Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartHotel+TechnikDigitale AnwendungenDigitalisierung im Budget-Bereich::Kontaktlose Guest Journey im Schlafwerk

Digitalisierung im Budget-BereichKontaktlose Guest Journey im Schlafwerk

Das erste Hotel der Marke Schlafwerk bei Stuttgart bietet nicht nur ein schlankes Budget-Produkt für Short- und Longstay, sondern ist auch durch und durch digitalisiert. Bei der Entwicklung der Guest Journey setzte Projektentwickler DQuadrat Real Estate auf dreifache Kompetenz.

„Einfach gut übernachten“ – mit diesem Slogan ist das Schlafwerk Stuttgart-Nord in Korntal-Münchingen bei Stuttgart Anfang 2021 angetreten, Handwerkern und Monteuren eine moderne Übernachtungsmöglichkeit zu bieten. Bereits acht Wochen nach der Eröffnung konnte das erste Haus der Marke eine durchschnittliche Auslastung von mehr als 60 Prozent vorweisen, in einzelnen Nächten sogar von mehr als 90 Prozent – und das unter Lockdown-Bedingungen.

Möglich macht es das digitale und schlanke Konzept. Das Design im Stuttgarter Schlafwerk mit seinen 97 Zimmern und 312 Betten ist aufs Wesentliche reduziert. Die Gäste können zwischen Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmern sowie Teamzimmern mit zwei oder drei Schlafräumen wählen, alle ausgestattet mit Flat-TV und WLAN. Die Zimmergröße startet bei 16 Quadratmetern. Es gibt Bäder mit getrennten WC- und Duschbereichen sowie Kochzeilen zur Selbstversorgung. Hinzu kommen ein Gemeinschaftsraum, ein überdachter Laubengang (Plaza), ein Grillplatz sowie Parkplätze.

Design reduziert, Digitalisierung maximiert

Wenngleich in Flächen und Ausstattung reduziert, wurde beim Schlafwerk-Konzept auf eine digitale Rund-um-die-Uhr-Guest-Journey Wert gelegt, die von den Mitarbeitenden dank Internet of Things (IOT) von jedem Punkt der Welt fernbedient werden kann. Die Gäste buchen das Zimmer ihrer Wahl online über die Homepage oder die gängigen Online Travel Agencies (OTAs).

Ihre Reservierung können sie über ein personalisiertes Benutzerkonto verwalten, dabei die Buchung jederzeit ändern, stornieren oder ihre Buchungsinformationen auf einen Blick einsehen. Wenige Tage vor der Anreise füllen sie einen Meldeschein digital aus und bezahlen das Zimmer vorab. Den Zimmerschlüssel erhalten sie am Anreisetag per Link auf ihr Smartphone. Die Installation einer App ist dafür nicht nötig.

Über den Link gelangen die Hotelgäste auf eine sogenannte Progressive Web App (PWA). Das ist eine Webseite, über die sie jederzeit Zugriff auf ihren mobilen Schlüssel haben und Hoteleingangstür und Zimmertür öffnen können. „Die PWA hat im Prinzip dieselben Funktionen wie eine App, nur funktioniert unser System noch einfacher, da keine Installation auf dem Smartphone nötig ist“, erläutert Jens Philipsenburg, Geschäftsführer des Hotelbetreibers DQuadrat Living. „Wer zum Beispiel ins Hotel möchte, klickt einfach auf den Button ‚Jetzt öffnen‘ und schon geht die Tür auf.“ Auch an den Notfall ist gedacht: Sollte der Smartphone-Akku einmal leer sein, stehen im Eingangsbereich Ladestationen zur Verfügung.

Die digitale Lösung wurde speziell für das Schlafwerk entwickelt – in Kooperation mit Salto Systems als Dienstleister für Hotelschließsysteme, dem Hotel-Tech-Unternehmen Straiv (vormals Code2Order), das die PWA-Expertise beisteuerte, und Apaleo, Anbieter von Cloud-Property-Management-Systemen. Die bisherigen Praxis-Erfahrungen zeigen: „Der digitale Check-in funktioniert immer besser und wird auch von rund 60 Prozent der Gäste angenommen, Tendenz steigend“, berichtet Hannah Allenhöfer, Marketing-Managerin bei DQuadrat Living. „Technisch läuft die Guest Journey reibungslos, doch auch das Team musste sich erst daran gewöhnen, die Gäste aktiv auf die digitalen Möglichkeiten zu verweisen und nicht direkt die Dienste der Rezeption anzubieten.“

Vorreiter und Expansion

Mit dem Konzept wurde das Hotel bereits im Eröffnungsjahr beim 196+ Hotelforum München unter die besten drei Hotelimmobilien des Jahres 2021 gewählt – aus über 30 europaweiten Bewerbungen. Entscheidend für die Jury waren der gelungene Gesamtentwurf aus Architektur und Gestaltung sowie der Mix aus Nachhaltigkeit und technischen Innovationen, Originalität des Konzepts und Wirtschaftlichkeit.

DQuadrat-Schlafwerk-Stuttgart-Auszeichnung
Gewinner: (v.l.) Thomas Fülster, Jens Philipsenburg und Oliver Wilm, Geschäftsführer von DQuadrat Living, nehmen die Auszeichnung für Das Schlafwerk beim 196+ Hotelforum München entgegen. (Bild: DQuadrat Living GmbH)

Entwickelt wurde „Das Schlafwerk“ von der DQuadrat Real Estate, der Muttergesellschaft von DQuadrat Living aus Ludwigsburg. Für die Architektur zeichnet die Aldinger Architekten Planungsgesellschaft aus Stuttgart verantwortlich. Einen großen Teil der Bauleistungen übernimmt das mit DQuadrat verbundene Bauunternehmen Wolff & Müller. „Durch die enge Verzahnung von Projektentwicklung, Bau und Betrieb liegen alle Bereiche der Hotelmarke in einer Hand“, erläutert Geschäftsführer Jens Philipsenburg von DQuadrat Living. Zum Unternehmen gehören auch die Hospitality-Marken Harbr Hotel & Boardinghouse, die das Upper-Midscale-Segment in Innenstadtlage abdeckt, und „BE:AT“ mit Fokus auf Studentenwohnheime.

Knapp anderthalb Jahre nach Eröffnung ist die Auslastung im Schlafwerk Stuttgart-Nord weiterhin hoch. Im Mai lag sie bei 85 Prozent. Wie bereits bei der Konzeption geplant, buchen vor allem Handwerker und Monteure die Zimmer. Aber auch Handelsreisende und größere Gruppen ausländischer Arbeitnehmer aus dem Dienstleistungsgewerbe, etwa Regalbestücker für Supermärkte, zählen zu den Gästen.

Preisgestaltung

Preislich möchte die Marke Schlafwerk Mitbewerber möglichst unterbieten. Der Preis für ein Einzel- oder Doppelzimmer startet – je nach Saison – bei 39 Euro pro Nacht, für ein Teamzimmer bei 119 Euro. Bei längerem Aufenthalt reduzieren sich die Raten. Für ein Teamzimmer mit sechs Betten werden pro Monat 2.199 Euro kalkuliert – pro Bewohner folglich 366,50 Euro. Im Preis enthalten ist die wöchentliche Reinigung samt Wäschewechsel. Parkplätze können hinzugebucht werden.

Ein Schlafwerk umfasst insgesamt 1.200 Quadratmeter bebaute Fläche und zirka 4.500 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Es ist ausschließlich als Neubauprojekt geplant. Die Schlafwerk-Hotels werden im Owner-Operator-Modell geführt. Pacht oder die Zusammenarbeit mit externen Investoren sei perspektivisch denkbar, heißt es aus dem Unternehmen, das derzeit in Köln-Poll expandiert. Mit der Baugenehmigung für ein 140-Zimmer-Haus (380 Betten) wird dort noch in diesem Jahr gerechnet. Ein Projekt in Hannover hat sich hingegen zerschlagen, dafür laufen die Verhandlungen zu Grundstücken in der Metropolregion Frankfurt.

Susanne Stauß

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link