AuszeichnungDietmar Müller-Elmau hat Brillat-Savarin-Plakette erhalten

Von links Ralf Frenzel, Redner zum Namensgeber Brillat Savarin, Michael Bläser, FBMA-Stiftungsratsvorsitzender, Preisträger Dietmar Müller-Elmau, Laudator Hermann Bareiss, Klaus-Günther Wiesler, Geschäftsführer FBMA-Stiftung, Hans G. Platz, Sprecher Brillat Savarin-Kuratorium.

Die 62. Brillat-Savarin-Plakette wurde Freitag im Rahmen eines Festaktes an den Inhaber von Schloss Elmau, Dietmar Müller-Elmau, verliehen.

Anzeige

Vom Software-Entwickler zum Ausnahme-Hotelier – Dietmar Müller-Elmau blickt auf bewegte, aber durchaus erfolgreiche Jahre zurück. Nach dem Verkauf seiner Hotelsoftware-Marke Fidelio stieg er 1997 in das in Familienhand befindliche Schloss Elmau ein und vollzog in den Folgejahren einen Wandel, der bei nicht allen Elmau-Kennern mit Beifall begrüßt wurde. „Eine Tradition zu erhalten, heißt weitergehen, nicht stehenbleiben“, sagte Dietmar Müller-Elmau in einem Interview mit Top hotel.

Ein Großbrand im Jahr 2005 war Unglück und Chance zugleich. Zwei Drittel des Schlosses wurden bei dem Feuer zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus entstand das, was der charismatische Visionär nun als Luxury Spa & Cultural Hideaway bezeichnet. Vor zwei Jahren kam für 40 Millionen Euro das Schloss Elmau Retreat dazu.

Dass der 62-jährige Müller-Elmau die 62. Brillat-Savarin-Plakette erhalten hat, sei nur Zufall, ist aus den Reihen der FBMA-Stiftung zu hören. Letztere ist der ideelle Träger dieses Preises, der nach dem bekannten Gastrosophen Anthèlme Brillat-Savarin zurückgeht. Die Laudatio hielt Hermann Bareiss, von Dietmar Müller-Elmau als unerreichbares Ideal und unübertroffener Gastgeber bezeichnet. In seiner sehr persönlich gehaltenen Laudatio charakterisiert Bareiss den Preisträger als einen Querdenker mit hohen Ansprüchen auch an sich selbst, der mit Sieben-Meilen-Stiefeln das traditionsreiche Schloss Elmau inhaltlich und architektonisch neu aufstellte: „Elmau ist heute ein Begriff, eine Identität von einer quantitativ wie qualitativ einmaligen Unverwechselbarkeit“. Als „coup de théâtre“ schildert Bareiss das Erlebnis und zitierte den Preisträger mit den Worten: „Ich würde keine Pfennig in ein Hotel investieren, wenn es nicht als Bühne der Inspiration dienen könnte“. Diese Aussage, so Bareiss, beschreibe Dietmar Müller-Elmau als Mann der Kunst, als selbstbewussten Unternehmer und vorbildlichen Gastgeber im Sinne Brillat Savarins. 

Mehr zum Namensgeber der Plakette erfuhren die Festgäste von Ralf Frenzel. Der Wiesbadener Verleger, in dessen Tre Torri Verlag das Weinmagazin FINE sowie hochwertige Koch- und Weinbücher erscheinen, stellte die Ansichten Brillat Savarins in einen aktuellen Kontext. Er forderte Köche mit Mut und Rückgrat, mehr Solidarität unter den Gastronomen und Hoteliers sowie eine schlagkräftige Lobby. Wünschenswert seien, so Frenzel, mehr staatliche Förderung und ein Manifest der deutschen Küche.

In seinen Dankesworten erwies Dietmar Müller-Elmau Heiner Finkbeiner von der Traube Tonbach und Hermann Bareiss vom Hotel Bareiss seine Referenz. Beide waren Kunden der ersten Stunde seiner bahnbrechenden IT-Lösungen: „Ohne diese beiden Hoteliers würde ich heute hier nicht stehen“. Ihre Hotels bezeichnete er zusammen mit dem Bayerischen Hof von Innegrit Volkhardt als Ikonen deutscher Hotellerie. Von Hermann Bareiss habe er gelernt, was Gäste im Urlaub vor allem eines wollen, ihre Freiheit. Den gebannt lauschenden Festgästen schilderte der charismatische Preisträger Begegnungen mit prominenten Gästen und die doppelte Herausforderung des Ausnahmejahres 2015, als das Retreat erbaut und der G7-Gipfel vorbereitet wurde. Viel war von Freiheit und Inspiration die Rede, von der Vielfalt der Möglichkeiten, die die internationalen Gäste in der vielseitigen Gastronomie, dem luxuriösen Spa und dem exquisiten Kulturprogramm finden und nach freier Wahl nutzen können. Für sich selbst hat Müller-Elmau eine Rolle definiert, in der er immer wieder Neues anstößt, bis ins Detail perfektioniert und sich dann zurückzieht. Operative Verantwortung delegiert der erfahrene Unternehmer an kompetente Mitarbeiter und Experten. Eine neue Herausforderung wartet schon auf ihn: sein erstes Hotelprojekt in Berlin.
 
Charmant und geistreich führte Anouschka Horn, das vertraute Gesicht des „Rundschau Magazins“ im Bayerischen Rundfunk durch die Preisverleihung. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete der Jazzpianist Chris Adams

Top hotel gratuliert dem Preisträger herzlich!

Anzeige