Hotelbetreiber investieren in Umbauten nicht nur, um ihre Häuser schöner zu machen. Es geht auch um höheren Gästekomfort und Wirtschaftlichkeit. Wir haben mehrere Häuser unter die Lupe genommen.
Hotel Pfösl, Deutschnofen
Umbauziel: Ein intensiveres Naturerlebnis für ganzheitliche Erholung schaffen
Architektur/Design: Bergmeisterwolf, Brixen
Maßnahmen: Ein neuer Naturteich mit Panorama-Biopool fügt sich in die Gartenlandschaft des Green Luxury Hotel Pfösl in Südtirol ein. Der Pool wird nur von der Sonne beheizt und durch Pflanzen gereinigt, ganz ohne Chemie. Drei neue „Eco Lofts“ (siehe Bild) mit ökologischen Materialien erweitern das Angebot. Jedes hat eine Terrasse mit finnischer Sauna sowie eine eigene Liegewiese. Auch das Haupthaus wurde modernisiert, Zimmer vergrößert und umgestaltet. Neu entstanden sind acht Suiten „Alpina Zirbe Aria“, zwei Suiten „Arve“ und zwei Natur-Doppelzimmer „Pinus“. Alle mit heimischer Zirbe, Naturmaterialien und freiem Blick auf die Dolomiten. Gebaut wurde mit regionalen Partnern.
Fernblick Höfler, Schenna
Umbauziel: Tradition bewahren und charakteristischer werden
Architektur/Design: The New Komma
Architecture, Schenna; Peppis, Meran
Maßnahmen: Nach dem Generationswechsel präsentiert sich die familiengeführte Pension in Schenna mit einem mutigen Designkonzept. Im neu gestalteten Restaurant und in der neuen Bar sorgen italienische Designermöbel für ein frisches Ambiente. Auch draußen wurde mit einer erweiterten Terrasse zusätzlicher Raum geschaffen. Die neuen Zimmerkategorien heißen "Alpinist", "Wanderlust" und "Dolce Vita" – eingerichtet mit viel Liebe zum Detail und ungewöhnlichen Akzenten. Sie richten sich an unterschiedliche Gästetypen und Vorlieben.


Hotel Belvedere, Jenesien
Umbauziel: eine höhere Aufenthaltsqualität, ein
klarer definiertes Designkonzept und die Bewahrung der Identität
Architektur/Design: Bergmeisterwolf, Brixen
Maßnahmen: Das hoch über Bozen gelegene Hotel hat einen neuen Panorama-Speisesaal eingerichtet. Der Blick auf die Dolomiten wird damit noch besser genutzt. Auch die Bar Lounge erhielt ein neues Design, Mittelpunkt ist ein schwebender Kaminofen. Auf der vergrößerten Terrasse steht nun ein Pavillon (siehe Bild), perfekt für einen Heiratsantrag oder einen besonderen Anlass. Zudem wurden die Zimmer renoviert und mit Naturwaschbecken aus Südtiroler Serpentinstein ausgestattet. Auch der Wellnessbereich wurde vergrößert.
Brenners Park-Hotel, Baden-Baden
Umbauziel: Modernität und Historie vereinen
Architektur/Design: MM Design, Frankfurt
Maßnahmen: Das Haus ist das deutsche Stammhaus der Oetker Collection. Das Hauptgebäude wurde zunächst in den Rohzustand zurückversetzt. Dabei legte man ursprüngliche Elemente wie Ziegelmauern und altertümliche Holzträger aus dem 19. Jahrhundert frei. Historische Details der Treppenhäuser sowie Fensterrahmen und sogar Wasserhähne wurden renoviert, was den Charme des Grandhotels wiederbelebt. Auch Möbel, Gemälde und Antiquitäten wurden aufgearbeitet. Die 79 Zimmer und Suiten sind individuell gestaltet. Das Erbe des Hauses blieb zugleich erhalten – ergänzt um moderne Technik und nachhaltige Standards.


Der Stern, Obsteig
Umbauziel: Energetische Gebäudesanierung, Barrierefreiheit im Erdgeschoss mit
neuem Wohnzimmer-Charakter
Architektur/Design: Radekhála Architekten, Innsbruck
Maßnahmen: Das Erdgeschoss des Hotel wurde neu gestaltet und um 150 Quadratmeter vergrößert. Die Fläche war zuvor bereits unterkellert und wurde daher nicht neu versiegelt – eine bewusste Entscheidung der Gastgeber, die sich seit 2010 aktiv für den Klimaschutz engagieren. Das Entree ist seit dem Umbau wohnlicher, barrierefrei und ohne Stufen zugänglich. Im Gastronomiebereich können Gäste dem Küchenteam bei der Zubereitung regionaler Gerichte zusehen, denen Kräuter aus dem Indoor-Gewächshaus das gewisse Etwas verleihen. Im Rahmen des Umbaus wurde die gesamte Haustechnik erneuert und das Gebäude energetisch saniert. Fassaden (Holzfaser), Kellerdecken und Fundamente wurden gedämmt, alle 120 Fenster des Gebäudes ausgetauscht oder saniert. Dank eines Kälteumwandlers kühlt das Hotel auch an heißen Tagen ohne Klimaanlage.
Hotel Falter, Drachselsried
Umbauziel: Nachhaltigkeit, Kreation eines
unverkennbaren Ambientes
Architektur/Design: Pixel + Punkt,
Bad Kötzting
Maßnahmen: Rockmusik trifft Erholung Nach diesem Motto renovierte Familie Falter den Barbereich ihres 20-Zimmer Hotels. Auf bestehender Fläche entstand ein drittes Restaurant mit Bar und Bühne für kleine Veranstaltungen. Die Atmosphäre erinnert an Band-Proberäume und setzt auf +Upcycling: Ausgediente Grammophon-Schalltrichter und Snaredrums dienen als Leuchten, Instrumentenkoffer als Sitzplätze. Bassboxen umrahmen die Spiegel in den Sanitärräumen. Nachhaltig ist auch der Patchwork-Boden, der aus Teppich-Restposten des Unternehmens Tarkett besteht.


Sonnenalp Resort, Ofterschwang
Umbauziel: "Gutes soll noch besser werden"
Architektur/Design: Unzeitig; Berchtold Innenräume, beide Sonthofen
Maßnahmen: Das in vierter Generation geführte Fünfsterne Superior-Resort präsentiert in diesem Jahr das "Sonnenalp Hofgut" als neues Highlight. Bis Jahresende entsteht eine Reithalle mit 180-Grad-Verglasung, hochfahrbaren Fenstern und Panoramablick. Auf der begrünten Dachterrasse sind ein Restaurant mit offener Showküche und ein kleiner Hofladen geplant. Im Hofgut entstehen sechs Loftzimmer, am sonnigen Südhang fünf Natur-Lodges. Auch im Haupthaus tut sich was: Die 28 „Rotspitz“-Zimmer (siehe Bild) wurden von Allgäuer Fachbetrieben renoviert. Neue Verbindungstüren schaffen Flexibilität, Bestandsmöbel wurden aufgearbeitet und die Badezimmer erneuert.
Platzl Hotel, München
Umbauziel: mehr mediterrane Leichtigkeit in den öffentlichen Bereichen
Architektur/Design: Dreimeta, Augsburg
Maßnahmen: Die Lobby des Viersterne-Superior Traditionshotels wurde komplett umgebaut. Ein früheres Trachtengeschäft wich der Bar "Josefa": In ehemals dunklen Räumen entstand ein lichtdurchflutetes Ambiente. Anstelle der Bar findet sich nun ein Co-Working-Space, der sich bei Bedarf mit Vorhängen in einen separaten Meetingraum verwandeln lässt. Das Design von Lobby, Bar und Community-Bereich spiegelt bayerische Handwerkstradition wider. In der Bar Josefa mischt sich diese mit mediterraner Leichtigkeit – etwa durch den Terrazzoboden in warmem Rot, die großen Lüster über dem Tresen und die blau-weiß karierten Fliesen.

