Arbeitszeitmodelle Dehoga startet Kampagne zur Wochenarbeitszeit

Die Forderung des Dehoga: Eine Wochenarbeitszeitregelung soll die tägliche Höchstarbeitszeit ablösen.
Die Forderung des Dehoga: Eine Wochenarbeitszeitregelung soll die tägliche Höchstarbeitszeit ablösen. © Pemburu - stock.adobe.com

Der Branchenverband drängt auf eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Statt einer starren Tagesgrenze soll künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit gelten.

Unter dem Titel „Wochenarbeitszeit jetzt“ hat der Dehoga Bundesverband eine Kampagne gestartet, die den politischen Druck für eine Flexibilisierung des Arbeitszeitrechts erhöhen soll. Im Kern geht es darum, die gesetzlich verankerte tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Obergrenze zu ersetzen. Der Verband beruft sich dabei auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie, die einen solchen Rahmen bereits vorsieht.

„Der Frust über das starre Arbeitszeitgesetz ist riesig“, betont Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Eine tägliche Höchstarbeitszeit von acht beziehungsweise zehn Stunden passe nicht zu einer Branche mit Veranstaltungen, Saisonspitzen und Beschäftigten, die an einzelnen Tagen länger arbeiten und dafür an anderen Tagen kürzer oder gar nicht im Einsatz sein wollten.

Keine Mehrarbeit, sondern andere Verteilung

Zöllick betont, dass es nicht um mehr Arbeit gehe, sondern um eine bessere Verteilung. Er verweist zudem darauf, dass Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vereinbart hätten. „Den Worten müssen jetzt konkrete Schritte folgen“, unterstreicht der Verbandspräsident. Bereits 13 EU-Staaten hätten flexible Arbeitszeitregelungen.

Fakten, Beispiele, Rückenwind aus Europa

Die Kampagne wird über eine eigene Plattform auf der Dehoga-Website sowie über Social-Media-Kanäle unter dem Hashtag #wochenarbeitszeitjetzt ausgespielt. Mit den Inhalten will der Verband faktenbasiert über Vorteile informieren, Vorurteile entkräften und Praxisbeispiele zeigen.

Der Dehoga ruft weitere Betriebe und Mitarbeitende auf, sich an der Kampagne zu beteiligen – entweder über die jeweiligen Landesverbände oder direkt beim Bundesverband. Zöllick formuliert den Anspruch so: „Jede zusätzliche Stimme erhöht die Sichtbarkeit und den politischen Handlungsdruck. Jetzt ist die Zeit für moderne Regeln. Jetzt ist die Zeit für die Wochenarbeitszeit.“ red/sar