Barchef Carsten Möller im InterviewSo schätzt der Profi den Re-Start ein

Carsten Möller, Barchef der "Capella Bar" im Breidenbacher Hof ist ein Branchenkenner. Er weiß, wie wichtig vor allem das Vertrauen der Gäste gerade in Zeiten des Re-Starts ist. (Bild: Capella Breidenbacher Hof )

Die “Capella Bar & Smokers Lounge” im Düsseldorfer Luxushotel Breidenbacher Hof hat nach langer Zeit der pandemiebedingten Schließung wieder geöffnet. Für Tophotel verrät Barchef Carsten Möller, was sich verändert hat und was die Branche jetzt tun kann, um die Gäste wieder in die Restaurants und Bars zu holen.

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Tophotel: Herr Möller, was wurde während der vergangenen Wochen am Konzept der Bar verändert?

Carsten Möller: Bei der Getränkekarte gibt es nur kleine Veränderungen. So gibt es im Moment nur Flaschenbier und kein Fassbier. Die Speisekarte wurde etwas verkleinert, aber es wird trotzdem typische Barsnacks wie beispielsweise unsere Currywurst geben, bis Mitternacht. Zudem haben wir die Öffnungszeiten von 18 bis 0 Uhr angepasst, um zu sehen, wie die Wiedereröffnung der Bar angenommen wird. Wir freuen uns zudem, für unsere Gäste an beiden Tagen einen DJ zu haben freitags und samstags ab jeweils 20 Uhr.

Wie sieht die Situation am Tresen aus?

Wir haben uns bewusst gegen Plastikwände an der Theke entschieden und die Theke für Gäste gesperrt, um das Hygienekonzept bestmöglich umsetzen zu können, ohne auf Gemütlichkeit und Atmosphäre verzichten zu müssen. Zudem erweitern wir unser Barangebot abends bis in die Lobby Lounge und haben unseren DJ so positioniert, dass beide Bereiche etwas davon haben.

Wie schaffen Sie es, die Abstandsregelungen einzuhalten?

Es gibt weniger Tische und Plätze in der Bar, auch die Stühle an der Theke wurden entfernt, um die Abstandsregelungen einzuhalten. Die zur Verfügung stehenden Tische haben ihren festen Platz mit einer maximalen Gästeanzahl. Durch die Ausweitung des Barbereichs in die Lobby haben wir trotzdem ausreichend Platz für die Gäste.

Wo lagen in den vergangenen Wochen die größten Herausforderungen und wo liegen diese in der Zukunft?

Die größte Herausforderung und unser Ziel für die Zukunft wird sein, dass unsere Gäste sich wohl fühlen und Spaß haben auch unter den vorgegebenen Hygienemaßnahmen und Vorschriften. Alles Weitere bleibt abzuwarten. Wir sind in jedem Fall flexibel und passen uns den Entwicklungen entsprechend an.

Wohin könnte sich die Barkultur Ihrer Ansicht nach generell entwickeln?

In allererster Linie hoffen wir, dass viele unserer Düsseldorfer Kollegen diese Phase überstehen und ihre Bars nicht schließen müssen, denn die Auflagen sind sehr hoch und für kleinere Bars schwer umsetzbar; und die Unterstützung ist sehr gering. Ansonsten sind wir optimistisch, dass die Menschen wieder Lust haben werden, auszugehen und Freunde zu treffen. Wir sind sicher, dass unsere Gäste auf unsere bekannte Qualität vertrauen und trotz der Umstände einen schönen Abend verleben können.

Wie ist Ihre Prognose: Werden die Menschen schnell wieder in die Bars kommen oder eher zögerlich und was braucht es jetzt, um die Gäste wieder in die Bars zu holen?

Wir können selbstverständlich nur mutmaßen, aber es wird wahrscheinlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sich alles wieder ‘wie vorher’ anfühlt. Unsere Stammgäste werden sicher als erstes wieder zu uns finden, und darauf freuen wir uns bereits sehr! Am wichtigsten ist, das bestehende Vertrauen zu den Gästen und Mitarbeitern zu pflegen und auszubauen. Wir möchten den Gästen weiterhin ein exklusives Barerlebnis garantieren, leckere und hochwertige Drinks servieren und eine schöne Atmosphäre schaffen. Wenn man es schafft, die bekannte Qualität und den guten Service mit den neuen, nötigen Hygienemaßnahmen zu vereinen, werden die Leute auch in Zeiten von Corona weiterhin gerne in Bars gehen.

Interview: Verena Usleber

 

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