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StartHotel+TechnikBerlin::Umbau des Radisson Collection Hotels

BerlinUmbau des Radisson Collection Hotels

In einem mehrjährigen Umbauprozess wurde das Radisson Blu in Berlin zum ersten deutschen Radisson Collection Hotel umgebaut und erfuhr dabei ein Upgrade zum Fünfsterne-Haus. Eine besonders auffallende Verwandlung erlebte die international berühmte Lobby.

Im Januar 2022 war es so weit: Die 2018 von der Radisson Hotel Group eingeführte Marke Radisson Collection mit aktuell mehr als 40 Hotels weltweit eröffnete ihr erstes Haus in Deutschland: das Radisson Collection Hotel Berlin. Ein besonderer Eyecatcher des Hotels ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2005, damals als Radisson SAS Hotel, die Lobby, in deren Mitte sich der „Aqua Dom“ befindet. Dieses 25 Meter hohe Aquarium mit einem Durchmesser von elf Metern und transparentem Aufzug, wird von Sea Life betrieben und ist Radisson-Collection-Gästen für die Fahrt zu den Banketträumen jederzeit zugänglich. Weitere Attraktionen des Sea Life Berlin liegen, ebenso wie das Radisson Collection, Büros, Apartments und das DDR Museum, im Berliner Quartier Dom Aquarée, das sich im Eigentum von Union Investment befindet.

Eine Million Liter, 1.600 Fische

Die Renovierung des „Aqua Doms“ erfolgte bereits 2020 und zog sich über acht Monate hin. „Es ist das größte zylindrische Acryl-Aquarium weltweit und fasst eine Million Liter Salzwasser“, erläutert General Manager Oliver Staas. „Es dauerte eine Woche, es abzulassen, und einen Monat, es wieder zu füllen.“ Aus den USA eingeflogene Spezialisten sorgten unter anderem dafür, die im „Aqua Dom“ lebenden 1.600 Fische aus 50 verschiedenen Arten fachgerecht umzuziehen. Als sich die Fischchen wieder an ihre alte Umgebung gewöhnt hatten, konnten sie 2021 die komplette Neugestaltung des Lobby-Designs live verfolgen.

Betraten bisher sowohl Hotelgäste als auch „Aqua-Dom“-Touristen, die die Unterwasserwelt betrachten wollten, die Lobby durch einen eher nüchternen Eingang, der den Blick sofort auf das Aquarium und in die hohe Halle freigab, so wurde dieser nun mit einer gewissen Hemmschwelle versehen. Zwei graue, goldumrandete Säulen im Eingangsbereich umrahmen nun quasi die Rückwand des Empfangsbereichs, den man zunächst rechts oder links umrunden muss, um in der Lobby zu stehen und einzuchecken oder zur Bar zu gelangen.

Bunt und gemütlich

Die bisherige Lobby-Einrichtung war gänzlich auf den „Aqua Dom“ ausgerichtet. „Die Sofas hatten alle nach hinten gebogene Rückenlehnen, damit man die Fische besser betrachten konnte, dafür war es aber schwierig, aus ihnen wieder aufzustehen“, lacht Oliver Staas. Im Zuge der Renovierung verwandelte sich die bisher eher nüchterne Lobby, dem aktuellen Lifestyle entsprechend, in ein Wohnzimmer. Die Architekten lösten dies unter anderem, indem sie mit Grünpflanzen umrankte gebogene Metallstreben als Zwischendecke im Lobbybereich einsetzten. „Diese Stahlträger konnten nicht im gebogenen Zustand in die Halle transportiert werden, sondern mussten dort gebogen werden“, so Staas. Bei dieser Bearbeitung wurden sie auch mit Sprinklern versehen.

Der Mittelpunkt der neuen Lobby ist die Bar mit ihrem großen runden Tresen und einem runden Flaschenregal, das sich an den unteren Teil des Aquarium-Zylinders schmiegt. Für den Wohnzimmercharakter sorgen dort gleich mehrere Elemente: ein teilweise von bunten Teppichen in unterschiedlichen Formen bedeckter Parkettboden, ein Mix aus verschiedenen Sitzgelegenheiten, darunter bunte Sessel und Sofas, aber auch eine große runde Sitzbank, vor der kleine eckige Tische mit Stühlen stehen. Zwei Bücherwände, vor denen von Stehlampen flankierte Couchgarnituren zum Schmökern einladen, tragen ebenfalls zur wohnlichen Atmosphäre bei. Die Deckenhöhe kaschieren neben den berankten Spalierbögen großflächige flache und tief hängende goldfarbene Lampenschirme.

Die zum Lobby-Bereich zählende Toilettenanlage erhielt ebenfalls ein umfassendes Upgrade, wobei unter anderem die kleinen orangeroten Kacheln durch größere dunkelblaue ersetzt wurden. „Jetzt sieht es dort nicht mehr aus wie in der U-Bahn““, freut sich Manager Staas. In einem letzten Schritt erhielt im Winter 2021/22 das Hotelrestaurant ein neues Gesicht. Auch hier wurde viel mit Mustermixen, Holzdielen, Teppichen und Samtbezügen gearbeitet. Von der Decke baumeln riesige Lampen im Wagenraddesign, und das große neue Buffet kann sowohl kühlen als auch heizen, was „Chaving Dishes“ überflüssig werden lässt.

Makeover für 427 Zimmer

Die längste Zeit des Hotelumbaus nahm die Neugestaltung der 427 Zimmer in Anspruch. Um eine allzu große Lärmbelästigung der Gäste zu verhindern, wurden stets drei Etagen geblockt und in der jeweils mittleren gearbeitet, während der Restbetrieb regulär vonstattenging. Die Renovierung der Zimmer begann im November 2020, davor waren von Mai bis August 2020 vier Musterzimmer an Gäste vermietet worden, die diese anschließend bewerteten.

Nach Fertigstellung der ersten komplett renovierten Etage lud das Haus Stammgäste ein, die neuen Zimmer zu bewohnen und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Die eleganten, in den warmen Farben Rubinrot, Beige und Braun gehaltenen Zimmer mit Holzböden und Bildern aus der Historie Berlins stießen bei den Gästen auf große Zustimmung, so Staas. Nach dem letzten Probewohnen seien lediglich kleine Mankos, zum Beispiel fehlende WLAN-Repeater, beseitigt worden. Parallel wurden auch die Mitarbeitenden sowie die externen Housekeeping-Teams auf ihre neuen Aufgaben trainiert. In einem letzten Schritt werden aktuell die 15 Konferenzräume modernisiert, dabei stehen technologische Innovationen im Mittelpunkt.

Insgesamt blickt Oliver Staas gelassen auf die vergangenen zwei Renovierungsjahre zurück: „Ich habe als General Manager schon vier Hotels renoviert, das war der leichteste Umbau, was teilweise natürlich auch auf Covid und die niedrige Belegung zurückzuführen war“, sagt er. „Die Renovierung der vielen Glasdächer war die größte Herausforderung.“ Dafür sorgte Hoteleigentümer Union Investment, was die Anlieferungslogistik der parallel verlaufenden Innenrenovierung teilweise etwas knifflig machte. Eine etwas brenzlige Situation, die Staas noch von der Zimmerrenovierung in Erinnerung hat, war die in allerletzter Minute erfolgte Anlieferung der maßgeschneiderten Whirlwanne für die 101 Quadratmeter große Nikolai-Suite, die bereits von einer Familie gebucht war.

Das Projektmanagement sowohl für die öffentlichen Bereiche als auch für das Zimmerdesign liegt bei Trevillion Interiors (Hertford, UK). Das Design der Zimmer stammt vom Radisson In-House-Architektenteam, Generalunternehmer war die TKS Group aus Borken. Für die Gestantung der öffentlichen Bereiche zeichnet Proyecto Singular aus Madrid verantwortlich, Generalunternehmer dafür war Multi Montage aus Uddevalla, Schweden. Radisson investierte einen zweistelligen Euro-Millionenbetrag in die Renovierung und Umwandlung des Hauses vom Viersterne-plus- in ein Fünfsternehotel. Die Summe von Union Investment dürfte ähnlich hoch ausgefallen sein, allein die Arbeiten am Aquarium schlugen mit zwei Millionen Euro zu Buche. „Als Radisson Collection verkörpern wir das ,Welcome to the exceptional‘“, sagt Manager Oliver Staas.

Susanne Stauß

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