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Start Coronakrise Auch Modellregionen verzögern sich: Bayern verschiebt Corona-Öffnungen – Dehoga enttäuscht

Auch Modellregionen verzögern sichBayern verschiebt Corona-Öffnungen – Dehoga enttäuscht

Bayern verschiebt wegen der Corona-Situation weitere Öffnungsschritte um zwei Wochen. Auch der Start der Modellregionen wird verschoben, so Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der Dehoga Bayern zeigt sich enttäuscht.

Wie der örtliche Dehoga in einem Schreiben mitteilt, geht aus der Kabinettssitzung vom heutigen Mittwoch hervor, dass weitere Öffnungsschritte und die Modellprojekte um zwei Wochen verschoben werden. “Die Infektionszahlen sind (…) weiter deutlich gestiegen. Sie befinden sich nun auf einem Niveau, das mit dem Jahresbeginn 2021 vergleichbar ist”, heißt es in dem Bericht aus der Sitzung. Daher habe man unter anderem beschlossen:

  • Die bislang ab dem 12. April 2021 geplanten weiteren Öffnungsschritte in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von nicht über 100 beziehungsweise 50 in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport bleiben weiter bis zum 26. April 2021 ausgesetzt.
  • Gleiches gilt für die Modellprojekte in Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 zur Untersuchung einzelner Öffnungsschritte in Bereichen des öffentlichen Lebens unter Nutzung insbesondere eines konsequenten Testregimes.
  • Die digitale Kontaktdatenerfassung ist zentral für die schnelle Nachverfolgung und effektive Bekämpfung des Pandemiegeschehens. Im Rahmen eines Vergabeverfahrens entschied das Bayerische Staatsministerium für Digitales, eine landesweite Lizenz für Luca zu erwerben. (Den gesamten Bericht finden Sie hier)

Dehoga Bayern: “Wir sind enttäuscht”

Angela Inselkammer ist Präsidentin des Dehoga Bayern. (Bild: Dehoga Bayern)

Dazu sagt Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Dehoga: “Wir sind enttäuscht. Auch für uns steht die Sicherheit von Mitarbeitern und Gästen immer an oberster Stelle. Uns geht es nicht um Öffnungen auf Kosten der Gesundheit oder um jeden Preis. Auch wollen wir keine Öffnungen um des Öffnen-Willens, doch wir wollen, dass verantwortbare Öffnungsschritte auch gegangen werden.“ Hierzu wären Modellregionen gerade jetzt der richtige Weg gewesen, so Inselkammer. „Konzeptöffnungen sind keine Experimente, sondern schaffen mehr Sicherheit, da weitere geschützte Bereiche geschaffen werden.” Und weiter: “Wir sind überzeugt: Wir sind Teil der Lösung und nicht des Problems. Wir haben im letzten Jahr bewiesen, dass unsere Hygiene- und Schutzkonzepte funktionieren. Wir könnten sichere Bereiche schaffen, die dazu beitragen, Orte des Aufeinandertreffens zu entzerren. Ziel muss es sein, ungeschützte Kontakte zu minimieren – dies schafft man nicht mit einem undifferenzierten pauschalen Dauerlockdown“, so die Präsidentin des Dehoga.

Seit Beginn der Pandemie haben Hotellerie und Speisegastronomie über sieben Monate unverschuldet geschlossen, Schankwirtschaften mehr als elf Monate und Clubs und Diskotheken sogar länger als ein Jahr, heißt es von Seiten des Verbandes. Die Lage im Gastgewerbe sei äußerst verzweifelt, die Betriebe ringen trotz Wirtschaftshilfen um ihre Existenz. „Private Rücklagen, auch Altersversorgungen sind aufgebraucht und die Nerven liegen blank. Angesichts der andauernden Schließung unserer Branche erwarten wir von der Politik alles dafür zu tun, dass die unverschuldet in Not geratenen Betriebe eine Chance zum Überleben haben und keinen Tag länger als gesundheitspolitisch geboten geschlossen bleiben. Der Endlos-Lockdown einer Branche ist keine Lösung und bringt auch nichts, wie die Erfahrungen im November gezeigt haben“, so Inselkammer.

Zahlen: München erwartet auch 2021 deutlich weniger Gäste als 2019

Wie parallel die dpa berichtet, hatten die Münchner Hotels im vergangenen Jahr zwei Drittel weniger Gäste als 2019. Der Rückgang auf knapp drei Millionen Ankünfte und sieben Millionen Übernachtungen sei “ohne Zweifel dramatisch”, sagte Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt, am Mittwoch: Die enorme Wirtschaftskraft des Tourismus fehle schmerzlich. Auch für das laufende Jahr sind die Aussichten verhalten: “Insgesamt wird das Tourismusaufkommen auch 2021 deutlich unter dem Niveau von 2019 bleiben.”

Als internationales Ziel von Städte- und Geschäftsreisen sei München von den Beschränkungen der Corona-Pandemie besonders hart betroffen. Messe-, Kongress-, Konzert- und Veranstaltungsgäste fehlten 2020 fast komplett. Auch aus den USA, den arabischen Golfstaaten und China kamen im vergangenen Jahr kaum noch Gäste nach München. Die Zimmerauslastung lag im Dezember 86 Prozent unter Vorjahr.

Wenn “eine signifikante Durchimpfung erreicht und weitere Lockerungen in allen touristisch relevanten Bereichen realisiert sind, wird München mit einer moderaten Nachfrage rechnen können”, so das Wirtschaftsreferat. Der Urlaubstourismus dürfte sich schneller erholen als Geschäftsreisen. Im Sommer dürfte bei Urlaubsreisen “der Erholungsurlaub mit Strand, Sonne und Meer und weniger Stadtaufenthalte im Fokus stehen”. Danach seien auch aus den Golfstaaten und den USA wieder mehr Gäste zu erwarten, da dort mehr Menschen schon geimpft seien. Mit dpa

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