Die Hotelbetriebsgesellschaft hat nach eigenen Angaben den Pachtvertrag für das Hotel in Eisenach mit sofortiger Wirkung gekündigt.
Die Arcona -W- Hotelbetriebsgesellschaft hat den Pachtvertrag für das Hotel auf der Wartburg in Eisenach außerordentlich und mit sofortiger Wirkung gekündigt, wie das Unternehmen in einem Statement mitteilt. Darin heißt es weiter, dass "aufgrund von unüberbrückbaren Differenzen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Verpächter Wirtschaftsbetriebe Wartburg GmbH und dem Pächter für die Zukunft nicht mehr sicherzustellen" sei. Allen 51 Mitarbeitenden müsse gekündigt werden. Gegenüber der dpa teilte die Wartburg GmbH wiederum mit, dass der Vertrag von beiden Seiten gekündigt worden sei.
Das Fünfsterne-Haus auf der Wartburg ist bereits seit November vergangenen Jahres wegen Umbauarbeiten geschlossen. Die Wiedereröffnung war für diesen Juni geplant.
Arcona-Geschäftsführer Alexander Winter: "Ich bin bestürzt, wie unprofessionell uns der Verpächter behandelt hat und er damit zeigt, dass ihm langjährige Betriebszugehörigkeiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anscheinend völlig egal sind." Einseitig habe der Verpächter getroffene Absprachen zur Fortzahlung der Mitarbeiter-Gehälter während der von ihm verursachten Schließung des Hotels aufgrund von Sanierungstätigkeiten, in der Zeit von November 2023 bis Ende Mai 2024, zurückgezogen. Darüber hinaus habe der Verpächter angekündigt, dass er die Bautätigkeit einstellen und somit den pachtvertraglich geschuldeten Zustand eines brandschutz- und hygienekonformen Gebäudes nicht herstellen werde. Auch habe der Verpächter den Versuch unternommen, der Pächterin außerordentlich zu kündigen, was ihm von Gesetzes wegen untersagt sei.
Aus nach mehr als 20 Jahren
"Seit 2001 ist Arcona Hotels & Resorts Betreiber des Hotels auf der Wartburg und hat das Hotel seitdem mit viel Leidenschaft und professionell auf einem Fünfsterne-Serviceniveau betrieben. Seit über 20 Jahren hat Arcona stets dafür gesorgt, dass auch das Gebäude weiterentwickelt werden konnte und verschiedene Erweiterungsinvestitionen wurden finanziell abgesichert", sagt Winter weiter. 2011 habe das Hotelunternehmen im Zuge einer Sanierung des Daches und Fachwerkes durch den Verpächter ebenfalls in das Gebäude mitinvestiert, um zwei weitere Zimmereinheiten zu erhalten.
Bereits 2015 die Arcona bekannt gewesen, dass das Gebäude erhebliche Brandschutzmängel aufweist und habe diese beim Verpächter angezeigt. Trotz intensiver Planungsgespräche über mehrere Jahre und erheblichem Druck von behördlicher Seite habe der Verpächter die Beseitigung immer wieder verschoben.
Im November 2023 sei durch die verpächterseitige Schließung des Hauses der Arcona -W-Hotelbetriebsgesellschaft der Betrieb entzogen worden, wie das Unternehmen in seinem Statement mitteilt. Die Fortzahlung laufender Verträge habe trotzdem sichergestellt werden müssen. Es sei vereinbart worden, dass die Burgschänke tagsüber bewirtschaftet wird und alle weiteren Mitarbeiter in Kurzarbeit gehalten werden.
Dass der Verpächter laut Arcona nun die zuvor zugesagten Zahlungen eingestellt hat, führe unmittelbar dazu, dass das Unternehmen den Stillstandsbetrieb aufgeben und sämtliche Mitarbeiter kündigen und freistellen muss. Die Pächterin werde den Betrieb in den kommenden Tagen räumen und an den Verpächter zurückgeben.
Winter bedauert das Vorgehen
"Ich bin mir zwar sicher, dass viele Mitarbeitende schon sehr kurzfristig neue Anstellungsverhältnisse in anderen Betrieben von Arcona oder in der Region finden werden, doch bin ich außerordentlich traurig darüber, dass die Seele des Hotels, das langjährige Team, nun auseinander bricht", so der Geschäftsführer. "Denn dem Team des Hotels auf der Wartburg ist es zu verdanken, dass wir seit Jahren einer der führenden Betriebe in Thüringen sind. Ich persönlich hätte mir sehr gewünscht, den Betrieb auch weiterhin langfristig zu betreiben. Unser Masterplan für die Weiterentwicklung des Hotels, den wir in den letzten Jahren entwickelt und mit dem Verpächter diskutiert haben, hätte das Haus weiterhin an der Spitze der Thüringer Hotellerie fest etabliert.“
Ende 2023: Arcona meldet Insolvenz
Das 2008 gegründete Unternehmen Arcona Hotels & Resorts mit Sitz in Rostock hatte im November 2023 die Gruppeninsolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Die Entscheidung wurde unter anderem mit der Kaufzurückerhaltung der Gäste insbesondere in der Gastronomie des Hotels begründet. Den Ursprung dafür sieht das Unternehmen in den Folgen des Ukraine-Kriegs, den Engpässen in der Energieversorgung und der hohen Inflation. red/sar/dpa