Coronahilfe-Notpaket: Tourismusverbände fordern Nachbesserung

„Regelungslücke“ im Nothilfepaket für Unternehmen mit 11 bis 249 Arbeitnehmern: Der Deutsche Reiseverband hat zusammen mit 28 Branchenverbänden einen energischen Appell an die Bundeskanzlerin und weitere Minister gerichtet. Otto Lindner (IHA) betonte gegenüber Tophotel, dass man nicht müde werden wird, schnelles Geld und direkte Zuschüsse für unverschuldet notleidenden Hotels zu fordern.

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In dem Schreiben an die Bundeskanzlerin werden zwar die bisher verabschiedeten Maßnahmen der Bundesregierung begrüßt. Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, nach dem aufgrund der Coronakrise nach Möglichkeit keine Unternehmen und Arbeitsplätze verloren gehen sollen, müssen weitere Maßnahmen schnellstmöglich getroffen werden. Insbesondere der touristische Mittelstand mit zwischen 11 und 249 Mitarbeitern von keiner der Hilfsmaßnahmen ausgenommen werden darf. Denn gerade diese Unternehmen würden im Nachgang der Krise gebraucht und maßgeblich helfen, schnellstmöglich wieder zum Normalzustand zurückzukehren. Diese „Regelungslücke“ im Nothilfepaket für Unternehmen mit 11 – 249 Arbeitnehmern muss dringend geschlossen werden.

„Wenn die Bundesregierung die Reisewirtschaft in ihrer bestehenden Form erhalten will, brauchen wir Lösungen, die auf die Branche zugeschnitten sind.”
DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Die Forderungen des DRV

Die Aufwendungen für Stornierungen von Reisen wegen der weltweiten Reisewarnung sollten mit einer schnellen und unbürokratischen Beihilfe ausgeglichen werden.

Außerdem müssen Liquiditätshilfemaßnahmen, die mit Hilfe der KFW-Kredite erfolgen sollen, auf eine staatliche Haftungsfreistellung von nahezu 100% gehoben werden. Denn häufig scheitert die Kreditvergabe an schlechten Branchenratings und der unsicheren Fortführungsaussichten der Branche und damit an der mangelnden Bereitschaft der Banken anteilig Kreditrisiken zu übernehmen.

Aufgrund der erhebliche Engpässe in der Bearbeitung der Anträge und um die Auswirkungen auf die massiv angespannte Liquiditätslage abzumildern, sollten umgehend unbürokratische Abschlagzahlungen schon Ende März/Anfang April geleistet werden.

Letztlich hält es die Branche darüber hinaus für zwingend notwendig, den Barauszahlungsanspruch der Kundengelder bei gebuchten Reisen in eine Gutscheinlösung oder eine Notfonds-Lösung zu ersetzen, um Liquidität in den durch die Krise angeschlagenen Unternehmen zu halten.

Otto Lindner: “Werden nicht müde werden, schnelles Geld und direkte Zuschüsse für unsere unverschuldet notleidenden Mitglieder zu fordern”

Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA), erklärte bereits gestern gegenüber Tophotel, dass es seitens der Politik nicht am guten Willen zu mangeln scheint, aber:„Die Probleme liegen in der Mechanik des Instrumentenkastens und der strukturbedingten Durchsetzung in die ‚Mühen der unteren Ebenen‘. Wir werden daher nicht müde werden, schnelles Geld und direkte Zuschüsse für unsere unverschuldet notleidenden Mitglieder zu fordern – und der Politik immer und immer wieder das Feedback von der Basis zu geben. Es darf nicht sein, dass die Hotellerie in Deutschland hoch verschuldet aus der Krise herauskommt und dann über lange Jahre nur für die Rückzahlung der Hilfen arbeiten muss!“

 

 

 

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