MRP Hotels Experten-Statements zur Lage der Hotellerie

Einen Zukunftsausblick zum Thema Hotellerie geben die Experten der MRP Hotels. © Pixabay/Pexels

Das Experten-Team des Beratungsunternehmens MRP Hotels gibt eine Einschätzung zur Lage der Hotellerie. Unter anderem zum Thema drohende Insolvenzwelle und Förderungen des Gastgewerbes sowie zum Thema Stolpersteine für Hoteliers.

Wie ist die Ausgangslage in der Hotellerie?

Gilbert Ghammachi, Partner bei MRP Hotels, gibt Antworten auf folgende Fragestellung: Wie ist die Ausgangslage in der Hotellerie?
Die Auslastung liege derzeit in den meisten europäischen Städten bei fünf bis zehn Prozent. Eine Vielzahl an Konferenzen wurde bereits jetzt abgesagt. Besonders in den Stadthotels sei das Recovery-Szenario aber stark abhängig von Mikrolage und Hotelprodukt. Demnach würden sich Leisure-geprägte Städte wie Hamburg und Salzburg schneller erholen als andere Städte. Wien oder Zürich würden ohne die Öffnung der Grenzen einen versetzten Recovery erleben. Die Ferienhotellerie wird generell als krisensicherer eingeschätzt.

Drohende Insolvenzwelle und Förderlandschaft

Alexander Schick, Senior Consultant bei MRP Hotels, gibt Antworten auf folgende Fragestellung: Welche Beobachtungen sind in Zusammenhang mit der drohenden Insolvenzwelle und Förderlandschaft zu machen?
Demnach bleiben die großen Insolvenzen weiterhin aus, vor allem wegen der weiterhin ausgesetzten Insolvenzantragspflicht. Monatliche Fixkosten seien zudem aktuell bei den meisten Betrieben sehr weit zurückgefahren. Die Liquidität werde erst dann wieder auf die Probe gestellt, wenn die Förderungen reduziert werden, aber das Gästevolumen gering bleibt. Tendenziell würden Betreiber, die in den vergangenen Jahren aggressive und hochpreisige Pachtverträge unterzeichnet haben, in Bedrängnis kommen, sofern die Pachtverträge nicht neu verhandelt werden. Bei den betreibergeführten Hotels würden Leitbetriebe derzeit ihr Produkt weiter ausbauen. Mittelfristig sei eine mögliche Insolvenzwelle insbesondere von Rückführungsmodalitäten der gewährten Kredite mit Staatshaftung abhängig. Mittel- und langfristig müssten staatliche Hilfen so gestaltet werden, dass Rating-Kennzahlen und die in der Hotellerie schwach ausgeprägte Eigenkapitalstruktur verbessert würden.

Stolpersteine auf dem Weg in den Sommer

Beatrice Sommer, Junior Consultant bei MRP Hotels, gibt Antworten auf folgende Fragestellung: Welche Stolpersteine gibt es auf dem Weg in den Sommer?
Weiterhin müssen Hoteliers auf Sicht fahren, sprich flexibel und kurzfristig reagieren. Dies zeige sich in der Personalpolitik bis hin zu den Stornobedingungen. Die gesundheitspolitische Situation sei weiter fragil. Reisende in Zeiten von Corona erwarteten höchstmögliche Flexibilität. Die Anpassungsfähigkeit sei auch für die Ausrichtung des Hotelkonzeptes erforderlich. Es gelte als anzunehmen, dass bei der Eröffnung der Hotels diverse Auflagen warteten. Etwa für Spa, Bar oder Restaurants. Fundamental für den Fortbestand des Hotels sei die Sicherung der Liquidität. Diverse Zuschüsse und Finanzhilfen würden verzögert ausbezahlt, dies sei ein großer Stolperstein. Wesentlich sei daher eine ständige Feinjustierung und Neuausrichtung der Zahlungsflüsse. Zudem konnte man bereits die Abwanderung der Mitarbeiter beobachten. Mehr als zuvor sei daher ein ausgezeichnetes Employer Branding sowie HR-Management nötig.
Die ausführlichen Statements der MRP Hotels-Consultants finden Sie hier.