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StartBusiness & ManagementBefragung von Zulieferern: Food-Service-Betriebe erleiden erhebliche Einbußen

Befragung von ZulieferernFood-Service-Betriebe erleiden erhebliche Einbußen

Food-Service-Betriebe sind als Zulieferer der Gastronomie, von Kantinen, Mensen und Co. ein zentraler Teil der Wertschöpfungskette des Außer-Haus-Markts. Auch sie leiden in der Krise. Eine interne Befragung unter den Mitgliedern der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) zeigt: Fast alle Betriebe verzeichneten 2020 Umsatzrückgänge. Rund 70 Prozent berichten von Einbußen von 30 Prozent oder mehr.

Olivier Kölsch, BVE-Geschäftsführer, erklärt: „Der Außer-Haus-Markt ist neben dem Lebensmitteleinzelhandel der zweitwichtigste Absatzkanal für die Unternehmen aus der Ernährungsindustrie. Auch wenn die meisten Betriebe nicht ausschließlich vom Außer-Haus-Markt abhängig sind, generieren sie einen essentiellen Teil ihrer Umsätze in diesem Bereich. Mehreinnahmen im Lebensmitteleinzelhandel können die Einbußen nicht ausgleichen – vor allem nicht bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen, die sich auf den Außer-Haus-Markt als primären Absatzmarkt spezialisiert haben.“

Zulieferer der Bediengastronomie und Hotellerie am stärksten betroffen

Die Höhe der Verluste fällt je nach Kundensegment unterschiedlich hoch aus. Am stärksten betroffen sind die Zulieferungen in die Bediengastronomie und Hotellerie sowie Lebensmittel und Getränke für Veranstaltungen, Freizeitgastronomie und die Verkehrsgastronomie. In letzterem Segment verzeichnete jedes dritte Unternehmen Umsatzrückgänge von 80 Prozent und mehr. Und auch auf das laufende Jahr blicken die Unternehmen tendenziell pessimistisch. Eine Rückkehr auf Vorkrisenniveau erwarten die meisten nicht vor Ende 2022. Rund 30 Prozent der Befragten befürchten gar, dass es noch mindestens drei bis fünf Jahre dauern könnte oder eine Rückkehr auf Vorkrisenniveau überhaupt nicht erfolgen wird.

Mehwertsteuer-Senkung als wichige Stellschraube

„Was die Unternehmen nun brauchen sind Planungssicherheit und Perspektiven. Dazu gehören unter anderem eine klare Öffnungsstrategie von Seiten der Politik und die Sicherheit, dass die versprochenen (finanziellen) Hilfsleistungen vom Finanzminister auch zeitnah erbracht werden. Steuerliche Anreize wie beispielsweise eine verlängerte Senkung der Mehrwertsteuer für den Außer-Haus-Konsum sind darüber hinaus wichtige Stellschrauben, um der Branche zu helfen, die Krise zu überwinden. Allerdings müssen hiervon auch Getränkehersteller profitieren.“

So hatte der Bundestag am 26. Februar beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants bis Ende 2022 auf sieben Prozent zu senken. Im Lokal verzehrte Getränke werden allerdings weiterhin mit 19 Prozent besteuert.

Ware fand zu wenig Abnehmer

„Wir konnten im ersten Lockdown sehen, dass produktübergreifend bereits vorproduzierte und eingelagerte Ware zu wenig Abnehmer findet“, so Olivier Kölsch weiter. „Wo es möglich war, erfolgte ein Abverkauf zu reduzierten Preisen oder eine Weitergabe an Lebensmittel-Retter wie zum Beispiel die Tafeln. Rund ein Drittel der Food-Service-Betriebe musste Produkte jedoch entsorgen. Darunter waren vor allem Frischeprodukte sowie Produkte mit begrenztem Mindesthaltbarkeitsdatum. Doch auch ein längeres Mindesthaltbarkeitsdatum schützt mittlerweile nicht mehr vor Entsorgung. Jüngstes Beispiel sind die unzähligen Liter Bier, die nicht mehr verkauft werden dürfen.“

Die Ernährungsindustrie ist mit rund 617.484 Beschäftigten in 6.166 Betrieben der viertgrößte Industriezweig Deutschlands, sie versorgt sie 83 Millionen Verbraucher mit Lebensmitteln. Mit einer Exportquote von rund 33 Prozent schätzen Kunden weltweit die Qualität deutscher Produkte. Die Branche ist klein- und mittelständisch geprägt: 90 Prozent der Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie gehören dem Mittelstand an.

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