Marketing-Kooperation Peter Cole will die Design Hotels qualitativ wachsen sehen

Für Marriott wiederum sind die Design Hotels ein Experimentierfeld, ein Labor, das sich fundamental von der Marriott-Welt unterscheidet. Sei es als Netzwerk von Besitzern statt Franchisenehmern und Managern – mit 17 statt einem Property Management System. Sei es mit zwei Dritteln Mitgliedern, die nicht am Loyalitätsprogramm Bonvoy teilnehmen und es auch nicht müssen. „We do sales, not technical distribution“, sagt Peter Cole. „Und wir zeigen dem Konzern oft die Möglichkeiten auf, wie sich Dinge bei uns ausprobieren lassen, weil wir technologisch frei sind und eine eigene Dynamik schaffen, mit einer anderen Guest Experience. Damit können wir bei den Design Hotels auch Häuser gewinnen, die nicht zu Marriott gehen würden. „Zugleich“, so der CEO, „bringen wir neue Gäste in die Häuser, die sonst nur die klassische Marriott-Welt kennen.“

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Gerade launcht die Kooperation ein neues Lizenz-Modell, mit dem sie Interessierten den Zugang zu den weltweiten Marriott-Vertriebskanälen ermöglichen will. Das Lizenzgebühr-Package umfasst auch die OTA- und Kreditkarten-Kommissionen von Marriott sowie Revenue Tools. „Das ist das einzige Programm, das den Zugang zum Loyalitätsprogramm und zu Revenue Tools ermöglicht, aber nicht den Technologiewechsel vorschreibt“, so Peter Cole. Aber man solle es nicht falsch verstehen: „Ich will keine bestimmte Zahl an neuen Bonvoy-Mitgliedern generieren, sondern es geht nur darum, dass die Gruppe an sich qualitativ wächst.“

Fokus auf die Communitys

„An sich“ wachsen die Design Hotels derzeit auch mit neuen Partnern, um die Zukunft des Reisens mitzubestimmen und vorauszusehen. Allen voran in neuen Coworking-Welten wie mit Neuhouse, in denen bereits auch die Office-Teams in New York und Los Angeles arbeiten, oder in einem Co-Living-Projekt, das gerade entwickelt wird. „Co-Living ist letztlich ein anderer Name für Hotel“, ist Peter Cole überzeugt. Die Communitys unter Künstlern und Kreativen, die die Mitglieder bereits allerorts kreierten, bringe man auch bei den Co-Lab- und Further-Treffen an magischen Orten zusammen. Further, das 2017 gelaunchte „Traveling Laboratory“-Programm der Design Hotels, das 2019 an einem Wochenende in Mykonos Musiker und Poeten vereinte, an einem anderen in Tokio Architekturfans, und an einem weiteren auf Ibiza die Themen Food und Nachhaltigkeit zelebrierte. Das Konzept: Künstler, Wissenschaftler, Handwerker, Landwirte, Designer an kreativen Orten zusammenzubringen, zum kreativen Austausch bei kreativen „Gastfreundschaftsexperimenten“.

„Unser Brand ist anders und steht vor allem für etwas. Das positioniert uns anders als andere internationale Kooperationen“, sagt Peter Cole und betont: „Claus hat uns mit dem Brand ein Geschenk mitgegeben. Wir wollen die Marke in den nächsten Jahren noch enger mit dem Gast verbinden, eine noch stärkere Community kreieren.“ Im Sommer 2020 wird er sich dafür auch selbst stärker mit dem Headquarter-Team verbinden und mit seiner Familie nach Berlin ziehen. „Es ist der richtige Zeitpunkt für so vieles“, sagt er und sieht auch für sich selbst bei den Design Hotels eine lange Zukunft.

Sylvie Konzack

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