Hotelmarkt DeutschlandDehoga prognostiziert mäßiges Wachstum

Einer aktuellen Erhebung zufolge bewerten Hoteliers und Gastronomen ihre Geschäftslage besser als im Vorjahr – treibende Wachstumskraft ist dabei der private Konsum. Immer mehr Probleme sieht der Verband derweil bei der Personalgewinnung – ein Imageproblem will Ernst Fischer aber nicht erkennen.

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„Ein Märchen ist es jedenfalls, dass junge Menschen nicht in unsere Branche wollen. Im Gegenteil: Seit Jahren gehören Koch und Hotelfach in die Top 20 der beliebtesten Ausbildungsberufe”, so der Dehoga-Präsident. Letzterer Fakt ist unbestritten, nichtsdestotrotz gibt es gerade beim Berufsbild des Kochs klare Tendenzen. Hier hat sich die Zahl der Lehrlinge in den vergangenen acht Jahren fast halbiert. Zählte der Dehoga 2006 noch 42.857 Ausbildungsverträge, waren es im vergangenen Jahr lediglich 23.029.

Dass der “War for talents” generell immer schwieriger wird, steht außer Frage. Personalgewinnung nennen Hoteliers (32 Prozent) und Gastronomen (34 Prozent) als zentrales Problemfeld. Gerade, weil es aufgrund des demografischen Wandels immer weniger junge Menschen gibt, müssen Betriebe im Wettbewerb zunehmend Azubis einstellen, die sie früher nicht genommen hätten. „Das macht das Risiko von Fluktuation und Vertragslösungen nicht geringer“, so Ernst Fischer.

Mindestlohn versus Azubivergütung

„Gerade mit Blick auf die Situation der dualen Ausbildung ist der geplante Mindestlohn ab 18 Jahren eine klare Fehlentscheidung“, so Ernst Fischer. Mindestlohn versus Azubivergütung – diese Konkurrenz darf es nicht geben. Wenn einfachste, ungelernte Tätigkeiten mit mehr als 1.400 Euro pro Monat entlohnt werden, gibt es einen starken Fehlanreiz, sich eben nicht für eine Ausbildung mit ein paar Hundert Euro Ausbildungsvergütung zu entscheiden. Der DEHOGA fordert deshalb, dass der Mindestlohn für Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss oder Studium erst ab frühestens 23 Jahren, besser ab 25 Jahren, gilt.

Konjunktur stabil

Die Hotellerie bewertet ihre Geschäftslage im Winter 2013/14 besser als im Vorjahr: 36,0 Prozent der Befragten (Vorjahr 26,4 Prozent) berichten von einer guten, 42,6 Prozent (Vorjahr 43,3 Prozent) von einer befriedigenden Geschäftslage. 64,4 Prozent der Betriebe (Vorjahr 54,0 Prozent) konnten ihren Umsatz erhöhen bzw. stabil halten. Insgesamt bleibt die Ertragslage aber angespannt: Steigende Energie- und Betriebskosten sowie wenig Spielraum bei der Preisgestaltung führten bei 45,6 Prozent der Unternehmen (Vorjahr 53,5 Prozent) zu sinkenden Erträgen.

Auch die Gastronomie blickt positiver auf das Winterhalbjahr zurück als im Vorjahr: 35,7 Prozent der Befragten (Vorjahr 21,6 Prozent) berichten von einer guten, 44,9 Prozent (Vorjahr 45,9 Prozent) von einer befriedigenden Geschäftslage. 66,4 Prozent der Unternehmen (Vorjahr 52,5 Prozent) konnten ihre Umsätze stabil halten oder ausbauen. Auch hier haben Kosten und starker Preisdruck allerdings dafür gesorgt, dass die Erträge bei 43,7 Prozent (Vorjahr 54,4 Prozent) der Befragten gesunken sind.

Während Küstenregionen und der Städtetourismus vom milden Winter 2013/2014 profitierten, verzeichneten die klassischen Wintersportregionen der Alpen und Mittelgebirge einen Gästerückgang. Insgesamt nennen Hotellerie (55 Prozent) und Gastronomie (54 Prozent) weiterhin die steigenden Energiekosten mit Abstand als größtes Hauptproblemfeld.

In ihrem Ausblick geben sich Hotellerie und Gastronomie dennoch optimistisch: 84,3 Prozent der Hoteliers (Vorjahr 80,6 Prozent) und 80,1 Prozent der Gastronomen (Vorjahr 78,7 Prozent) erwarten gleichbleibende oder bessere Geschäfte. Gerade die Gastronomie erhofft sich mit Blick auf die gute Konsumlaune, die Wetterlage sowie die bevorstehende Fußball-WM ein gutes Sommergeschäft. Der DEHOGA Bundesverband geht daher von einem nominalen Umsatzplus von 1,5 Prozent für das Gastgewerbe im Gesamtjahr 2014 aus.

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