CEO Rupert Simoner zur Entwicklung von Vienna House „Wir wurden vom Beifahrer zum Fahrer“

CEO Rupert Simoner (Bild: Vienna House)

Seit 30 Jahren auf dem Markt, seit drei Jahren als neues Unternehmen etabliert – Vienna House gehört zu den vielschichtigsten Playern der Branche. Und CEO Rupert Simoner zu den umtriebigsten Gestaltern. Ein Treffen in Wien.

Anzeige

„Vienna“ quasi als Qualitätsmerkmal, das nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vor allem in Osteuropa gefragt sein könnte. Darum ging es den Gründern 1989, als sie die Vienna International Hotelmanagementgesellschaft – kurz: VI – aus der Taufe hoben. Das Ziel der Eigentümer: mithilfe der österreichischen Hotelexpertise außerhalb des Landes neue Unternehmen aufzubauen. Ein Haus in Wien gibt es tatsächlich bis heute nicht.
Als erstes Hotel von VI wurde in den 1990er-Jahren das Diplomat in Prag eröffnet, weitere Häuser in Tschechien, in der Slowakei und Polen folgten. Später kamen Hotels in Deutschland, Österreich, Frankreich und Kroatien hinzu – sowie der Launch der Marken Andel‘s und Angelo unter Beteiligung der Warimpex Gesellschaft. 2012 übernahm VI zudem die deutsche Arcadia Gruppe.

Das Vienna House Vung Tau an der Küste von Long Hai.

Das Hotelmanagementunternehmen hat sich solide und eher leise mit Stadt-, Resort- und Kongresshotels im Drei- und Viersternesegment zum größten seiner Art in Österreich entwickelt. 2014 luden die damaligen Eigentümer den heutigen CEO Rupert Simoner zum informellen Kaffee ein. Sie hatten den Kempinski-Mann bei den Verhandlungen rund um das Palais Hansen kennen- und schätzengelernt. Jetzt fragten ihn die Verantwortlichen geradeheraus, was er von Vienna International hielte und was er anders machen würde, wenn er könnte. „Ich war sehr unbedarft gegenüber Vienna International und konnte nicht sagen, wofür das Unternehmen steht – für mich die zentralste Frage überhaupt“, erinnert sich der markenaffine Hotelexperte. Also nahm er ein weißes Blatt, zeichnete ein neues Modell, erklärte, unterstrich, umkreiste – und erntete Beifall. Auch als er darauf drängte, dass das Unternehmen komplett auf den Kopf gestellt gehöre und viel zu investieren sei. Diese Zustimmung wiederum beeindruckte Rupert Simoner: „Dem Unternehmen ging es nicht schlecht, ein paar Jahre hätte es noch so laufen können“, sagt er. „Aber ich forderte hier das gesamte unternehmerische Risiko heraus.“

Rupert Simoner war angetan und voller Ideen. Frei gestalten zu dürfen – wann bekommt man schon die Chance, ein Unternehmen komplett neu zu erfinden? „Ich hatte ein gutes Gefühl, weil ich sofort einen individuellen Zugang zum Projekt hatte“, sagt er heute. „Zugleich passte die Zeit, weil der Markt bereits stark auf Individualkonzepte reagierte. Überhaupt ist die Hospitalitybranche gerade so spannend und kreativ wie nie.“

Anzeige