Als Folge der CoronakriseGrandhotel Hessischer Hof schließt endgültig

Das traditionsreiche Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt schließt noch in diesem Jahr seine Pforten endgültig. (Bild: Michael Holz)

Die Unternehmensgruppe Prinz von Hessen schließt ihr Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt zum Ende des Jahres 2020 für immer. Das habe der Vorstand der Hessischen Hausstiftung nach eingehender Prüfung beschlossen, heißt es von Seiten des Unternehmens. Man wolle sich künftig mehr auf die Destinationshotellerie, wie etwa durch den Ausbau der Aktivitäten rund um das Schlosshotel Kronberg sowie die Weiterentwicklung des Standortes Gut Panker konzentrieren.

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Donatus Landgraf von Hessen spricht von einem schmerzhaften Entschluss, der aber das restliche Unternehmen schützen soll. (Foto: Michael Holz)

„Die durch die Corona-Pandemie bedingten tatsächlichen Verluste im laufenden Geschäftsjahr im Grandhotel Hessischer Hof sowie die weiterhin zu erwartenden starken Umsatzeinbrüche in der Business- und Messehotellerie am Messestandort Frankfurt zwingen uns zu einer Portfolioanpassung innerhalb der Unternehmensgruppe Prinz von Hessen“, so Donatus Landgraf von Hessen. Um die Zukunftsfähigkeit der Gruppe während der Corona-Pandemie und darüber hinaus zu sichern, habe der Vorstand der Hessischen Hausstiftung nach intensiver Prüfung beschlossen, das Fünfsternehaus Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt im vierten Quartal dieses Jahres zu schließen, sprich bis zum Ende dieses Jahres.

Der Entschluss ist schmerzhaft aber er dient dem Schutz der gesamten Unternehmensgruppe. Alle Prognosen weisen klar darauf hin, dass sich die Segmente Tagungen, Messen sowie Geschäftsreisen nur sehr langfristig erholen werden und auch in den kommenden zwei Jahren mit weiterhin hohen Verlusten gerechnet werden muss. Wir erwarten in der Zukunft nachhaltige Veränderungen im Geschäftsmodell der Businesshotellerie“, so Donatus Landgraf von Hessen weiter.

Mitarbeiter müssen teilweise gekündigt werden

Die Beschäftigten wurden bereits umfassend im Rahmen einer Mitarbeiterinformationsveranstaltung über die Entscheidung informiert. “Die Geschäftsführung hat alles darangesetzt, verantwortungsvolle Lösungen für die von der Betriebsschließung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden”, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Die Unternehmensgruppe Prinz von Hessen will all ihre Verbindlichkeiten aus bestehenden Verträgen gegenüber betroffenen Mitarbeitern bis zu deren letzten Arbeitstag vollumfänglich erfüllen. Insgesamt werden 63 Mitarbeiter von 350 Mitarbeitern in der gesamten Gruppe betroffen sein. Dies entspricht einem Anteil von unter 20 Prozent der gesamten Belegschaft und knapp 30 Prozent der Hotels.

„Obwohl wir mit dieser Entscheidung die Zukunft unserer Unternehmensgruppe sichern und mit dem Fokus auf die Destinationshotellerie über 80 Prozent unserer Belegschaft halten können, ist heute ein sehr trauriger Tag für uns, da wir in den kommenden Monaten schweren Herzens wertvolle, engagierte und liebgewonnene Kolleginnen und Kollegen verabschieden müssen. Die schmerzliche Entscheidung zur Schließung eines so traditionsreichen Hauses haben wir nach intensiven und langen Diskussionen getroffen. Sie war letzten Endes aus betrieblicher und strategischer Sicht alternativlos“, fasst Donatus Landgraf von Hessen zusammen. Die Unternehmensgruppe Prinz von Hessen konzentriere ihre Aktivitäten künftig verstärkt auf ihre touristischen Betriebe, die Forst- und Landwirtschaft sowie Weinbau, Events und Kulturveranstaltungen.

Zum Grandhotel Hessischer Hof

Das Grandhotel Hessischer Hof war ursprünglich die Stadtresidenz von Wolfgang Prinz von Hessen und wurde 1952 mit 35 Zimmern als Hotel Hessischer Hof eröffnet. Bislang war es das einzige privat geführte Luxushotel der Stadt und im Besitz der Familienstiftung der Landgrafen und Prinzen von Hessen. Kostbare Gemälde, antike Möbel, edle Stoffe und Teppiche prägen das Ambiente des Grandhotels. Seit 1928 hat es sich die Hessische Hausstiftung – heute unter dem Vorsitz von Donatus Landgraf von Hessen – zur Aufgabe gemacht, die Kulturgüter der Familie zu bewahren und zu pflegen.

 

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