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StartBusiness & ManagementDehoga-Spendenaktion: Fast 600.000 Euro für Hochwasseropfer in Hotellerie und Gastronomie

Dehoga-SpendenaktionFast 600.000 Euro für Hochwasseropfer in Hotellerie und Gastronomie

Mit einer deutschlandweiten Spendenaktion hatte der Dehoga alle Hoteliers, Gastronomen und Partner der Branche zur Solidarität mit den gastgewerblichen Unternehmern aufgerufen, die von der Flutkatastrophe im Sommer 2021 betroffen waren. Fast 600.000 Euro konnten bislang gesammelt werden.

„Das Jahrhundert-Hochwasser bedeutete für viele Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Katastrophe nicht gekannten Ausmaßes – und das nach den kräftezehrenden Pandemie-Monaten“, sagt Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes. Hoteliers und Gastronomen hätten in den Fluten geliebte Menschen verloren, ihre Betriebe und Häuser seien zerstört, ganze touristische Strukturen vernichtet. „Die Auswirkungen sind verheerend. Noch immer wissen viele Unternehmer nicht, wie es weitergeht. Umso dankbarer sind wir für die große Resonanz auf unsere Spendenaktion und die damit gezeigte Solidarität und Hilfsbereitschaft der Branche und ihrer Partner.“  

Fast 600.000 Euro an Spenden eingegangen

Auf dem Spendenkonto des 2002 gegründeten Vereins zur Unterstützung der Opfer von Naturkatastrophen Dehoga e.V. sind unter dem Stichwort „Flutopferhilfe Gastgewerbe“ bislang 591.080,79 Euro (Stand 15. Oktober) eingegangen. „Im Namen der von der Flutkatastrophe betroffenen Hoteliers und Gastronomen gilt unser großes Dankeschön den 496 Spendern aus dem Gastgewerbe und der Zulieferindustrie.“

Stellvertretend für alle Spender hob Zöllick das Engagement der Metro und der One Foundation, eine Stiftung der Motel One Group, hervor. Von der Metro seien 200.000,00 Euro und von der One Foundation 100.000,00 Euro auf das Spendenkonto eingezahlt worden.

„Die lokale Gastronomie ist nach zwei harten Corona-Lockdowns durch die Flutkatastrophe erneut schwer getroffen. Es ist uns ein Herzensanliegen, einen Beitrag für den Wiederaufbau der Branche zu leisten. Der Dehoga Fonds ist ein enorm wichtiges Instrument für pragmatische, finanzielle Hilfe für das Gastgewerbe – zugleich sendet er das Signal eines starken Rückhalts an die betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmer“, sagt Volker Schlinge, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Metro Deutschland.

„Mir hat besonders imponiert, welche Kräfte in der Branche trotz der Corona-Pandemie unmittelbar nach der Katastrophe aber auch jetzt noch freigesetzt wurden, um Betroffenen aus der Bevölkerung und der Branche mit Essen, einem Dach über dem Kopf, Sach-, aber auch Geldspenden zur Seite zu stehen. Jetzt geht es darum, wieder eine Perspektive zu schaffen. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir jetzt mit Geldern aus der DEHOGA-Spendenaktion weiter individuell unterstützen und einen kleinen Beitrag hierzu leisten können“, betont Patrick Rothkopf, Präsidiumsmitglied im Dehoga Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender im Kreis Euskirchen, einem der am meisten betroffenen Landkreise in Deutschland, anlässlich einer Presseveranstaltung in Bad Münstereifel.

Aktion „Kollegen helfen Kollegen“

Gereon Haumann, Präsident des Dehoga Rheinland- Pfalz, erklärt: „Die Flutkatastrophe am 14. Juli 2021 hat Deutschland, hat Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hart getroffen. Das Schlimmste: 189 Menschen haben ihr Leben verloren, davon 142 in Rheinland-Pfalz; unfassbares Leid ist damit über viele Familien gekommen. Dieses Leid ist nicht wieder gut zu machen. Was wir tun können, ist den Menschen beim Verlust von Hab und Gut zu helfen.“

Mit der Aktion ,Kollegen helfen Kollegen´ hätten viele Kollegen, auch viele Mitarbeiter Sach- und Geldspenden in kürzester Zeit gesammelt und dem Dehoga zur Unterstützung der gastgewerblichen Betriebe zur Verfügung gestellt. „Wir sind wirklich tief bewegt von dieser überwältigenden Hilfsbereitschaft aus und für die Gastgewerbebranche, ebenso aus der gesamten Bevölkerung. Damit werden wir in die Lage versetzt, denjenigen, die ad hoc Hilfe benötigen, auch diejenigen, die trotz staatlicher Hilfsprogramme in akute Not geraten sind, zu helfen. Unser klares Versprechen: Wir lassen keinen der betroffenen Kollegen allein. Wir helfen dank der Spenden und – das ist mir persönlich auch ganz wichtig – wir stehen den Kollegen auch weit über die nächsten Wochen und Monate – mit Rat und Tat zur Seite“, Haumann weiter.

Anträge auf Spendenhilfe können von betroffenen Gastronomen und Hoteliers noch bis 30. November beim Verein zur Unterstützung der Opfer von Naturkatastrophen (im Dehoga) e.V. gestellt werden. Ebenso können weiterhin Spenden auf das Konto des Vereins zur Unterstützung der Opfer von Naturkatastrophen DEHOGA e.V. unter dem Stichwort „Flutopferhilfe Gastgewerbe“ geleistet werden (IBAN: DE58 1005 0000 0013 2222 44, BIC: BELADEBEXXX).

Flutgeschädigtes Ahrtal soll touristische Topregion werden

Das von Hochwasser stark betroffene Ahrtal mit Hunderten beschädigten oder zerstörten Hotels und Gaststätten soll nach Ansicht ihres Verbandes eine touristische Topregion werden. „An der Ahr muss die beste Touristendestination in Rheinland-Pfalz geschaffen werden“, sagte Haumann.

In dem bekannten Rotweingebiet gehe es um einen innovativen Aufbau von Hotels und Gaststätten mit erneuerbaren Energien und moderner Digitaltechnik, flankiert von E-Mobilität in der Umgebung. Das Ahrtal müsse eine Modellregion werden. Mit Blick auch auf die Lage vieler Touristikbetriebe direkt an dem malerischen Nebenfluss des Rheins forderte Haumann für die Zukunft den „weltbesten Hochwasserschutz“.

Nach Angaben des Verbandes Ahrtal-Tourismus waren von den rund 600 touristischen Betrieben in dem engen Flusstal 75 bis 80 Prozent von der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli betroffen. Viele sind inzwischen entkernt worden und gleichen teils einem Rohbau. Laut dem Verband Ahrtal-Tourismus wollen rund zehn Prozent der Hotels und Gaststätten nicht wieder öffnen.

Mit Blick auf die Politik und das Ahrtal ergänzte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbandes, es müsse Druck gemacht werden, „dass man nicht so lange von der Landkarte verschwunden ist“ – der Tourismus sollte hier „schnell und gründlich“ wieder angekurbelt werden. Haumann sagte, zudem hätten auch unbeschädigte Hotels in der Ahrregion und sogar in anderen Gebieten des Landes „bis in die Pfalz hinunter“ nach der Wasserflut eine Flut von Stornierungen erlebt – wegen geografisch falscher Annahmen von Touristen.

Der Dehoga-Landeschef erläuterte, bislang hätten dankenswerterweise Tausende freiwilliger Helfer Hoteliers und Gastronomen im Ahrtal beim Entkernen ihrer Betriebe geholfen. Beim künftigen Wiederaufbau seien aber professionelle Firmen gefragt. Der bundesweite Fachkräfte- und Baustoffmangel mache diese neue Phase nicht einfacher.

Hotel Villa Aurora

Der Inhaber des Hotels Villa Aurora, Christian Lindner, sagte, sein Familienbetrieb in vierter Generation hoffe, bis Weihnachten 2022 wiedereröffnen zu können. Noch müssten in den historischen Gebäuden – drei verbundene Villen – lange die Bautrockner laufen, weil bei zu frühem Wiederaufbau Schimmel und damit erneute Entkernung drohten.

Auch Lindner betonte, wie wichtig künftig ein hervorragender Hochwasserschutz sei. Die Gäste dürften keine Angst bei Starkregen haben. Auch wenn Experten angesichts des Klimawandels mehr Überschwemmungen in Mittelgebirgen voraussagen, zeigte sich Lindner nicht allzu besorgt: Das vorletzte wirklich extreme Hochwasser im Ahrtal sei bereits 111 Jahre her. dpa

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