützt. Die jetzt von einigen Ländern aufkommende Kritik, dass Länder unterstützt würden, die schon vor der Corona-Krise schwach waren, wäre obsolet. Würde die EU-Kommission europaweit besonders betroffene Branchen bedenken, benötigt die EU auch die Zustimmung aller 27 Staaten. „Könnte aber sein, dass dies einen Konsens fände“, vermutete Iserlohe, „da alle mit dem „Beihilfe“-Verbot (vgl. Bazooka) zurzeit kämpfen.“ Die legitime „Beihilfe“ in der Not wäre damit durch die Einstimmigkeit aller Staaten legalisiert.

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