Aja Zürich Ein Resort zeigt neue Züge

Vom Beach mitten hinein in die betriebsame Metropole: Mit ihrem ersten Stadt-Resort verlässt die junge Marke Ferienpfade. In Zürich eröffnete im November 2018 das erste Aja-Haus im europäischen Ausland. Stadt- und Wellnessurlaub sollen sich darin nicht widersprechen, sondern ergänzen.

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Die perfekte Location für ein Ferienresort sieht auf den ersten Blick anders aus: In einem Viertel mit diversen Industrie- und Bürogebäuden, durch das sich viel befahrene Bahngleise ziehen, kommt jedenfalls nicht sofort Urlaubsstimmung auf. Das hat die Hotelmarke Aja nicht davon abgehalten, an genau diesem Ort – dem Züricher Quartier Altstetten – im November ihr neuestes Haus zu eröffnen und damit erstmals nicht an einen Strand oder in die Berge zu gehen, sondern in eine Stadt. Weiteres Novum: Es ist das erste Aja-Resort außerhalb Deutschlands.

“Das Beste aus zwei Welten verbinden”

„Wir möchten das Beste aus beiden Welten verbinden: Das Lebendige eines Stadthotels und die Ruhe eines Ferienresorts“, sagt Resort-Manager Sven Lehmann. Seit April 2018 ist Sven Lehmann Chef des Hauses und hat die letzten Monate der Fertigstellung sowie den aufwendigen Rekrutierungsprozess der 52 Mitarbeiter intensiv begleitet. Seine 18 Berufsjahre bei der Starwood-Gruppe, für die er diverse Neueröffnungen und Umbaumaßnahmen begleitet hat, kamen dem gebürtigen Hamburger dabei zugute.

„Wir wollen vieles bewusst anders machen und offen sein für Neues“, sagt er. Zwar bleibe die DNA von Aja erhalten, also Urlaub für alle bezahlbar zu machen, aber die Ausprägungen würden sich verändern. Mit dem Resort in Zürich ändert Aja nicht nur sein Schema bezüglich der Destination, auch die Grenzen zwischen den Zielgruppen verschwimmen. Geschäftsreisende, Paare, Familien, kleinere Gruppen oder Singles: Alle sollen im neuen Hotel ihren Platz und einen Rückzugsort inmitten der quirligen Stadt finden.

Ideale Verkehrsanbindung

Die Anbindung an das Züricher Zentrum ist ideal – dank der Haltestelle Altstellen direkt vor der Tür sind der Hauptbahnhof und die Innenstadt in weniger als zehn Minuten zu erreichen. Bei der Entdeckungsreise sollen die sogenannten „Wunscherfüller“ unterstützen: Einheimische Mitarbeiter an der Rezeption, die den Gästen Insidertipps geben und helfen, Zürich jenseits der Touristenpfade zu erleben. Insgesamt setzt sich der Mitarbeiterstab aus den verschiedensten Nationalitäten zusammen, was den Vorteil habe, so Sven Lehmann, dass man fast jeden Gast in seiner Landessprache verstehen könne.

Zurück im Resort, können die Gäste im Fitnessraum oder  im Wellnessbereich entspannen. Letzterer verfügt unter anderem über eine finnische Sauna mit Blick über das „Manhattan Zürichs“, wie Alt­stetten aufgrund seiner Hochhäuser auch genannt wird. Auf der Sonnenterrasse sollen im Sommer unter anderem Yogakurse unter freiem Himmel stattfinden.

Nivea-Haus mit eigenem Eingang

Massagen und Kosmetikbehandlungen finden im integrierten Niveau-Haus statt – ebenfalls das erste in der Schweiz. Aja und die Beiersdorf-Marke haben ein Franchise-Abkommen und treten immer zusammen auf. Den dazugehörigen Shop hat der Innenarchitekt Matteo Thun gestaltet, die Anwendungen sind für Hotelgäste und externe Besucher gleichermaßen zu buchen. Ein separater Eingang senkt die Hemmschwelle für Gäste von außen.

Das neue Resort ist Teil des sogenannten Vulcano Komplexes: Aus einem fünfstöckigen Sockelbau ragen drei Türme in die Höhe, in denen sich jeweils 100 Mietwohnungen befinden. Das Hotel ist in den ersten vier Stockwerken des Sockels untergebracht. In der fünften Etage des mittleren Teils befindet sich der Wellnessbereich mit Terrasse. Bauherrin ist eine Anlagegruppe, die Credit Suisse Anlagestiftung, die Kosten werden mit rund 250 Millionen Schweizer Franken beziffert.

Im Hotelshop, in dem unter anderem auch Frühstück to go zu haben ist, wie auch in der Bar und im Deli-Restaurant,  sind die Mieter des Komplexes jederzeit willkommen. Für den Fitness- und Saunabereich sind Monats- oder Jahresmitgliedschaften erhältlich. „Wir wollen Teil der Community sein, unsere Nachbarn sollen unsere Lobby als ihr Wohnzimmer betrachten“, sagt Sven Lehmann. Es waren nicht zuletzt diese Serviceleistungen für die Bewohner, die Aja zum Gewinn der Hotelausschreibung verhalfen. Die Verbindung nach draußen und der lokale Bezug waren dem französischen Architekten Dominique Perrault wichtig. In den Zimmern dominieren daher raumhohe Fenster, die den Blick auf die urbane Umgebung freigeben. Die Wände schmücken Bergpanoramen, in die Bettwäsche sind Steinböcke eingestickt: Die Gäste sollen nicht vergessen, dass sie in der Schweiz sind. Auch die Bar ziert ein Bergpanorama, in der Sauna gibt es Schokoladen-Aufgüsse, und im „Schweizer Chalet“, einem Nebenraum des Restaurants, hängen riesige Kuhglocken an den Wänden. Dort wird unter anderem das klassische Käsefondue serviert.

Die 319 Zimmer sind zweckmäßig und platzsparend eingerichtet. Drei verschiedene Zimmerkategorien variieren in erster Linie durch die Größe ihres Grundrisses und ihre Lage, nicht aber in ihrer Ausstattung. „Wir haben uns sehr genau überlegt, was die Gäste wirklich brauchen“, sagt Sven Lehmann. So wurde beispielsweise auf Telefone verzichtet, dafür gibt es USB-Anschlüsse und überall kostenloses WLAN ohne Passwort. Ein stimmiges Lichtkonzept war dem Resort-Manager sehr wichtig. Deshalb habe er zusammen mit einer Lichtdesignerin die unterschiedlichsten Beleuchtungsszenarien erarbeitet.

Das Gebäude ist nach dem Schweizer Minergie-Eco-P-Standard zertifiziert, der Niedrigstenergiebauten ausweist. Auch im täglichen Hotelbetrieb wird Wert auf Ressourcenschonung gelegt. Neben den klassischen Maßnahmen zur Müllvermeidung wurden beispielweise Zeitungen  durch ein kostenfreies Online-Angebot ersetzt, bei dem auf über 7.000 Medienprodukte weltweit zugegriffen werden kann.

Wohin geht Aja als nächstes? „Uns kommt es nicht in erster Linie auf Strand oder Stadt an, sondern auf die Möglichkeit, unsere Ideen spannend umzusetzen“, sagt Manager Lehmann. Zürich habe sich deshalb angeboten, „weil wir die Chance bekamen, in eine begehrte Neu-Immobilie einzuziehen, die zu unserem Konzept passt.“ Weitere Städte-Resorts seien derzeit nicht in Planung, als nächstes eröffnet ein Aja Haus im bayerischen Ruhpolding.

„Überall, wo ich nach draußen schauen kann,“ beantwortet Sven Lehmann die Frage nach seinem Lieblingsplatz im Hotel. Das Beobachten der Züge, die an den großen Fensterfronten vorbeifahren, sei sehr beruhigend. „Viele Gäste sitzen einfach da und genießen das Trainspotting“, sagt er. Dank Schallschutz sind sie kaum zu hören.

Isabell Schreml

Weitere Infos: www.aja.de

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