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Neuer Corona-BeschlussKein Extra-Test nach Booster

Bund und Länder haben bei der gestrigen Sitzung erste Erleichterungen für dreifach Geimpfte beschlossen. Das soll auch die Booster-Kampagne voranbringen. Doch nun erklärt der Bund: Noch ist nicht ausreichend Impfstoff da.

Für Geimpfte mit Booster-Auffrischimpfung sollen zusätzliche Tests bei Corona-Zugangsregeln vorerst weitgehend wegfallen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag, den 14. Dezember, nachdem einige Länder bereits so vorgehen. Bundesminister Karl Lauterbach rechtfertigte den Wegfall von Extra-Tests für dreifach Geimpfte noch vor der Bund-Länder-Runde in Berlin. „Der Verzicht auf die Testung von Geboosterten macht epidemiologisch Sinn“, sagte er. Mit einer Auffrischimpfung habe man nur noch ein geringes Risiko, sich zu infizieren – und ein noch geringeres, dass man für andere ansteckend sei.

Konkret geht es dabei um Corona-Regeln nach dem Modell 2G plus – also, wenn bei Zugang nur für Geimpfte und Genesene (2G) zusätzlich ein Test verlangt wird. 2G gilt nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen etwa für Gaststätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen – ergänzend können auch noch 2G-plus-Vorgaben dazu kommen. Wie der Vorsitzende der Länderminister, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, erläuterte, könne eine Befreiung 15 Tage nach der Booster-Impfung greifen. Allerdings soll bei medizinischen und Pflege-Einrichtungen zum Schutz der dort besonders verwundbaren Menschen weiter auch von Geboosterten zusätzlich ein Test verlangt werden, wie es im Beschluss heißt. Daneben sollen die Erleichterungen beim Zugang nach dem Modell 2G plus spätestens nach zwei Monaten überprüft werden.

Kritik an Test-Erleichterungen

An den Test-Erleichterungen wurde jedoch Kritik laut. „Eine solche Maßnahme würde dazu beitragen, dass die Omikron-Welle sogar früher kommt“, sagte der Generalsekretär der Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der dpa, vor den Beschlüssen. „Wenn wir die Testpflicht jetzt lockern, sehe ich die Gefahr, dass Omikron gerade geboosterte Personen infiziert, die sich aber nie testen lassen müssen, und die dann das Virus munter verbreiten.“

Lauterbach konterte in der ARD: Wenn Omikron in Deutschland Fuß fassen würde, müsse man an den Beschluss erneut heran. Daher sei er auf zwei Monate begrenzt. Für die jetzige Delta-Welle gebe es nun aber mehr Anreize für Booster-Impfungen – und die seien, das wichtigste Instrument, eine Omokron-Welle zu bekämpfen. Die verstärkende dritte Spritze soll in der Regel fünf bis sechs Monate nach einer vollständigen Grundimmunisierung gegeben werden.

Impfstoffmangel

Problematisch dürfte aber dabei sein, dass nach Angaben von Lauterbach für die weitere Booster-Kampagne Anfang 2022 genug Impfstoff fehlt. „Wir haben einen Impfstoffmangel für das erste Quartal“, sagte der SPD-Politiker den ARD-Tagesthemen am Dienstagabend. Dies habe in einer jetzt vorgenommenen Inventur viele überrascht. „Mich auch.“ Lauterbach arbeitet nach eigenen Worten bereits daran, den Mangel zu beseitigen. „Ich hoffe, dass ich da in den nächsten Tagen eine positive Botschaft übermitteln kann.“ Bemühungen liefen über alle Kanäle, auch direkt zu Unternehmen, es müsse alles EU-konform sein. „Wir müssen hier Geschwindigkeit gewinnen.“ Holetschek sagte, die Länder hätten den Bund bestärkt, alle Hebel in Bewegung zu setzen.

Weitere Einschränkungen an Weihnachten?

Daneben nahm der von der neuen Bundesregierung eingesetzte Corona-Expertenrat am Dienstag die Arbeit auf. Lauterbach erwartet eine erste Stellungnahme zu Omikron noch vor Weihnachten. „Das wird die Grundlage wichtiger Entscheidungen sein, die wir im Bezug auf Omikron zu treffen haben.“ Dem Gremium gehören Wissenschaftler, Kinderärzte sowie Bildungsforscher an. Die Variante bereite wegen seiner besonders schnellen Ausbreitung Sorgen.

Mit Blick auf mögliche weitere Einschränkungen an Weihnachten hatte Kanzler Olaf Scholz (SPD) nach der jüngsten Bund-Länder-Spitzenrunde gesagt, man wolle wissenschaftliche Expertise einholen und dann schauen, ob die Maßnahmen ausreichten. Notfalls würden kurzfristig auch weitere Entscheidungen auf die Tagesordnung kommen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte in München: „Wir brauchen für Omikron einheitliche nationale Regeln.“ Sofern keine Ministerpräsidentenkonferenz mehr vor Weihnachten möglich sei, halte er eine Terminansetzung „sehr früh im Januar“ für wichtig.

Lauterbach sagte mit Blick auf einen Eintrag der Omikron-Variante durch Reisende aus Virusvariantengebieten, er könnte einer Regelung nähertreten, „die eine PCR-Testung nach Einreise obligatorisch vorsieht“. Es könne sein, dass der eine oder andere PCR-Test von vor der Abreise seine Gültigkeit verloren habe.

Die Corona-Lage in Deutschland

Unterdessen ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz auf 375 gemeldete Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gesunken. Es gab 30.823 registrierte neue Fälle sowie 473 Todesfälle binnen 24 Stunden. Knapp 700.000 Menschen wurden am Montag gegen das Coronavirus geimpft – ganz überwiegend waren das Auffrischimpfungen. Den vollständigen Impfschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben laut Robert Koch-Institut (RKI) nun mindestens 57,9 Millionen Menschen oder 69,7 Prozent der Bevölkerung. 20,5 Millionen (24,7 Prozent) sind den Angaben zufolge geboostert. dpa

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