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StartHotel+TechnikAeon Hotel::Entschleunigung deluxe

Aeon HotelEntschleunigung deluxe

In Oberbozen ist ein reizvoller Rückzugsort mit Rundumblick über die alpine Berglandschaft des Rittner Hochplateaus entstanden. Das Adults-Only-B&B bietet viel Raum für Zweisamkeit. Der Name Aeon steht für Zeitlosigkeit, für die Ewigkeit – also für genau das, worum es im Aeon-Urlaub geht. Das alles eingefasst in ein architektonisches Statement.

Trotz aller Abgeschiedenheit dürften die Entscheidungen schwerfallen: Wandern gehen, wellnessen oder einfach im Zimmer und auf dem Balkon die Seele baumeln lassen, während man vom Bett oder der XL-Gartenliege aus in die Weite und auf das satte Grün der Wiesen und Wälder schaut? Max Ramoser, General Manager des Aeon, stellt jedenfalls fest, dass seine Gäste schon nach der ersten Nacht herunterfahren, dass der Alltagsstress spürbar von ihnen abfällt. Und er ist überrascht, wie jung sie sind.

Zwar ist das Publikum gemischt, doch den hohen Anteil der Jahrgänge 1985 bis 2000 hatte der Hotelchef angesichts der Preislagen so nicht erwartet. Für eine Über­nachtung mit Frühstück bewegen sich diese je nach Jahreszeit und Zimmerkategorie zwischen 180 und 220 Euro pro Person. „Unsere Gäste investieren ihr Budget offenbar lieber bei uns in vier Tage Genuss auf hohem Niveau als andernorts in eine längere Auszeit mit weniger Annehmlichkeiten“, stellt der Hotelier fest.

550 Jahre alter Gasthof

Auch Ramoser ist mit 27 Jahren ein junger Chef. Der Hotelkaufmann sammel­te jedoch bereits in mehreren Fünfsterne­häusern Erfahrungen, bevor er neben dem 550 Jahre alten Bauern- und Gasthof seiner Familie das Projekt Aeon startete. Hier dürfte auch eine der Herausforderun­gen liegen. Denn während der Lobishof seiner Eltern eine beliebte und quirlige Anlaufstelle für Ausflügler und Familien ist, richtet sich das Aeon an ruhesuchende Erwachsene. Daher wurden die beiden neuen Gebäude auf dem weitläufigen Grundstück bewusst weit nach hinten versetzt. Sie kehren den bestehenden Anlagen mit einigem Abstand quasi den Rücken zu, ohne ihnen ihrerseits den Blick zu nehmen.

Gleichzeitig ist Ramoser über­zeugt, dass auch seine Gäste offen für das Traditionelle sind, das nebenan geboten wird. „Auch sie mögen es, beispielsweise am Törggelen teilzunehmen und gemüt­lich in Südtiroler Stuben zu essen.“ (Anm. d. Red.: Törggelen bezeichnet einen Brauch in Südtirol. Typisch für eine Törggele-Mahlzeit sind ein „Siaßer“ oder „Sußer“, das heißt Traubenmost in den ersten Tagen der Gärung, und junger Wein sowie geröstete Kastanien, Nüsse und eventuell süße Krapfen.)

Höchst modern und doch am Bestand orientiert

Architektonisch wurde analog dazu der Spagat gewagt: Die neuen, als Klimahaus- zertifizierten Baukörper sind modern und ausgefallen („daher haben wir uns für Noa – Network of Architecture entschieden“), orientieren sich aber mit ihren Volumina, der Holzbauweise, den traditionellen Satteldächern oder den Schrägen am Bestand. Über die lang gezogene Einfahrt wird die Garage erreicht, die auch E-Ladestationen bietet. Zur Gepäckbe- und entladung ist die Zufahrt direkt vor den Hoteleingang möglich. Das Public-Gebäu­de beinhaltet den Empfang, den Früh­stücks­raum, die Bar und den Wellness-Be­reich, das zweite Haus die insgesamt 15 Zimmer und Suiten. Beide Gebäude sind über einen Korridor verbunden, der sich – wie die Garage – unter einem begrünten Hügel in die Landschaft einfügt.

Wie eine Schleuse wirkt das Eingangsportal, das das Wappen der Familie aus dem Jahr 1464 trägt. Denn auf den schwar­zen Stahl der Tür folgt pure Behag­lich­keit: von der Rezeption, an der die Gäste auch Platz nehmen können, bis hin zur flexibel bespielbaren Panoramastube inklusive Loungebereich mit offenem Ka­min, Weinexposition inmitten gemüt­li­cher Bistrotische und Leseecke mit Hänge­sofas. Im ersten Obergeschoss des Aeon befindet sich der Wellnessbereich, der von einer Obstbar und einem Trink­brunnen eröffnet wird. Whirlpool, Dampf­bad, finnische Sauna, Duschanlage – all das wird hier geboten.

An der südwestlichen Gebäudeseite kragt der teils überdachte Outdoorpool mit Infinity-Kante aus. Das Becken ver­schwimmt geradezu mit der Umgebung, der Wechsel vom Gebäude in den Pool erscheint übergangslos. Riesige Sofaland­schaften, Baldachine und Vorhänge sind ebenso typisch für den Ruhebereich wie auch für die Zimmer, an die allesamt Terrassen oder Balkone mit viel Privat­sphä­re angrenzen. Mittels Hängepflanzen wird die Natur ins Haus geholt. Ein paar weitere Stufen hinauf geht es zu einem separaten Ruhebereich, der als Meditations­raum, für Yoga oder Entsp­annung genutzt und reserviert werden kann. Von der Dachterrasse erstreckt sich der Blick zu den Dolomiten.

Holistisches Farbkonzept für alle Räume

Die gesamten Räumlichkeiten wurden in einer farblichen Zweiteilung durchkomponiert. Ein sanftes Beige – geerdet, sinnlich, vertraut – trifft auf mystisches Blau. Das Team der Noa-Architekten möchte mit diesem Konzept „das Dazwischen dieses Ortes symbolisieren, an dem man fest auf dem Boden steht und gleichzeitig das Gefühl hat, die Wolken berühren zu können“. Alle Einrichtungsgegenstände – von den Vorhängen über die Möbel bis hin zu den Leuchten – sind Teil dieses holisti­schen Ansatzes. Während der Übergang zwi­schen Beige und Blau im öffentlichen Gebäude horizontal auf Augenhöhe statt­findet – unten beige, oben blau – vollzieht sich diese Teilung in der Übernachtungs­herberge vertikal. Dabei sprechen nicht nur die Farben an, sondern auch die hoch­wertigen, haptisch berührenden Materialien.

Es gibt drei Zimmerkategorien, mit dem Highlight on top. Die Galerie-Suite ist zweigeschossig, eine interne Treppe führt auf ein Wohnpodest unter dem Dach. Alle Betten sind mit freiem Blick Richtung Natur ausgerichtet, angelehnt an die Idylle des „Bettes im Kornfeld“. Die 35 Quadratmeter großen „Intimate Rooms“ öffnen sich vom Eingangs- und Badbereich mit freistehendem Waschtisch und offener Dusche über den Wohnbereich mit Schreibtisch, Privatbar und Lounge bis hin zum Schlafbereich. Die Gäste der Zimmer und Suiten im Erdgeschoss kommen auf ihren Terrassen zusätzlich in den Genuss eines privaten Whirlpools. Die mit 55 Quadratmeter größeren „Above-&-Beyond“-Suiten an den Außenseiten des Gebäudes verfügen über ein zusätzliches Wohnzimmer mit von der Decke hängendem Bettsofa und geben den Blick beidseitig zu den Bergpanoramen frei.

Entfaltungsspielraum für die Zukunft

„Wir haben grundsätzlich die Genehmigung für die doppelte Zimmeranzahl und zusätzliche Gebäudestrukturen auch bereits modular in die Planung einbezogen“, berichtet Max Ramoser. Er erklärt: „Unsere Investition fiel in die aktuell unsichere Zeit. Jetzt möchten wir erst einmal in die neue Aufgabe hineinwachsen, sicherstellen, dass wir sie als Familie bewältigt bekommen und eine ordentliche Dienstleistung erbringen. Wir möchten die Trends sehen und werden dann weiterbauen“, kündigt er an.

Stefanie Hütz

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