Bayern will Hotels und Gastronomien eröffnen Das sagen Hoteliers vor Ort zu den Lockerungen

Am 30. Mai dürfen die Hotels in Bayern wieder eröffnen. Die Innengastronomie startet eine Woche zuvor – beides unter strengen Auflagen. So müssen etwa Saunen und Schwimmbäder in den Hotels vorerst geschlossen bleiben. Wir haben uns in der Branche umgehört, was die Hoteliers und der Dehoga Bayern zu den Lockerungen sagen.

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Konkret darf in Bayern ab 18. Mai die Außengastronomie unter strengen Regeln wieder bis 20 Uhr eröffnen. Ein Woche später, ab 25. Mai, dürfen Speiselokale bis 22 Uhr geöffnet haben, dies jedoch unter anderem mit begrenzter Gästeanzahl, Einhaltung von Abstandsregeln, Maskenpflicht für Mitarbeiter sowie Gäste, solange sie nicht am Tisch sitzen, und weiteren, besonderen Hygiene- und Desinfektionsvorgaben. In einem dritten Schritt dürfen dann ab 30. Mai wieder Hotels und andere Beherbergungsbetriebe öffnen, jedoch müssen Schwimmbäder, Saunen und Wellnessbereiche vorerst geschlossen bleiben. Das sagen Hoteliers und Dehoga Bayern dazu:

Dr. Anna-Maria Fässler, Hoteldirektorin im Sonnenalp Resort in Ofterschwang

Dr. Anna-Maria Fäßler, Hoteldirektorin Sonnenalp Resort Ofterschwang.

“Zunächst freuen wir uns, dass ein Wiedereröffnungstermin der Hotels zum 30. Mai feststeht und wir jetzt unternehmerisch planen können. Unbedingt zu differenzieren sei noch die Definition vom Wellnessangebot im Innen- oder Außenbereich. Wenn am 18.5. die Außengastronomie mit Biergärten etc. öffnen dürfen, dann muss auch möglich sein, Spa-Wasser-Außenanlagen wie Naturteiche oder Bergseen zu öffnen. Unser Wellnesspark ist eine Parkanlage von 20.000 Quadratmetern, die Platz ohne Ende bietet.”

Johannes Eckelmann, CEO & Founder von Cocoon München

Johannes Eckelmann, Gründer der Cocoon Hotels.

„Grundsätzlich ist es nach langer Zeit der Ungewissheit gut, dass nun endlich ein fester Termin für die Eröffnung der Hotels festgelegt wurde. Meiner Meinung nach hat die Politik das gesamte Gastgewerbe in den letzten Wochen nicht im Fokus gehabt. Es wird spannend, wie sich die Nachfrage nach der Eröffnung entwickelt und ob zumindest kostendeckend gearbeitet werden kann. Die Cocoon und Eckelmann Hotels haben sich in den letzten Wochen intensiv auf diese Eröffnung vorbereitet und ein spezielles Hygienekonzept, sowohl für unsere Gäste als auch für unsere Mitarbeiter, erstellt – wir sind bereit und freuen uns!“

Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern

Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern.

„Dass nunmehr ein konkreter Zeitplan für das Wiedereröffnen unserer Branche vorliegt, ist ein ganz wichtiges Signal an die Branche sowie deren Mitarbeiter. Es macht Betrieben, die von diesen Lockerungsmaßnahmen profitieren, Mut zum Durchhalten. Auch wenn der ein oder andere aus absolut verständlichen Gründen vielleicht auf eine noch schnellere Öffnung gehofft hatte, muss man festhalten, dass die jetzt genannten Termine zum Teil deutlich vor den bislang angedeuteten liegen. Jeder Tag, den wir früher öffnen können, bedeutet etwas mehr Hoffnung, unsere Betriebe durch diese schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg zu bringen. Es ist ganz wichtig, dass Ferienzeiten nicht verkürzt wurden und wir für unsere Gäste bereits zu Pfingsten wieder da sein dürfen. Ein großer Wermutstropfen ist es jedoch, dass manche Betriebstypen noch keinerlei Perspektive eröffnet bekommen haben und in Hotels Wellnessbereiche nicht im ersten Schritt geöffnet werden dürfen. Aber wir sind im Dialog mit dem Gesundheitsministerium, dem Wirtschaftsministerium und dem Entbürokratisierungsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung. Wir sind zuversichtlich, dass wir dies gemeinschaftlich zu einem guten Ergebnis führen können.”

Christoph Unckell, Inhaber des Best Western Premier Hotels Rebstock in Würzburg

Hotelier Christoph Unckell, Inhaber des Hotels Rebstock in Würzburg.

“In meiner Brust schlagen zur Eröffnung ab 30. Mai zwei Herzen. Einerseits bin ich froh, dass wir nun planen und unsere Wiedereröffnung vorbereiten können. Andererseits fehlt eine Perspektive für den Tagungsbereich und zum Thema Veranstaltungen. Generell fehlen zudem zusätzliche finanzielle Hilfen für unsere Branche. Ich finde, es sollte in Berlin einen ‘Hospitality-Gipfel’, und keinen Autogipfel geben.”

Max Schlereth, Geschäftsführender Gesellschafter der Living Hotels

Prof. Dr. Max Schlereth, CEO und Gesellschafter der Living Hotels.

“Natürlich begrüßen wir die schrittweise Öffnung für Gastronomie und Hotellerie in Bayern. Dieser Lockerung müssen wir nun natürlich auch gerecht werden, dass es nicht wieder in den Lockdown-Modus geht. Uns muss bewusst sein, dass eine neue Zeitrechnung für unsere Branche angefangen hat. Das Miteinander im Hotel wird anders aussehen und Gäste werden bei ihren Reisen andere Prioritäten setzen. Einer der Kernentscheidungspunkte wird fortan für Geschäfts- wie auch für Privatreisende die gefühlte und tatsächliche Sicherheit sein. Darum rückt der Faktor Hygiene in den absoluten Fokus. Diesen Part haben wir ganz konkret völlig neu gedacht und einen umfassenden Maßnahmenkatalog, unsere ‘Safe Living Standards’ definiert, dessen Umsetzung jetzt und in Zukunft höchste Priorität hat. Denn es ist unsere oberste Verantwortung, alles und ich meine wirklich alles dafür zu tun was wir können, dem Gast künftig die maximal mögliche Sicherheit zu geben.”

 

Mareike Knewitz/Verena Usleber

 

 

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