Die ONYX Hospitality Group ist mit 52 Häusern in Asien aktiv – unter anderem in China. Im Interview erklärt Präsident und CEO Douglas Martell, dass seine Gruppe die Coronakrise auf ihre Weise nutzen will. Zudem betont der Manager: "Nichts überstürzen!"
Der Corona-Virus hat die Tourismusbranche in Asien schwer getroffen. Auch die Häuser der ONYX-Gruppe sind davon betroffen. Wie begegnen Sie der Krise?
Douglas Martell: Krisen kommen und gehen. Wir müssen uns weiterhin auf unseren langfristigen Plan konzentrieren und an unserer Expansion arbeiten, jedoch gleichzeitig kurzfristige Herausforderungen bewältigen. So nutzen wir in einigen Häusern die schwache Belegungszeit für Renovierungsarbeiten und haben bereits mehrere Millionen Euro darin investiert. Das ist normalerweise im laufenden Betrieb bei ausgelasteten Häusern schwer realisierbar; durch den Corona-Virus hat sich uns nun diese seltene Gelegenheit geboten. Wichtig ist zudem, dass wir nicht überreagieren, schließlich gehen Krisen auch einmal zu Ende.
Sprechen Sie da aus Erfahrung?
Ja, durchaus. Wir haben durch unsere vier Hotels in Sri Lanka und acht Hotels in Hongkong jede Menge Krisenerfahrung gesammelt. Beide Länder waren sehr stark von politischen Unruhen betroffen. So wurde Hongkong fast ein Jahr lang von großen Massenprotesten gebeutelt; Sri Lanka hatte mit gewalttägigen Konflikten und Terror zu kämpfen. Während der Krisen sank die durchschnittliche Auslastung in beiden Gebieten auf 50 Prozent. Nach den Krisen konnten wir jedoch in diesen Märkten wieder ein solides Wachstum verzeichnen. Dank der Einzigartigkeit und Schönheit Sri Lankas, hat sich das Investitionsvertrauen schnell erholt. Und in Hongkong haben sich sechs unserer acht Hotels auf Langzeitgäste eingerichtet, denn dieses Segment reagiert im Vergleich zu den Tageshotels weniger stark auf Turbulenzen.
Sie sind bei ONYX auf starkem Expansionskurs, werden Sie diesen beibehalten?
Ich gehe davon aus, dass sich das Wachstum in Thailand in diesem Jahr aufgrund der schwachen Vorausbuchungen in Grenzen halten wird. Jedoch glaube ich daran, dass sich der Tourismus in der zweiten Jahreshälfte erholen wird. Daher rechnen wir auch weiterhin damit, dass wir in diesem Jahr wie geplant mit zwölf neuen Häusern an den Start gehen können.
Wie sieht es mit Ihren Mitarbeitern aus? Müssen sie um ihren Job bangen?
Auch hier gilt die Devise: Nichts überstürzen. Wir beschäftigen fast 3.000 Mitarbeiter in Thailand und wollen diese auch weiterhin behalten. Daher wollen wir sie eher in anderen Häusern oder an anderer Stelle einsetzen, als sie zu entlassen. Schließlich brauchen wir sie umso mehr nach dem Abebben der Krise.
Wagen Sie einen Blick in die Zukunft….
Wir werden weiterhin an einer ausgewogenen Mischung der Märkte festhalten und versuchen den Anteil chinesischer und europäischer Gäste bei jeweils zehn Prozent zu halten. Dadurch können wir Risiken minimieren, wenn ein Markt kriselt. Und wie schon bereits erwähnt, Krisen kommen und gehen. Die Pandemien, Demonstrationen, Kriege und Terrorismus der vergangenen Jahre haben die Hoteliers widerstandsfähig gemacht. So werden wir auch die Corona-Krise bewältigen und gestärkt daraus hervorgehen.
ONYX-CEO Douglas Martell "...nicht überreagieren, schließlich gehen Krisen auch einmal zu Ende."