Marketing-Kooperation Peter Cole will die Design Hotels qualitativ wachsen sehen

Entspannter Entscheider: Peter Cole (Bild: Design Hotels)

Seit 1993 hat die Kooperation Design Hotels unter ihrem Dach weltweit rund
300 „Originals“ versammelt. Der frühere Marriott-Mann Peter Cole übernahm 2018 den CEO-Posten von Gründer Claus Sendlinger. Hat sich das Netzwerk unter seiner Ägide verändert? Tophotel traf den Amerikaner in Berlin zur Bilanz seines ersten Jahres.

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Die Design Hotels haben Peter Cole verändert. Zunächst äußerlich und für das Team schnell ersichtlich. Kam der Amerikaner noch vor einem Jahr im Anzug nach Berlin, war es bald nur noch das Hemd, später das T-Shirt, und an diesem Dezembertag 2019 im Hotel Zoo Berlin der Troyer mit Jeans. So weit so gut, könnte man sagen – die Branche übt sich derzeit gern im Sneaker-Look. Die Design Hotels waren jedoch noch nie wirklich ein typischer Teil der klassischen Hotellerie. Vielmehr stellt sich bei der Kooperation heute die Frage, wie es ihr gelingt, im weltweiten Mainstream von Designhotels originär zu bleiben. Wer hier wen zu welchen Wegen inspiriert.

“Ich bin CEO der Design Hotels und kein Marriott-Manager.“
Peter Cole, Design Hotels

Als Peter Cole zum Interview kommt, hat er gerade im gleichen Haus solche und andere Fragen mit Studierenden der Hotelschool The Hague in Den Haag diskutiert. Nach dem Interview steht eine Aufsichtsratssitzung an, die das Thema auf andere Weise beleuchten wird. Ein buntes Programm für den freundlich-entspannten CEO in einer insgesamt bunten Headquarter-Woche. Denn alle sind aus ihren Offices in London, New York City, Los Angeles und Singapur nach Berlin gekommen, um die Projekte der nächsten Jahre auf den Weg zu bringen. 113 Mitarbeiter für 351 Mitglieder, zwei Drittel davon in Europa und Middle East, immer mehr auch in Amerika und Asien.

Brand aus 351 Brands

Berlin ist seit 2004 die Hauptstadt der Design Hotels. Davor lag das Headquarter in Kalifornien, wo der Augsburger Claus Sendlinger 1993 die Plattform mit Partnern und zehn Mitgliedern gegründet hatte, später in Arizona und New York City. Viele Stationen, aber immer der Anspruch, als Vorreiter und „revolutionäre Bewegung in der Reisebranche“ zu agieren, als Kurator „einer globalen Sammlung unabhängiger, designorientierter Hotels, die eine singuläre Definition ablehnt“. Im Fokus standen stets ein inspirierendes Design und ein breites Spektrum an Kulturen, Erlebnissen und Nachbarschaft – Grundwerte, die sich heute als große Trends der Reisebranche zeigen. In einer Zeit, in der der Typus Designhotel teilweise zur Massenware geworden ist.

Die Führung der aktuell 351 Design Hotels an über 240 Destinationen und in rund 60 Ländern zeigt sich davon wenig beeindruckt. Schon vor über 20 Jahren hat die Kooperation dem Markt deutlich gemacht, dass Design für sie nicht nur aus Form und Funktion besteht. Sondern dass es um ein gemeinsames Mindset unter den Eigentümern – den „Originals“ –, den Gästen, Einheimischen und Partnern aus anderen Bereichen geht. „Wir sind nicht auf das Design an sich fokussiert, sondern auf das Konzept und die Leidenschaft der Macher“, beschreibt es Peter Cole. „Wir sind ein Brand, der von 351 Brands gemacht wird.“ In diesem Sinne sei das Kuratieren von Qualität für ihn entscheidend, nicht von Quantität. Abzulesen an der Zahl von 400 Bewerbern pro Jahr und demgegenüber fünf Prozent Neuaufnahmen. Wachstum mit Muße.

„Beste Führungsrolle überhaupt“

Jedoch gehört die Design Hotels AG seit 2011 zu 72 Prozent zu Starwood und jetzt zu 74 Prozent zu Marriott. Wird der neue CEO, der vorher die Integration der Starwood-Marken zu einem 30-Marken-Imperium gemanagt hat, den „Way of Design Hotels“ ändern? „Nein, wir ändern nichts. Wir sind ein eigenes Unternehmen. Ich bin CEO der Design Hotels und kein Marriott-Manager“, stellt Peter Cole nachdrücklich klar. Denn auch für ihn bedeute die neue Aufgabe „die komplette Freiheit, Strategien zu setzen, Mitarbeiter bestimmen zu lassen“. So gesehen dürfe er hier „die beste Führungsrolle überhaupt“ ausfüllen und nach
23 Jahren bei Marriott und beeindruckenden Erfahrungen bei Ritz-Carlton, wo er CFO war, alle seine Kenntnisse miteinander verbinden.

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