Die europäische Hotellerie sieht darin eine richtungsweisende Entscheidung. Die negativen Auswirkungen der Fusion auf das touristische Ökosystem und den Beherbergungsmarkt seien damit anerkannt worden.
Ein geplanter Zusammenschluss der Online-Buchungsplattformen Booking Holdings (Booking) und Flugo Group (Etraveli) wurde von der Europäischen Kommission nicht genehmigt. Etraveli mit Sitz in Schweden betreibt über seine Marken GotoGate, My Trip, Seat24 und SuperSaver ein Online-Reisebüro, über das es vor allem Flüge vermittelt.
Laut der Kommission hätte eine Fusion Booking.com ermöglicht, seine beherrschende Stellung auf dem Markt für Hotelportale im Europäischen Wirtschaftsraum zu stärken. Das Unternehmen habe keine ausreichenden Abhilfemaßnahmen angeboten, um diese Bedenken auszuräumen.
Europäische Hotellerie begrüßt die Untersagung
Hotrec und der Hotelverband Deutschland (IHA) sehen in der Entscheidung der Europäischen Kommission einen wichtigen Schritt, um die Marktmacht der Online-Plattform Booking einzugrenzen. "Die Untersagung der Übernahme von Etraveli durch Booking Holdings ist wegweisend. Denn jetzt ist klar, dass auch die EU-Kommission das Buchungsportal als marktbeherrschend einstuft. Positive Auswirkungen auf anhängige Gerichtsverfahren und Gatekeeper-Nominierungen nach dem Digital Markets Act (DMA) liegen nun auf der Hand", kommentiert Tobias Warnecke, Geschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA).
Wäre die Übernahme genehmigt worden, wäre Booking in der Lage gewesen, zwischen seinen unterschiedlichen Dienstleistungen stärkeres Cross-Selling zu betreiben und eine größere Dominanz im Hotelmarkt auszuüben, so die Verbände. Laut Hotrec Distribution Study 2022 ist der Marktanteil vom Booking im Bereich Hotelunterbringung von 60 Prozent in 2013 auf 71 Prozent in 2021 gewachsen.
Marie Audren, Hotrec Generaldirektorin, ergänzt: "Hotrec hat lange vor der Marktmacht Bookings und den Auswirkungen für die europäischen Hoteliers gewarnt. Die heutige Entscheidung der Europäischen Kommission zeigt, dass diese Sorgen ernst genommen wurden, und kann daher nur begrüßt werden." sar