DigitalisierungKontaktloser Check-in gewinnt durch Coronakrise an Bedeutung

Der digitale Meldeschein war schon vor Corona beschlossene Sache und bildet einen weiteren Baustein in der Digitalisierung von Hotelprozessen. (Bild: shutterstock/ilkercelik)

Der Weg für den digitalen Meldeschein wurde seitens der Politik bereits 2019 frei gemacht, jetzt folgen die ersten Installationen in den Hotels. Mehrere Unternehmen bieten dafür bereits smarte Hard- und Softwarelösungen an.

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Experimentierfreudigkeit, insbesondere bei innovativen Services, ist ein Markenzeichen des Boutiquehotels i31 von Zeèv Rosenberg. Dazu passt, dass sich die Gäste einen der beiden BMW i3 für die Spritztour durch Berlin ausleihen können, dass sie kostenfrei Suitepads zur Verfügung gestellt bekommen, aber auch, dass der Check-in-Prozess des Berliner Viersternehotels immer smarter wird.

Dies erfolgte jüngst durch die Komplett-Digitalisierung des gesamten Check-in- und Check-out-Prozesses durch Hotelbird. Mit dem neuen Service sowie der Möglichkeit, mit dem Suitepad die Tür zu öffnen, geht das Boutiquehotel i31 konsequent seinen Weg der Digitalisierung weiter”, sagt General Manager Zeèv Rosenberg. Abgewickelt wird dabei:

  • der Check-in inklusive digitalem Meldeschein,
  • die Ausgabe des digitalen Zimmerschlüssels,
  • die sichere Bezahlung sowie
  • der Check-out.

Der Zahlungsvorgang erfolgt über einen zertifizierten und PSD2-konformen Zahlungsanbieter.

Ähnlich wie viele seiner Kollegen war es Rosenberg wichtig, zeitnah zur Freigabe des digitalen Meldescheins erste Gehversuche zu unternehmen, wobei der Direktor des i31 vorerst auf die Identifizierung über die sogenannte starke Kundenauthentifizierung (SCA) setzt.

Alternativ gibt es zwar auch die Möglichkeit der Nutzung einer eID auf dem Personalausweis, diese allerdings ist aktuell noch wenig verbreitet. In der Praxis kann der i31-Gast den digitalen Meldeschein sowohl via Pre-Check-in von unterwegs auf dem eigenen Smartphone oder an einem Tablet-Terminal an der Rezeption durchführen. Wie dies im Detail funktioniert, beschreibt das Start-up Code2order, das ebenfalls eine Lösung für den digitalen Meldeschein entwickelt hat:

  • Digitaler Check-in über das Smartphone der Gäste

Der Gast füllt den digitalen Meldeschein über sein eigenes Endgerät aus. Anschließend gibt er zur Authentifizierung seine Kreditkartendaten an. Der erste Faktor der starken Kundenauthentifizierung ist somit erfüllt, da die Kreditkarte in seinem Besitz ist. Zur Bestätigung wird der Gast aufgefordert, das dazugehörige Passwort einzugeben oder eine Bestätigung über das TAN-Verfahren durchzuführen. Das sichert den zweiten notwendigen Faktor: Wissen. Somit ist die starke Kundenauthentifizierung erfüllt, und der digitale Meldeschein ist rechtskonform. Er wird automatisch an das Hotel gesendet und als PDF gespeichert.

  • Digitaler Check-in über Tablet oder einen Kiosk an der Rezeption

Der Gast hat auch die Möglichkeit, direkt im Hotel einzuchecken. Aber anstatt sich bei der Rezeption anzustellen und zu warten, kann er selbstständig einchecken. Das Hotel stellt den Gästen beispielsweise ein Tablet zur Verfügung, über das der Gast seine Daten selbstständig und schnell ausfüllen kann. Nach der Eingabe der Gästedaten erfolgt die sichere Identifizierung des Gastes über dieselbe Logik wie bei der Eingabe über das Gast-Smartphone mit der Angabe der Kreditkartendaten. Der rechtskonforme Meldeschein wird im Hotel gespeichert und kann vom Hotelpersonal jederzeit problemlos aufgerufen werden.
Eine Kombination aus der rechtskonformen Authentifizierung und der einfachen digitalen Unterschrift der Gäste stellt nach Ansicht von Alexander Haußmann, Gründer und Managing Director von Code2order unter Berücksichtigung der aktuellen Gesetzeslage die beste Lösung dar.

Schnittstelle zur Oracle “Hospitality Suite 8” realisiert

Zurück ins Berliner i31: Im Zuge der Installation hat Hotelbird als einer der ersten Anbieter in Deutschland auch eine Schnittstelle zur Oracle “Hospitality Suite 8” für den digitalen Check-in/out realisiert. Somit ist das Münchner Technologieunternehmen erstmals in der Lage, seine Lösungen auch Hoteliers zur Verfügung zu stellen, die diese Softwarelösung für ihr Hotelmanagement nutzen.

“Unsere Zertifizierung für die Schnittstelle zur ‘Suite 8’ ist für uns ein großer Meilenstein. Dadurch können wir nun unseren Roll-out für weitere Hotels umsetzen”, erklärt Gründer und CEO Juan A. Sanmiguel.

Stylisch verpackte Hardware

Schlankes Design: das Check-in-Terminal von Hotelbird. (Bild: Hotelbird)

In puncto Hardware entwickelte Hotelbird für die Terminal-Version jüngst eine stylische Optik. Das schlanke Gehäuse wurde hierbei mit iPad, Encoder und Kartenausgabe bestückt. Der modulare Aufbau und die gängigen, herausnehmbaren Gerätekomponenten sollen einen wartungsarmen Betrieb gewährleisten. Mittels Screensaver können die Terminals darüber hinaus mit eigenem Markennamen und Logo versehen werden. Zusätzlich verfügt die neue App über einen Modus, der die Rezeptionisten in ihren täglichen Check-in/out-Prozessen unterstützt.

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