BundestagswahlAfD übernimmt Vorsitz von Tourismus-Ausschuss

Sebastian Münzenmaier von der AfD hat im Bundestag den Vorsitz des Tourismus-Ausschusses übernommen. Der 28-Jährige ist bereits seit Gründung der Partei 2013 Mitglied.

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Insgesamt sitzt die AfD nun drei Ausschüssen vor. Unter anderem auch dem wichtigen Haushaltsausschuss, der traditionell der größten Oppositionsfraktion zusteht – was die AfD im Falle einer erneuten Groko wäre. Zudem hat die Partei auch den Vorsitz für den Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Das berichtet der Tagesspiegel.

Sebastian Münzenmaier, dessen Titelbild im sozialen Netzwerk Facebook den Slogan trägt: »Nein zu den ‘Vereinigten Staaten von Europa`! Für ein freies Deutschland«, schreibt anlässlich der Entwicklungen auf seiner Profilseite: »Ich werde das Amt natürlich mit der gebotenen Neutralität ausüben.« Als Vorsitzender des Ausschusses wolle er über parteipolitische Grenzen hinweg zum Wohle der Tourismusbranche und ihrer Beschäftigten wirken.

Seine Vergangenheit könnte allerdings noch für Diskussionen sorgen. Wie der Stern berichtet, wurde Münzenmaier vom Mainzer Amtsgericht zu einer noch nicht rechtskräftig gewordenen Bewährungsstrafe verurteilt. Nach Ansicht des Gerichts hatte der Fußballfan einen Anhänger des FSV Mainz angegriffen. Vor seinem Beitritt zur AfD war Münzenmaier, wie unter anderem der SWR berichtet, Mitglied in der islamfeindlichen Partei »Die Freiheit« gewesen, welche bereits ins Visier der Verfassungsschützer geraten war.

Die neuen Entwicklungen sieht Guido Zeitler, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), mit großer Sorge. Das geht aus einer Pressemitteilung der NGG hervor. Münzenmaier sei aufgrund seiner politischen Vorgeschichte ein denkbar ungeeigneter Kandidat für den Vorsitz eines solch wichtigen Ausschusses. »Die Tourismusbranche einschließlich des Gastgewerbes ist weltoffen, gastfreundlich und vielfältig. Insbesondere im Gastgewerbe erleben wir täglich das gute Miteinander der Gäste und Beschäftigten aus unterschiedlichsten Kulturkreisen. Kaum eine andere Branche in der Bundesrepublik ist internationaler und multikultureller. Die Politik und die Aussagen der AfD stehen hierzu oft im krassen Gegensatz.«

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