David Chipperfield Architects mit alternativem Hotel-Kleiderschrank

Der Hotelschrank "The Butler" von David Chipperfild Architects soll das ein- und ausräumen so angenehm wie möglich machen. (Bild: Wolfram Scheible)

David Cipperfield Architects habe eine Alternative zum traditionellen Kleiderschrank entwickelt. Er komme dem Wunsch von Hotelgästen nach individuell anpassbaren Angeboten entgegen. Kofferinhalte sollen sich damit so angenehm und einfach ein- und auspacken lassen wie möglich.

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Hotelgäste suchen individuell anpassbare Angebote und schnelle und reibungslose Abläufe. Das hat die FutureHotel Gastbefragung 2014 des Fraunhofer Instituts zu den Anforderungen von Gästen an das Hotel der Zukunft ergeben. Geradezu ideal für diese Bedürfnisse geeignet sei das neue Design-Möbelstück des Unternehmens, das in Zusammenarbeit mit dem American Hardwood Export Council (AHEC) und dem Büro e15 entstand. „The Butler“ sei ein Hotelmöbel aus amerikanischer Weide, das zur Salone del Mobile in Mailand im Rahmen der Wallpaper* „Handmade“-Ausstellung erstmal präsentiert wurde.

Zu einer gelungenen Reise gehöre nicht zuletzt die Zufriedenheit mit dem Hotel, so das Unternehmen. Immer wichtiger werde den Reisenden dabei die Möglichkeit, ihren Aufenthalt individuell gestalten zu können. Mit den Partnern David Chipperfield Architects in London und e15 in Frankfurt habe der American Hardwood Export Council (AHEC) ein typisches Hotelmöbelstück neu erfunden – Kleiderschrank und Kofferablage. Anvisiert wurde ein maßgeschneidertes Möbel, das dem Reisenden hilft, seine Habe in Ruhe auszupacken und sicher zu stellen, dass er später nichts im Zimmer vergisst.

Schrank aus Massivholz

Das „Wallpaper Magazin“ hatte das Studio David Chipperfield Architects eingeladen, eine Alternative für den traditionellen Hotelkleiderschrank und die Kommode zu entwickeln. Ein Objekt, das zum Wallpaper „Handmade“ Thema für 2016 passt: Reisen und das konzeptionelle Wallpaper-Hotel. Das Büro David Chipperfield Architects entwickelte das Möbelstück und beauftragte die Möbelbauer von e15, die einen Großteil der vom Architekturstudio gestalteten Möbel herstellen, mit der Ausführung. e15 gehörte zu den ersten Unternehmen der Branche, die Massivholz in seiner reinsten Form verwenden. Für The Butler fiel die Wahl auf amerikanisches Weidenholz (AHEC).

Die Idee basiere auf den Erfahrungswerten des Wallpaper-Teams, das häufig auf Reisen sei: In den Hotelzimmern werden die Koffer selten ganz ausgepackt, und auch die Standard- Kleiderschränke und Kofferablagen werden kaum genutzt. Wallpaper beauftragte David Chipperfield Architects, eine zeitgemäße Interpretation einer Kreuzung aus Stummer Diener und Sideboard zu konzipieren mit dem Ziel, die Raumerfahrung im Hotel neu zu definieren und das Kofferauspacken und Wiedereinpacken so mühelos und angenehm wie möglich zu gestalten.

„Ein- und Auspacken so einfach wie möglich gestalten“

Dazu äußert sich David Chipperfield: „In den meisten Hotels stehen schlecht gestaltete Kleiderschränke und Kommoden. Sie sind falsch organisiert, und daher ist das Kofferauspacken nicht besonders erfreulich. Hinter ‚The Butler‘ steckt die Idee, ein Möbel zu erfinden, mit dem das Kofferauspacken im Hotelzimmer zu einem angenehmen Erlebnis wird.“

„Wir haben hier zum ersten Mal mit amerikanischer Weide gearbeitet. Das Holz ist viel weicher als die von e15 primär verarbeitete europäische Eiche. Aber wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, erläutert Jan Philip Holler, Senior Product Designer bei e15, der an dem Projekt beteiligt war. „Erstklassige handwerkliche Verarbeitung steht bei uns im Mittelpunkt. So zählen einige konstruktive Details zu den wichtigen Merkmalen des Möbels, zum Beispiel eine Lücke auf der Rückseite, sodass sich das Holz im Lauf der Zeit ausdehnen bzw. schrumpfen kann. Amerikanische Weide als Hauptwerkstoff wurde mit gebürstetem Messing, vegetabil gegerbtem Leder und weißem Carrara-Marmor kombiniert, um eine attraktive Materialmischung zu erzielen. Durch dieses Zusammenspiel reiner Werkstoffe entstand ein verblüffender Kontrast mit dem reduzierten architektonischen Design des ‚Butler‘.“

David Venables, European Director des American Hardwood Export Council, erzählt: „Wir haben bei diesem Projekt zum fünften Mal an der innovativen „Handmade“-Ausstellung von Wallpaper* mitgearbeitet. Sie haben sich für uns als eine exzellente Plattform erwiesen, um mit unseren Holzarten zu experimentieren und mit einigen großartigen Designern zu arbeiten. Es hat sich wirklich gelohnt, zusammen mit einem Weltklassearchitekten wie David Chipperfield eine relativ unbekannte amerikanische Laubholzart, nämlich Weide, genauer unter die Lupe zu nehmen.“

 

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