Beispiel Augsburg Wie der Run auf B-Destinationen einen Hotelmarkt verändert

Augsburg: . Die drittgrößte Stadt Bayerns verzeichnete in den letzten 10 Jahren ein deutliches Wachstum in der touristischen Nachfrage. (Bild: Pixabay)

Im vergangenen Jahr haben 34 Hotels mit knapp 3.800 Betten die jährlich 713.000 Übernachtungen in Augsburg abgewickelt. Bis 2022 werden dem Markt acht neue Hotels zugeführt, was etablierte Betriebe vor große Herausforderungen stellen wird.

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Das zuletzt kontinuierlich gestiegene Nachfragewachstum lockte vermehrt Entwickler nach Bayerisch Schwaben, was an einer Vielzahl neuer Hotelprojekte erkennbar ist. Mit aktuell acht bestätigten Projekten wird das Augsburger Hotelangebot bis 2022 um ca. 1.200 Zimmer zunehmen. „Unter den zukünftigen Hotels befinden sich mehrheitlich kettengeführte, für den Augsburger Markt überdurchschnittlich große Betriebe“, erklärt Yasemin German, Consultant Advisory & Valuations Services bei Christie & Co.

Aktuell im Bau sind unter anderem das Leonardo Royal Hotel mit 235 Zimmern, das NinetyNine Hotel am Technologiezentrum mit 160 Zimmern, das Super 8 Hotel mit 153 Zimmern und das Novum Select mit 220 Zimmern. „Die zusätzlichen Zimmer werden einen Zuwachs von 48 Prozent bezogen auf das aktuelle Angebot ausmachen. Dies wird für die bestehenden Hoteliers zukünftig sicherlich eine große Herausforderung darstellen“, so German weiter.

Tendenziell rückläufige Marktauslastung erwartet

In der Performance konnte Augsburg bisher vor allem mit einer steigenden Rate glänzen. Mit 98 EUR wurde 2018 ein Rekordhoch erreicht, welches 2,2% über dem Vorjahr lag. Trotz leicht abnehmender Auslastung stieg der RevPAR um 2,1% auf rund 67 EUR. Im Jahresverlauf machten sich bisher vor allem die Messen GrindTec (März, gerade Jahre) und InterLift (Oktober, ungerade Jahre) positiv bemerkbar.

„Obwohl die neuen Hotels auch Nachfrage induzieren werden, ist kurz- bis mittelfristig bei einem gleichbleibenden Nachfragewachstum von einer tendenziell rückläufigen Marktaus-lastung auszugehen. Faktoren wie die kürzliche Ernennung zum UNESCO-Welterbe könnten diesen Effekt möglicherweise etwas mindern“, erklärt German abschließend.

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