Hoteltest im Kameha Grand BonnDesign ist nicht immer pflegeleicht

Das Kameha Grand Bonn will durch die Neuinterpretation der klassischen »Grand Hotellerie« sowie durch außergewöhnliches Design und herzlichen Service zum »Lieblingsplatz« der Gäste avancieren. Ob dieses Vorhaben gelingt, prüfte der anonyme Hoteltester im Quality Check der aktuellen Ausgabe von Top hotel.

SA. 07/09, 19:23 – Telefonische Reservierung

»Ich traue mir durchaus zu, Ihnen weiterzuhelfen«, sagt der freundliche Herr B. vom Empfang selbstbewusst. Die Reservierungsabteilung des Kameha Grand ist nämlich am Samstagabend nicht mehr besetzt. Und tatsächlich: Herr B. hilft mir ganz wunderbar weiter. Von der Vorstellung der verfügbaren Kategorien über die Nachfrage nach bestimmten Präferenzen bis hin zur Aufnahme der Adressdaten klappt alles bestens. Darüber hinaus erkundigt sich der Mitarbeiter abschließend, ob ich noch weitere Fragen zum Haus habe (was seine Kol-legen in anderen Hotels nur allzu gern ­versäumen). Ich habe – und erhalte erschöpfend Auskunft über den Spa-Bereich und die Gastronomie, einschließlich der kurz vor meiner Anreise neu eröffneten »Rhein-Alm« am Rheinufer. Das Telefonat findet ohne störende Hintergrundgeräusche statt und verläuft in angenehmer Gesprächsatmosphäre. Am Schluss habe ich als günstigstes Offerte ein Standardzimmer der Premiumkategorie zu 205 Euro ohne Frühstück gebucht, was mir am folgenden Tag in einer drei Seiten langen E-Mail bestätigt wird. Neben ausführlichen Informationen zum Hotel ist die Bestätigung ­gespickt mit möglichen Zusatzpackages. Interessant finde ich das sogenannte »eStandby®-Upgrade«: Man wählt aus einer Liste möglicher Upgrades aus und erfährt bei Anreise, ob es damit geklappt hat. Die Zahlung des Aufpreises ist dann allerdings verpflichtend. So könnte ich jetzt für 81 statt 231 Euro Aufpreis die »im Telekom-Magenta-Stil eingerichtete« Telekom-Suite ordern oder für 3548 Euro statt für 3735 Euro zusätzlich die 240 Quadratmeter große Royal Suite. Ein Schnäppchen sozusagen. Ich verkneife es mir trotzdem.
Wertung: sehr gut

Internetauftritt/Online-Buchung

Wie ein prächtig-buntes, prall gefülltes Bilderbuch blättert sich die Website des Kameha Grand auf. Nichts bleibt ungesagt, keine Frage unbeantwortet. Jedes Thema ist mit großformatigen Fotos illustriert, alle Informationen sind im Druckformat abrufbar und/oder stehen als Download bereit. Zu jeder Abteilung gibt es mindestens einen Ansprechpartner mit Foto und Kontaktdaten und alle Kapitel scheinen up to date aufbereitet. Trotz der überwältigenden Vielfalt ist das Ganze übersichtlich gestaltet. Kompliment an die Macher.
Wertung: ausgezeichnet

Lage/Anreise

»Ihr neuer Lieblingsplatz« suggeriert die Kameha-Werbung dem Gast in gefühlt jedem zweiten Satz. Das könnte zutreffen, näherte man sich dem futuristisch anmutenden Gebäude zu Fuß von seiner Flussseite aus, nach einem Spaziergang in den malerischen Rheinauen mit ihrem schönen, alten Baumbestand. Auf der anderen, der Eingangsseite des Hotels, hat das am rechten Rheinufer neu entwickelte Areal »Bonner Bogen« jedoch teilweise noch Baustellencharakter, mit einem abgezäunten Gelände voller Erdaushub und Bauschutt gegenüber dem Hotel. Doch erst einmal ankommen … Weil die Adresse »Bonner Bogen« auch nach drei Jahren noch in kaum einem Navigationssystem zu finden ist, gibt das Hotel auf der Reservierungsbestätigung die Joseph-Schumpeter-Allee für die Eingabe an. Die kennt mein Navi leider auch nicht, weshalb ich bei Fahrtantritt noch einmal im Hotel anrufe. »Tja«, meint die Dame am Telefon etwas ratlos, »dann geben Sie am bes­-ten die Königswinterer Straße ein. Und wenn Sie dann an einen Kreisel mit einer riesigen goldenen Vase und so komischen, bemalten Ostereiern kommen, sind Sie fast schon da.« Letzterer Hinweis ist hilfreich, ersterer weniger. Korrekt wäre die Angabe Karl-Duwe-Straße gewesen. Die Verkehrsanbindung des Kameha Grand ist ansonsten sehr gut, in wenigen Minuten ist man über die Rheinbrücke in der Bonner Innenstadt sowie am Bahnhof, der Flughafen Köln/Bonn ist 18 Kilometer, die Köln-Messe nur 20 Autominuten entfernt. Die öffentliche Tiefgarage mit Anbindung zum Hotel kostet 22,50 Euro pro Tag, einige wenige »Lieblings-Parkplätze« für 18 Euro gibt es direkt vor dem Hotel. Die günstigere Parkgebühr erscheint allerdings umgekehrt proportional zur Preisklasse der Autos, die hier stehen. Ungekrönter König und Hingucker par excellence: der Wiesmann Roadster MF 5, der in einem Package gebucht werden kann.
Wertung: gut

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