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Analyse von Limehome, Flixmobility und HometogoWie entwickelt sich der Reisemarkt im Jahr 2021?

Seit mehr als einem Jahr leidet die Weltwirtschaft an den Auswirkungen von Covid-19. Am stärksten betroffen: die Reisebranche. Nun werden Regelungen wieder gelockert. So stellt sich die Frage: Wie wird sich der Markt entwickeln? Das haben Limehome, Flixmobility und Hometogo jetzt analysiert.

Erste Zahlen zeigen bereits, der Heimaturlaub-Trend des letzten Jahres wird sich fortsetzen. Einer Analyse von Hometogo zufolge, einem Marktplatz für Ferienunterkünfte, ist Deutschland gar das beliebteste Reiseziel der Deutschen im Jahr 2021. 44,4 Prozent der Befragten geben an, Heimaturlaub machen zu wollen. Das entspricht einer Steigerung von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 50 Prozent aller Suchen für den Sommer entfielen auf Reiseziele innerhalb Deutschlands – vorwiegend an der Ostsee, Nordsee und in Bayern, wie die Untersuchung zeigt. Dahinter folgt Kroatien mit 12 Prozent und Italien mit 11 Prozent. Destinationen, die mit dem Auto erreichbar sind und Ferienwohnungen liegen laut Jonas Upmann, Reiseexperte und Sprecher von Hometogo, klar im Trend.

Heimaturlaub boomt

Während die Ferienregionen boomen, leiden die Großstädte unter dem weiterhin ausbleibendem internationalen Reiseverkehr. Zahlen von Limehome zeigen, dass seit dem Ausbruch der Pandemie vor 15 Monaten die Umsätze in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern fast doppelt so stark einbrachen wie die kleinerer Standorte. „Die Beherbergung in Großstädten ist auf regen nationalen und internationalen Geschäftsreiseverkehr, Großveranstaltungen und Eventtourismus ausgelegt. Viele der mittelgroßen Städte nähern sich bereits wieder den Vorkrisenumsätzen. Dies wird in den Metropolen sicher noch weit bis in 2022 hinein dauern”, so Dr. Josef Vollmayr, Mitgründer und Geschäftsführer von Limehome.

Erste positive Anzeichen für europäischen Tourismus in 2021

Auch wenn Deutschland einen sehr langen Lockdown – über sieben Monate – aufrechterhalten hat, wurde die Reisebranche anderer Länder laut der Analyse der drei Unternehmen noch härter getroffen. Dabei komme dem deutschen Markt der hohe Anteil an Geschäftsreisen und die geringe Abhängigkeit von ausländischen Reisenden zugute. Im Jahr 2019 habe es in Deutschland beispielsweise mehr als 80 Prozent inländische Übernachtungen gegeben. Dies sei im Gegensatz zu Österreich oder besonders Spanien, wo inländische Reisen nur 30 Prozent ausmachen, ein stabilisierender Faktor gewesen.

Mittlerweile können sich Reisende in ganz Europa über Lockerungen freuen. In Großbritannien schnellten nach der Ankündigung, den Lockdown im Mai aufzuheben, die Buchungen britischer Urlauber für nationale und europäische Destinationen schon im Februar in die Höhe. In Deutschland ergebe sich laut den Unternehmen ein ähnliches Stimmungsbild. Das Verlangen, entgangene Reiseerlebnisse aufzuholen, sei stark. Analog zu den Öffnungen in den letzten Wochen sei auch das Interesse nach den traditionellen Destinationen innerhalb Europas wie Kroatien, Mallorca oder Italien wieder stark angestiegen.

Ähnlich sieht dies Jochen Engert, Mitgründer und CEO von FlixMobility: „Der vergangene Sommer hat gezeigt, dass Menschen nachhaltig und erschwinglich insbesondere in touristische Regionen reisen möchten. Ob Küsten, Berge oder Städte: Hier werden wir das Angebot entsprechend der Nachfrage wieder hochfahren, wenn es die Situation zulässt.“

Was birgt die Zukunft?

Trotz der positiven Aussichten ließen sich die Verluste des ersten Halbjahres 2021 nur in manchen Bereichen aufholen, so die drei Unternehmen. Die Hoffnung liege größtenteils auf 2022. Wie schnell sich der Markt erholen wird, hänge sehr stark vom jeweiligen Segment ab. Im Bereich Ferienhäuser stieg die Nachfrage im Vergleich zu Vor-Corona hingegen und Hometogo konnte nach eigenen Angaben bis zu 80 Prozent mehr Suchanfragen im ersten Halbjahr 2021 für die Sommerferien 2021 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 für die Sommerferien 2019 verzeichnen.

Der Freizeit-Tourismus steht bereits in den Startlöchern. Während in 2021 leicht erreichbare Sommerziele laut den Experten noch besonders profitieren, werde der Strom der internationalen Urlaubsreisen mit dem erhofften Abklingen der weltweiten Pandemie nach und nach seinen Weg in die größeren Metropolen sowie entferntere Winkel der Erde finden.

Im internationalen Tourismus sei mit einer weiteren Verbesserung der epidemiologischen Situation, Fortschritten in den Impfkampagnen, sowie der Aufhebung von Reisebeschränkungen von einer spürbaren Erholung ab Juli bis September 2021 auszugehen.

Geschäftsreisen ändern sich

Im Bereich der Geschäftsreisen seien hingegen bereits jetzt strukturelle Veränderungen ersichtlich. Flexible Home-Office-Modelle, digitale Meetings und agile Formen der Zusammenarbeit haben eine hohe Akzeptanz erfahren. Wie zahlreiche Studien belegen, haben Kürzungen von Reisebudgets großer Unternehmen vor allem Auswirkungen auf höherpreisige Segmente und internationale Geschäftsreisen, so Limehome, Flixmobility und Hometogo.

Geschäftsreisen im mittleren Preissegment wie Außendienstbesuche würden sich hingegen schlechter digitalisieren lassen. Das zeige auch das relativ robuste Aufkommen von Geschäftsreisenden, das kontaktlose und durchweg geöffnete Anbieter wie Limehome selbst während der Pandemiemonate erfahren konnten. Auch in diesem Segment seien bereits erste leichte Rebound-Effekte in den Buchungszahlen ersichtlich, da Kontakte aufgefrischt und neue Partnerschaften geknüpft werden wollen.

Im Budget- bis Mid-Scale-Bereich entstehe zudem ein neues Kundensegment, das in der Größe noch schwer abzusehen ist. Remote Work und die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt haben viele Mitarbeiter dazu bewegt, nicht mehr durchgehend in der Nähe des eigentlichen Arbeitsplatzes zu wohnen. Gereist wird also nicht mehr nur zu Geschäftspartnern, sondern auch zum eigenen Arbeitgeber.

Geschäftsreisen werden sich also in A-Städten langsamer erholen, da die früheren Big-Basket-Traveller zukünftig weniger unterwegs sein werden, wie es in der Analyse heißt. Die drei Unternehmen, prognostizieren, dass diese Städte über einen längeren Zeitraum ein Überangebot an Unterkünften aufweisen werden und sich deshalb in den Average Daily Rates (ADR) und Revenues per available Room (RevPar) erst sehr langfristig bis 2023 mit der vollständigen Rückkehr des internationalen Städte- und Eventtourismus erholen.

Veränderte Bedürfnisse beim Reisen

Durch die zurückgewonnene Freiheit und die neue Arbeitnehmerflexibilität werden sich langfristig auch die Kundenbedürfnisse ändern, wie Limehome, Flixmobility und Hometogo mitteilen. Arbeit und Reisen seien immer stärker miteinander verknüpft und daher würden auch andere Ansprüche an Transportmittel und Unterkünfte gestellt.

Die drei Unternehmen gehen deshalb davon aus, dass es Anbieter schaffen müssen, eine Mischung aus Arbeitsplatz und Unterkunft anzubieten, die kurz- oder langfristig angemietet werden können. Dass dieses Angebot sehr gut angenommen wird, würden die Auslastungszahlen von Serviced Apartments von 54 Prozent selbst in 20205 und die hohe Nachfrage nach Ferienwohnungen beweisen.

Die Flexibilität wird sich laut der Analyse zukünftig nicht nur bei Arbeit und Reisen gewünscht, sondern auch bei den Reisedaten und den Stornierungskonditionen. So suchen Reisende in 2021 bei HomeToGo bei der Reiseplanung um über 600 Prozent häufiger nach einer flexiblen Buchung im Vergleich zum Vorjahr.

Die ersten innerdeutschen Urlaubsziele seien für den Sommer bereits ausgebucht. Die Zeichen stehen laut den Experten auf Revenge Travel 2021/22.

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