Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartBusiness & ManagementCoronakrise: Mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene - Das gilt seit Sonntag

CoronakriseMehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene - Das gilt seit Sonntag

Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und strenge Quarantäneregeln: Diese Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten in Deutschland für Geimpfte und Genesene seit Sonntag nicht mehr. Die von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Verordnung wurde am Samstag wie angekündigt im Bundesanzeiger veröffentlicht und trat damit ab Mitternacht in Kraft. Was bedeutet das? Ein Überblick.

Welche Regeln gelten seit Sonntag für Geimpfte und Genesene?

(Stand: 10.05.2021, 10 Uhr) Vollständig Geimpfte und genesene Menschen sind mit Inkrafttreten der Verordnung von den bislang geltenden Kontaktbeschränkungen befreit. Das bedeutet: Sie dürfen sich im privaten Rahmen ohne Einschränkungen mit anderen Geimpften und Genesenen treffen. Bei Treffen mit Ungeimpften, etwa im Familien- oder Freundeskreis, zählen Geimpfte oder Genesene laut Verordnung künftig nicht dazu.

Für die beiden Gruppen gelten seit Sonntag, 09. Mai 2021, die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nicht mehr. Nach Reisen müssen vollständig Geimpfte und genesene Menschen nur noch in Ausnahmefällen in Quarantäne – etwa, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet einreisen.

Geimpfte und genesene Menschen werden zudem den Negativ-Getesteten gleichgestellt. Das heißt, sie müssen sich vor einem Friseurbesuch oder dem Termin-Shopping nicht mehr auf das Coronavirus testen lassen. Die Pflicht zum Tragen einer Maske an bestimmten Orten sowie das Abstandsgebot im öffentlichen Raum gelten aber weiterhin.

Wer gilt als geimpft?

Als geimpft gelten alle Menschen, die den vollen Impfschutz erreicht haben. Laut Verordnung ist dies der Fall, wenn nach der letzten erforderlichen Einzelimpfung – in der Regel nach der zweiten Impfspritze – mindestens 14 Tage vergangen sind. Die geimpfte Person muss als Beleg einen Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch vorlegen können.

Wie lange der Impfschutz anhält, lässt sich bislang nicht sagen. Dass später zusätzliche Impfungen nötig sein könnten – etwa wegen weiterer Virus-Varianten – ist nicht ausgeschlossen.

Wer gilt als genesen?

Als genesen gelten laut Verordnung diejenigen Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben – und dies mit einem positiven PCR-Labortest nachweisen können, der mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate alt ist.

Menschen, deren Erkrankung länger als sechs Monate zurückliegt, gelten im Sinn der Verordnung nicht als genesen. Der Grund: Zwar bildet das Immunsystem entsprechende Antikörper aus, diese verschwinden aber nach einer gewissen Zeit wieder. Diesen Menschen wird zum Verstärken der Immunantwort eine Schutzimpfung empfohlen. Diese sollte laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) frühestens sechs Monate nach der Genesung erwogen werden.

Gibt es nun eine Impfpflicht?

Nein, die Corona-Impfung ist freiwillig. Allerdings hofft die Bundesregierung, dass sich möglichst schnell viele Menschen impfen lassen. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) erinnerte am Mittwoch daran, dass Schwangere und Kinder noch gar nicht geimpft werden könnten. „Wir sollten in den nächsten Wochen eine so klare Politik machen und die Infektionszahlen so stark reduzieren, dass es sowohl für Kinder als auch für Schwangere, nämlich für die Gesamtbevölkerung als solches, kein großes Ansteckungsrisiko mehr gibt, wenn sie Kontakte haben“, sagte Braun.

Die AfD bezeichnete die Erleichterungen für Geimpfte und Genesene bei der Debatte im Bundestag am Donnerstag hingegen als „Impfpflicht durch die Hintertür“. Ungeimpfte würden diskriminiert und Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt, sagte der AfD-Abgeordnete Ulrich Oehme.

Wie geht es weiter?

Bis man weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten könne, müsse der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung deutlich über 80 Prozent liegen, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler am Freitag. Auch dann werde es noch Infektionen geben, aber keine Wellen. Er mahnte zu Vorsicht. „Zügig impfen, kontrolliert öffnen“, sagte Wieler.

Angesichts weiter gesunkener Infektionszahlen warnte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor Sorglosigkeit und zu schnellen Öffnungen. Der Abwärtstrend bei den Infektionszahlen müsse verstetigt und ein Wiederanstieg verhindert werden. „Das geht aber nicht mit vorschnellen Lockerungen. Zu viele öffnen gerade ziemlich viel bei relativ hoher Ausgangsinzidenz“, warnte Spahn. Lockerungen sollte es vorrangig draußen geben, etwa in der Gastronomie oder bei kulturellen Veranstaltungen und abgesichert mit Tests.

Den Start eines digitalen Impfausweises stellte er für den Sommer in Aussicht. Einen solchen Impfpass werde es in Deutschland „in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals“, also spätestens Ende Juni, geben. Das Dokument sei kompatibel mit den Standards der EU-Nachbarn. Der Impfpass auf Papier gelte aber weiterhin.

Testlauf für elektronischen Corona-Impfpass beginnt in Thüringen

(Update 10.05.2021, 13 Uhr) Wer in Thüringen gegen Covid-19 geimpft ist, soll bereits in dieser Woche zusätzlich zum Eintrag im gelben Impfausweis einen elektronischen Nachweis dafür erhalten. Von Mittwoch an solle das entsprechende Zertifikat über das Terminvergabeportal www.impfen-thueringen.de abrufbar sein, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Montag mit. Damit beginnt ein Pilotprojekt zum bundesweit geplanten elektronischen Impfausweis, an dem neben Thüringen auch Brandenburg beteiligt ist. Thüringen leiste damit einen großen und wichtigen Schritt, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke).

Den Nachweis erhalten können all jene Menschen, die sich in den 29 regionalen Impfstellen und den größeren Impfzentren in Gera, Erfurt und Meiningen gegen Covid-19 immunisieren lassen, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz. Das von der KV in Zusammenarbeit mit einem Softwareanbieter entwickelte Zertifikat kann Mertz zufolge per QR-Code auf dem Smartphone ausgelesen werden, es lässt sich aber auch ausdrucken. Der QR-Code führt auf das KV-Impfportal mit den Daten der Geimpften und dem Datum ihrer Impfungen. Das Zertifikat soll fälschungssicher sein. Es gilt nur in Verbindung mit dem Personalausweis.

Neben frisch Geimpften können sich auch Menschen, deren zweite Impfung bereits länger zurückliegt, ein Zertifikat herunterladen oder es sich per Post von der KV schicken lassen. Für in den Arztpraxen gegen Covid-19 geimpfte Menschen, die ihre Impftermine nicht über das Vergabeportal vereinbaren, gibt es den elektronischen Nachweis zusätzlich zum Eintrag in den gelben Impfausweis vorerst noch nicht. „Aber der elektronische Nachweis wird sicher Standard werden“, sagte die KV-Vorsitzende Annette Rommel.

Thüringen ist das Bundesland mit dem höchsten Bevölkerungsanteil vollständig gegen Covid-19 geimpfter Menschen. Bis zum Montag hatten 13,6 Prozent der Bevölkerung – rund 290.000 Menschen – bereits ihre zweite Spritze erhalten. Etwa 30 Prozent oder rund 638.000 Menschen haben die erste Impfung bekommen. dpa

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link