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StartBusiness & ManagementBuchungsanalyse: Wie wird der Winter 2021/2022 für die Hotellerie?

BuchungsanalyseWie wird der Winter 2021/2022 für die Hotellerie?

Im Mai 2021 stellte das Kurzreiseportal Kurz-mal-weg.de (KMW) eine erste Buchungsanalyse vor und wagte damit einen Ausblick auf den Sommer 2021. Im zweiten Teil der KMW-Analyse wirft das digitale Touristikunternehmen einen Blick zurück auf den Sommer und gibt eine Prognose für das Winterreiseinteresse 2021/ 2022.

Für Städtehotels sagte KMW auf Basis seiner Buchungsdaten eine positive Entwicklung voraus. Waren es zu Beginn des Sommers 2021 – getrieben durch klassische Jahresurlaubsbuchungen für das In- und nahegelegene Ausland – vor allem die Ferienhotels in klassischen Urlaubsdestinationen, dürfen sich nach KMW Angaben aktuell auch Stadthotels über eine Vielzahl an Buchungen freuen.

Trend zu Städtereisen

So sei der Buchungsanteil von Unterkünften in Klein- und Großstädten am Gesamtumsatz des Arrangement-Anbieters von 21 Prozent im Mai auf 44 Prozent im August geklettert. Im Vergleichszeitraum 2019 habe der Anteil an Buchungen noch bei 37 Prozent gelegen. Für den Winter 2021/2022 geht KMW weiterhin von einem hohen Anteil an Städtereisebuchungen aus. „Wir erkennen einen starken Trend hin zu Städtereisen. Die Menschen haben einen starken Nachholbedarf nach Kurzurlauben mit einem breiten Kultur- und Sightseeing-Charakter“, erklärt Stephan Kloss, Geschäftsführer von Kurz-mal-weg.de. Für Hotels in dieser Kategorie ergebe sich somit die Chance, von der nach wie vor starken Inlandsnachfrage zu profitieren und einen Teil des noch immer ausfallenden Corporate- und Mice-Businesses zu kompensieren.

Buchungsverhalten

In Hinblick auf die Vorausbuchungszeiten sagte KMW für den aktuellen Sommer ein uneinheitliches, in Abhängigkeit zum Infektionsgeschehen stehendes, Bild voraus. Während des letzten Winters und Frühjahrs durften sich Hotels noch über gut planbare Langfristbuchungen freuen, zuletzt überwogen aber Kurzfristbuchungen. So entschieden sich im Winter 2020/2021 noch rund 90 Prozent der Kunden dafür, ihren Urlaub mit 90 Tagen oder mehr Buchungsvorlauf zu buchen, im Mai waren es noch 45 Prozent und in den letzten Monaten nur noch rund acht Prozent. Die mit steigenden Inzidenzen verbundene Planungsunsicherheit führe aktuell vermehrt zu spontanen Buchungsentscheidungen, was für Hotels aber wiederum die Möglichkeit bietet, Kurzfristgeschäft zu generieren. KMW geht für den Winter 2021/2022 allerdings auch von einer erneuten Zunahme an Langfristbuchungen aus.

„Der Sommerurlaub wird traditionell langfristig gebucht, auf Grund des deutschlandweiten Tourismusbooms hat sich dieses Kundenverhalten während der bisherigen Pandemiezeit sogar noch verstärkt. Entsprechend gehen wir auch von einer erneuten Zunahme der Langfristbuchungen ab November aus“, sagt Stephan Kloss. „Anders als im letzten Winter rechnen wir allerdings damit, dass die Reisebeschränkungen auch für Ziele außerhalb Europas im kommenden Sommer abnehmen werden. Nach zwei Jahren Sommerurlaub in der Heimat, mit zuletzt durchwachsenem Wetter, wird die Nachfrage für den Inlandsurlaub im kommenden Jahr abnehmen. Die Fernreise wird dabei aber mit etwas kürzerem Vorlauf als in der Vor-Coronazeit gebucht werden.“

Laut KMW ergibt sich dementsprechend in den kommenden Monaten für Hoteliers die Chance, unentschlossene und unsichere Urlaubswillige von einem erneuten Urlaub im eigenen Land zu überzeugen. Hotels sollten dies beim Yielding berücksichtigen und die Kaufentscheidung des Kunden durch flexible Stornierungsbedingungen unterstützen. „Nur ein Bruchteil der Kunden storniert eine getätigte Buchung ohne triftigen Grund. Für viele Kunden geben flexible Stornierungsbedingungen aber die nötige Sicherheit“, so Kloss.

Trend von Kurzreisen hin zu längeren Aufenthalten bleibt bestehen

Nach einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,2 Nächten im Jahr 2019 steigerte sich die Übernachtungsanzahl für getätigte Buchungen über den Onlineanbieter KMW kontinuierlich auf drei Nächte im Mai 2021. Gründe dafür sieht der Anbieter im Trend zum Inlandsurlaub, aber auch in technischen Neuerungen im Buchungsprozess sowie in einer Produktportfolio-Neuausrichtung, bei welcher den Kunden in Abstimmung mit den Hotelpartnern vermehrt längere Aufenthalte angeboten wurden.

Für Juni und Juli blieb die durchschnittliche Aufenthaltsdauer mit 2,9 Nächten sehr hoch, zuletzt nahmen diese mit 2,7 leicht ab. Den Hauptgrund dafür sieht KMW in ausgebuchten Hotels in klassischen Feriendestinationen, die oft längere Aufenthalte verzeichnen dürfen als Stadthotels. Mit dem Ende der Ferienzeit geht das Onlinereiseportal von einem weiteren Rückgang der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer aus, da in der kälteren Jahreszeit nun wieder vermehrt Wochenendaufenthalte und andere Kurzurlaube gebucht werden. Grundsätzlich sieht KMW aber einen stabilen Trend zu längeren Aufenthalten im eigenen Land.

Menschen geben in 2021 noch mehr Geld für Reisen aus

KMW-Partnerhotels konnten sich nach eigenen Angaben in diesem Sommer über hohe Buchungswarenkörbe freuen. Buchten Kunden in 2019 noch Reisen mit einem Wert von durchschnittlich 307 Euro, lag dieser im Sommer 2021 bei rund 500 Euro. Bedingt durch das Ende der Sommerurlaubssaison und der damit verbundenen vermehrten Zunahme an Kurzreisebuchungen, sinkt der durchschnittliche Buchungswarenkorb aktuell wieder, der RevPAR bleibt aber mit rund 155 Euro stabil – das sind rund 20 Prozent über 2019, so das Reiseportal.

Trend zu „einfachen Dingen“ bekommt Gegentrend

Als Arrangement-Anbieter stehen bei KMW Angebote zu Themen wie Wellness, Thermenbesuche oder Freizeitparks im Fokus der Kundennachfrage. Im Laufe der Pandemie seien aber zunehmend Outdoor-Themen wie Wandern, Radfahren oder beispielsweise eigenständige Städte-Entdeckungstouren in den Fokus gerückt. KMW glaubt, dass sich diese Entwicklung fortsetzt, sieht aber auch einen Gegentrend. „Wir sehen einen großen Nachholbedarf nach Reisen, bei denen Thermenbesuche, Freizeitparks, Zoobesuche oder Events im Vordergrund stehen. Die Menschen mussten insbesondere bei diesen Themen lange Zeit Einschränkungen hinnehmen und möchten diese jetzt in ihren nächsten Kurzurlaub integrieren“, sagt Kloss.

Beim Fazit für die zukünftige Auslastung deutschlandweiter Hotelbetriebe bleibt Stephan Kloss optimistisch: „Vieles steht und fällt sicherlich mit der pandemischen Entwicklung. Aktuell sehen wir aber wenig Anzeichen für einen erneuten Lockdown, dafür aber eine robuste Nachfrage und eine nach wie vor große Reiselust. Das Interesse nach Inlandsurlaub wird unserer Meinung nach im Sommer 2022 abnehmen, weshalb es jetzt umso wichtiger ist, frühzeitig Belegung zu schaffen und somit nicht kurzfristig in Preiskämpfe zu geraten. Wir unterstützen unsere Hotels umfangreich, um kurzfristig im Winter 2021/ 2022, aber auch im Sommer 2022, erfolgreich zu sein und viele und vor allem werthaltige Buchungen zu generieren.“

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