Einige Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft reiste unser Tester nach Polen, um das Luxushotel Dwór Oliwski Danzig unter die Lupe zu nehmen. Dort wird unsere DFB-Elf ihr Quartier haben und sich zwischen den Spielen entspannen. Lesen Sie in seinem Testprotokoll, was er erlebt hat.
Internet-Auftritt
»Es ist beim Willkommen zu sehen. Mit lächelnden Gesichter des Personales beginnend bis zur schönen Lokalisierung, und wenn man die Reihenfolge ändert – bekommt man das gleiche.« Diese unwiderstehliche Aussage findet sich auf der ins Deutsche übersetzten Website des Danziger Hotels Dwór Oliwski. Mit ihr wird die Auszeichnung des Hauses als »für Mutter und Kind freundliches Hotel« begründet. Vielleicht haben ja Aussage und Auszeichnung auch Fußball-Manager Oliver Bierhoff überzeugt und ihn dazu bewogen, das polnische Fünf-Sterne-Hotel als Quartier der deutschen Nationalmannschaft zur EM 2012 auszuwählen. Was für Mutter und Kind gut ist, kann schließlich für Fußballspieler nicht schlecht sein, oder? Überzeugend klingt auf jeden Fall auch, dass »der Hauptkoch Marcin Kowalski schafft eigenes Menü, bei der Ausnutzung des Geschmacks- und Duftpalette verschiedenen Kulturen.« Kowalskis Künste werden Jogis Jungs nur leider kaum ausprobieren können, reisen sie doch mit eigener Küchencrew und strengem Ernährungsplan. Aber bleiben wir fair: So unfreiwillig drollig die Texte auf der Homepage des Dwór Oliwski teilweise sind, es finden sich durchaus nützliche Informationen und ansprechende Fotos zum Hotel, sodass man sich ein gutes Bild von dessen Leistungen machen kann. Die Tagungsinformationen sind allerdings nicht ins Deutsche übersetzt – bis auf diese eine: »Wir bitten die Möglichkeit an, hochqualifizierte Personalassistentin im Rahmen der Stundenpakete zu beschäftigen.« Mit umgerechnet 16 Euro pro Stunde, die diese Dienstleistung kostet, würde sich hier doch bestimmt bei den Mannschaftsbesprechungen… Aber Schluss jetzt mit lustig. Da die Online-Buchung auf der Website nur polnisch ausgelegt ist und ich schon bei den Monatsnamen ins Zaudern komme, buche ich schließlich doch lieber per Telefon.
Wertung: befriedigend
FR. 10/02, 11:45; Telefonische Reservierung
Aus der zwar freundlich klingenden, aber rasant auf Polnisch heruntergeratterten Begrüßungsformel der Rezeptionistin kann ich weder den Hotelnamen noch den Namen der Dame selbst heraushören. Deutsch wird nicht gesprochen, erst als wir zu Englisch übergehen, klappt die Verständigung leidlich. Das Reservierungsgespräch umfasst nur das Nötigste – ich nenne meine Wünsche, und mein telefonisches Gegenüber nennt den Preis. Dieser beträgt für ein Doppelzimmer zum angegebenen Wochenende 469 polnische Zloty, das entspricht etwa 112 Euro pro Nacht, einschließlich Frühstück und Spa-Nutzung. Als ich mich nach möglichen anderen Kategorien erkundige, bietet mir die Rezeptionistin ein Zimmer mit getrennten Betten zum gleichen Preis an, aber keine der Juniorsuiten oder »Luxus-Appartements« (Internet). Weitere Informationen zum Hotel (Restaurant, Öffnungszeiten) muss ich selbst erfragen. Die Dame nimmt nur Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf und erbittet eine Kreditkartennummer, um die Buchung garantieren zu können. Sie kündigt mir eine Bestätigung per Mail in den nächsten Minuten an und verabschiedet sich zügig – ohne die Details der Reservierung noch einmal zu wiederholen und ebenso ohne sich für meine Buchung zu bedanken. Sie hinterlässt bei mir den Eindruck (der sich auch später im Hotel als generelles Phänomen verfestigt), dass man sich beim Benutzen der Fremdsprache unwohl fühlt und deshalb die Kommunikation auf das Nötigste beschränkt. Dies rächt sich unmittelbar nach der Buchung, da die Empfangsdame einen Fehler bei der Aufnahme meiner E-Mail-Adresse gemacht hat und mich deshalb noch einmal anrufen muss. Schließlich erhalte ich später am Tag eine eher spröde Reservierungsbestätigung mit den wichtigsten Fakten meiner Buchung und dem Wunsch für einen angenehmen Aufenthalt. Als echtes Manko werte ich, dass ich weder am Telefon noch in der Bestätigung darauf hingewiesen werde, mögliche Spa-Behandlungswünsche zeitig anzumelden. Folglich sind bei meinem zweiten Anruf im Hotel, einige Tage vor Anreise, alle Kosmetiktermine für das betreffende Wochenende ausgebucht und ich kann nur noch Massagetermine vereinbaren. Dabei hätte ich so gerne geprüft, wie sich zarte polnische Hände bei der kosmetischen Behandlung eines rauen Männer(= Fußballer)gesichts anfühlen. Schade!
Wertung: befriedigend
Lage / Erreichbarkeit
Auf Teilnehmer und Gäste der Fußball-Europameisterschaft wartet am Danziger Flughafen ein nagelneues Terminal aus Glas und Stahl. Bei unserem Besuch im März müssen meine Begleitung und ich noch mit dem alten, ländlich-provinziellen vorlieb nehmen. Am Taxistand lassen wir solange anderen Reisenden den Vortritt, bis wir eine zuverlässig aussehende Limousine ergattern, die uns für 64 Sloty (15 Euro) zum Hotel bringt. Den Rückweg zwei Tage später legen wir nichtsahnend mit einem Wagen der Taxigesellschaft »S-Klasa« zurück, was – der Name ist Programm – locker das Doppelte kostet. Der Flughafen wie auch der Bahnhof sind etwa 15 Auto-Minuten vom Hotel entfernt. Einen Shuttle-Service bietet das Dwór Oliwski nicht an. Wer mit dem Auto anreist, findet neben dem Hotel einen kamerabewachten Parkplatz vor, der 48 Zloty pro Nacht kostet (11,50 €). Hier ist auch Platz für den Mannschaftsbus.
Wertung: gut
FR. 23/03; Anreise
Die Anreise vermittelt kontrastreiche Eindrücke. Von der mehrspurigen Hauptverkehrsstraße mit ihren internationalen Shop- und Res-taurantketten geht es im Nordwesten Danzigs in einen ärmlich wirkenden Randbezirk, den Stadtteil Oliwa, dessen Hauptattraktionen eine alte Kathedrale und ein kleiner Park sind. Eine holprige Pflasterstraße führt vorbei an grauen Wohn- und Fabrikgebäuden mit bröckelndem Putz und Fensterrahmen, von denen die Farbe abblättert. Die Pflasterstraße mündet in einen asphaltierten Waldweg, dem zum Zeitpunkt unseres Besuchs gerade (für Heerscharen von Fußballfans, die zum Aufenthaltsort der deutschen Fußballnationalmannschaft pilgern?) ein Bürgersteig angebaut wird. Wir durchqueren ein weitläufiges Schrebergartenareal und hoffen beim Blick nach draußen unwillkürlich, dass das wuchernde Grün des nahen Frühlings den Müll und Schutt zu beiden Seiten des Weges bis zur EM gnädig verschwinden lassen möge. Ob die hier gärtnernden Danziger wohl den Blick aus ihren Datschas auf das Quartier der deutschen Fußballnationalmannschaft höchstbietend versteigern? Ein paar Häuschen hätten schon allererste Lage. Aber auf dem Hotelgelände wird noch gebaut – vielleicht ein Sichtschutz, an der Rezeption weiß man es nicht. Doch ich greife vor. Aus den Schrebergärten heraus öffnet sich plötzlich der Blick auf ein umzäuntes, von hohen Bäumen beschattetes und von einem idyllischen Bächlein durchflossenes Gelände, auf dem sich mehrere gepflegte Gebäude um einen Innenhof gruppieren. Fast meint man sich einer Fata Morgana gegen-über, so schön ist es hier. Erst Abseits, dann Volltreffer!
Das Taxi fährt durch das schmiedeeiserne Tor an wehenden Fahnen vorbei und hält vor dem Hoteleingang. Da sich niemand blicken lässt, bringen wir unser Gepäck nach dem Bezahlen des Taxis selbst nach drinnen.
Wertung: sehr gut
13:30; Check-in
In der kleinen Lobby lächeln uns hinter einem weißgestrichenen Rezeptionstresen zwei Empfangsangestellte entgegen. Der junge Mann trägt einen Anzug und ein Namensschild, das ihn als Piotr ausweist. Wie er werden alle Mitarbeiter im Hotel nur mit Vornamen vorgestellt. Wir werden freundlich auf Englisch begrüßt und müssen beide einen Meldeschein ausfüllen. Nach einem kurzen Überblick über die Restaurantöffnungszeiten und den Spa-Bereich erklärt Piotr uns den Weg und bietet Hilfe mit dem Gepäck an. Eine Begleitung zum Zimmer scheint jedoch ebenso wenig selbstverständlich zu sein wie die In-Empfangnahme am Hoteleingang oder das Anbieten eines Begrüßungsgetränks. Das ist für ein Fünf-Sterne-Hotel ein bisschen dürftig. Wir finden unseren Weg aber auch allein. Er führt ebenerdig durch einen gläsernen Verbindungstrakt, durch helle, behaglich gestaltete Flure und Aufenthaltsräume bis in unseren Wohntrakt. Das ganze Ambiente wirkt ländlich-gediegen und strahlt viel Ruhe aus.
Wertung: gut
Zimmer 418
Mutete bereits der Weg durch das Hotel geschmackvoll und ansprechend an, setzt sich dieser Eindruck beim Blick ins Zimmer nahtlos fort. Wie schon die öffentlichen Räume präsentiert sich auch das Zimmer in einem unprätentiösen, schlicht-edlen Land- hausstil, der gut zu dem restaurierten Gutshof aus dem 17. Jahrhundert passt. Als Farben dominieren Beige und Weiß, die in Streifen, Karos und Blumenmustern geschickt miteinander kombiniert werden. Einen ansprechenden Kontrast dazu stellen das Betthaupt und die Lampen aus schwarzem Metall dar. Durch das Doppelfenster fällt viel Licht in den Raum, sodass er trotz der Schrägen luftig wirkt. Außer dem Doppelbett gibt es zwei zwar zierliche, aber recht bequeme Sessel nebst Tischchen sowie einen geräumigen, weiß gekalkten Schreibtisch. Darauf steht ein großer Flachbildschirm und darin befinden sich die Minibar sowie zwei Schubladen und zwei Fächer hinter einer Tür. Letztere werden die Fußballspieler gut gebrauchen können, da der Schrank im Flur zwar genügend Hängefläche, aber kaum Stauraum für Liegendes bietet. Die klassisch schönen und funktionalen Artemide-Leuchten in unterschiedlicher Größe als Nachttisch-, Steh- und Schreibtischlampe eingesetzt, spenden gutes, punktuelles Licht. Ein kombiniertes Heiz- und Lüftungsgerät wird wohl während der im Juni und Juli stattfindenden EM für angenehme Temperaturen im Zimmer sorgen, sollte es draußen in jeder Hinsicht heiß hergehen. In puncto »Einschalten um abzuschalten« ist das Angebot schwach. Zwar verfügt der moderne, weiße Flat-screen-TV über eine attraktive Größe, doch sind zum Zeitpunkt unseres Besuches außer neun polnischen Sendern, CNN, BBC, RAI 1 und Eurosport nur vier deutsche Sender eingespeist – RTL, ZDF Info, Das Erste / Mediathek und ein Kinderkanal. Aber vielleicht reicht das ja. Falls nicht, sorgt eine eindrucksvolle Antennenanlage an einem der historischen Gebäude für kostenlosen Internetempfang. Die Minibar enthält ein gängiges Sortiment an alkoholischen Getränken und Softdrinks. Würde die deutsche Elf eines ihrer Spiele verlieren, dürften – vorausgesetzt, die Minibar bliebe bestückt – die darin enthaltenen vier Wodkasorten als Stimmungsaufheller dienen.
Zwei Bademäntel (einer davon mit großem Loch in der Seitennaht) und Bade-schlappen sind im Schrank verstaut wie auch ein Sortiment nützlicher Gebrauchsgegenstände wie Schuhputzschwämmchen, Schuhlöffel und eine Kleiderbürste. Letztere zeigt sich allerdings voll gelblicher Flusen – hier hat schon länger niemand mehr kontrolliert. Der laptop-taugliche Zimmersafe bekommt keinen Strom und ist dementsprechend nicht nutzbar. Auf dem Schreibtisch finden sich zwar eine Roomservice- und eine Weinkarte, aber nur unzureichende Hotelinformationen. So steht das Gäste A-Z auf einem DIN A-4 Blatt und ist nur in Polnisch und Englisch vorhanden. Auf Deutsch gibt es dafür eine »Hotelordnung«. Unsere Mannschaft wird es freuen zu lesen, dass das Hotel sich in der Pflicht sieht, Folgendes sicherzustellen:
»1) Bedingungen der vollen und ungehinderten Erholung des Gastes, 2) Sicherheit des Aufenthalts, darin Sicherheit, das Geheimnis der Informationen über einen Gast zu bewahren, 3) Professionelle und höfliche Bedienung im Bereich aller Dienste, die im Hotel geleistet werden.«
Das Doppelbett ist mit einer durchgängigen 180 cm breiten, ordentlichen Matratze ausgestattet. Die Kopfkissen sind 40 x 80 cm groß und angenehm fest. Leider tragen die Inletts, auch die Decken, unschöne Verfärbungen. Ansonsten ist im Zimmer reinigungstechnisch nur zu beanstanden, dass die Fenster schmutzig sind und der Bereich unter dem Bett länger nicht gesaugt wurde. Der empfindliche, helle Teppichboden trägt außerdem einige Flecken und die Oberfläche des Schreibtisches wirkt etwas abgenutzt. Ansonsten ist jedoch alles in Ordnung.
Wertung: gut
Bad
Das Gute an diesem Bad ist: Es hat reichlich Platz, eine Badewanne, Toilette plus Bidet und einen attraktiven Waschtisch aus Holz mit viel Stauraum darin und darauf. Das nicht so Gute an diesem Bad ist: Obwohl so viel Platz ist, hat man auf den Einbau einer separaten Dusche verzichtet und außerdem aus nicht nachvollziehbaren Gründen das WC viel zu nah an die Badewanne gesetzt. So muss man sich unnatürlich verrenken, um den Toilettenpapierhalter zu erreichen. Gespart wurde sowohl an der Beleuchtung – die hübschen Funzelchen rechts und links des holzumrahmten Spiegels erhellen kaum das Nötigste – als auch am Kosmetikspiegel (nicht vorhanden). Dafür braust die Belüftung bei eingeschalteter Deckenbeleuchtung mit Donnerhall, ohne irgendwelche Funktion zu zeigen. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass das Ventilationsgitter gänzlich mit Staubflusen zugesetzt ist. Der Haar-trockner funktioniert gut. Es gibt zwei Steckdosen neben dem Spiegel, Kosmetiktücher, ein Vanity Kit sowie Seife, Duschgel, Shampoo, Conditioner und Body Lotion in kleinen Flakons und doppelter Ausführung. Die Handtücher sind schon etwas ausgedünnt und riechen muffig. Die Halterung der Handbrause kann bei Wasserdruck den Griff nicht fixieren, sodass dieser nach oben zeigt und der Wasserstrahl waagerecht herausschießt. Außerdem hat der Griff ein kleines Loch, aus dem zusätzlich Wasser kommt. Trotz der genannten Mängel kommt das Bad aufgrund seiner Ausstattung, seines Komforts und des guten Reini- gungszustandes auf die Note »gut«.
Wertung: gut
Housekeeping
Ein am Freitagnachmittag abgegebenes Hemd wird erst am Samstagvormittag korrekt gebügelt und hängend in Zellophan verpackt retourniert. Die gewünschte Wolldecke wird hingegen umgehend aufs Zimmer gebracht, ist aber von sehr schlichter (Fleece-)Qualität. Beim Aufdeckservice wird die zugegebenermaßen extrem schwere Tagesdecke nur zurückgeschlagen, was zur Folge hat, dass wir sie zur Nacht auf den Boden fallen lassen. Und mit der Reinigung bei ausgebuchtem Haus ist das Housekeeping komplett überfordert. Hier wird durchgängig geschludert – vom nicht ordentlich gemachten Bett über die ungeputzte Duschtrennwand bis hin zur nicht aufgefüllten Minibar. Da nutzt es auch nichts, dass die Damen so adrett in schwarze Kleider mit weißen Schürzchen gewandet sind. Rote Karte!
Wertung: mangelhaft
13:55; Mittagsimbiss
Restaurant, Tea Room und Bar liegen in einem separaten Gebäude. Die sonnigen, leicht möblierten und in zarten Farben gestalteten Räume haben tagsüber eine ausgesprochen positive, heitere Anmutung. Die dezente und geschmackvolle Osterdekoration trägt zusätzlich zur angenehmen Wohlfühlatmosphäre bei. Im Hintergrund läuft leise Musik von Sade. Der junge Restaurantfachmann Gracjan bringt freundlich lächelnd Kissen und Gedecke auf die Terrasse, als wir beschließen, das schöne Wetter zu nutzen, und er holt alles ebenso klaglos wieder herein, als wir feststellen, dass es zum Draußensitzen doch zu kühl ist. Das heimische Bier wird in großen, bauchigen Stielgläsern serviert und schmeckt hervorragend. Die Speisekarte besteht aus einem zweiseitig bedruckten DIN A-3-Karton und ist dreisprachig gehalten. Bei der Übersetzung muss irgendetwas schief gelaufen sein, denn ich bestelle aus Neugier einen »Salat aus Kronwicke und gebratenem Brot«, der sich als wohlschmeckender, mit Gurke, Tomate, Erdbeeren und Koriander angemachter Kichererbsensalat entpuppt, serviert in einer Tasche aus warmem Pitateig. Mit Kronwicke hat er glücklicherweise nichts zu tun. Denn diese gehört zwar, wie ich zuhause nachschlage, zur Gattung der Hülsenfrüchtler, hat aber stark giftige Inhaltsstoffe, die zu Erbrechen, Durchfall und Krämpfen führen können. Meine Begleitung delektiert sich an Eisbergsalat mit warmem Fetakäse, Mandeln und Akazienhonig und zeigt, wie ich Gott sei Dank auch, keinerlei Vergiftungserscheinungen. Mit 84 Zloty (etwa 20 Euro) für zwei Salate und zwei große Bier fällt die Zeche erfreulich niedrig aus.
Wertung: sehr gut
Spa
»City Hotel & Spa« trägt das Dwór Oliwski als Namenszusatz. Ist schon die Bezeichnung »City Hotel« bei diesem weit außerhalb gelegenen Haus irreführend, weckt auch der Zusatz »Spa« Erwartungen, die hier nicht erfüllt werden. So liebevoll gestaltet und gut gepflegt das Hotel sonst ist, so seelenlos und vernachlässigt wirkt der Schwimmbad- und Saunabereich. Wie in einem öffentlichen Hallenbad muss man nüchterne Umkleideschleusen passieren, um in einen ebenso nüchternen Raum mit Spinden zu gelangen. Es folgen zwei Duschen mit verkalkten Brauseköpfen, rostigen Scharnieren und schmuddeligen Fugen, davor feuchte Wände mit abbröckelndem Putz sowie ein Fußbecken mit stehendem Wasser, das man auf dem Weg zur Sauna durchwaten muss. Das Schwimmbad ist zwar geräumig und augenscheinlich sauber, es stehen aber nur wenige Liegen an den Seiten. Die kleine Bar ist nicht in Betrieb. In einer Ecke hinter einem Vorhang befindet sich der sogenannte »Sonnenstrand« bestehend aus drei gefliesten Liegen, über denen auf Knopfdruck ein Solariumshimmel leuchtet. Hier lässt es sich allerdings nur einseitig bräunen, da die ergonomisch geformten Liegen keine Bauchlage erlauben. Ähnliche Liegen befinden sich im Saunabereich in der Ruhezone – nur ohne Ruhe, da es weder Sicht- noch Schallschutz gibt. Die Beleuchtung hier ist genauso trüb wie die gesamte Atmosphäre. Leere Metallregale deuten darauf hin, dass hier eigentlich Handtücher liegen sollten, gänzlich unpassende, verschnörkelte Kleiderständer stehen vor den Erlebnisduschen. Apropos Erlebnis: Dieses ist nicht nur insofern eingeschränkt, als es aus einer der Duschen lediglich tröpfelt, sondern auch aus diesen Gründen: Vor dem Dampfbad ist der Boden extrem schmutzig, innendrin der Schlauch unappetitlich braun verfärbt, die Saunen sind klein und eng, ihre Holzbänke voller Flecken, die Glastüren tragen Wasserspritzer und Fingerabdrücke und der umlaufende Sockelschutz ist verdreckt. An der kleinen, dem Wellnessbereich vorgelagerten Spa- Rezeption erhält man von einer Mitarbeiterin ein Duschtuch und ein weißes Saunalaken. Letzteres wird aber in der Sauna so heiß, dass man Gefahr läuft, sich darauf zu verbrennen. Nein, es macht keine Freude, sich in diesem Nassbereich aufzuhalten, und mit Wellness hat das schon gar nichts zu tun. Als wir an der Spa-Rezeption beanstanden, dass ein russischer Gast lautstark mit seinem nackten Baby im Whirlpool spielt (laut Spa-Ordnung ist hier Ruhezone, von anderen möglichen »Nebenwirkungen« ganz zu schweigen), meint die Mitarbeiterin schnippisch, auch dieser Gast sei ein zahlender Gast und habe seine Rechte. Grobes Foul!
Ob die deutschen Fußballnationalspieler den Fitnessraum nutzen werden, der zum Spa gehört, ist zu bezweifeln, denn dieser ist klein und fensterlos. Zwar verfügt er über mehrere qualitativ hochwertige Ergometer, aber über keinerlei Muskeltrainingsgeräte. Und es liegen weder Handtücher aus, noch gibt es einen Wasserspender. Das Fitnesstraining wird wohl überwiegend auf dem Fußballplatz von Lechia Gdansk stattfinden müssen, der der deutschen Mannschaft für die Dauer ihres Aufenthaltes zur Verfügung steht.
Als meine Begleitung und ich zur gleichzeitig angesetzten Ganzkörpermassage eintreffen, werden wir an der Spa-Rezeption von einem muskulösen jungen Mann und einer untersetzten, älteren Frau in Empfang genommen. Die beiden geleiten uns wortlos in einen anderen Gebäudetrakt, wobei die Masseurin im Zeitlupentempo schlurft, um ihren Kaffee nicht zu verschütten, den sie im Becher mit sich trägt. Im Massageraum angekommen, stellen wir überrascht fest, dass es nur diesen einen Raum gibt, in den man eine zweite Liege gestellt hat, um unsere Behandlung parallel ausführen zu können. Bei der zweiten Liege handelt es sich allerdings mehr um eine
Art Küchentisch, wie meine Begleitung not amused feststellen muss. Dafür wird sie vom muskulösen Adam behandelt, während ich mich in die Hände der mütterlichen Kaffeetrinkerin begebe. Die Qualität der Behandlung im abgedunkelten Raum bei Kerzenlicht und ruhiger Musik ist dann aber doch so, dass zumindest ich recht gut entspannen kann. Ich liege ja auch nicht auf dem Küchentisch.
Wertung: mangelhaft
19:40; Restaurant
Man sitzt schön im Restaurant des Dwór Oliwski. Die Tische sind ordentlich eingedeckt und dezent vorösterlich dekoriert, wir werden von Karol und Gregor freundlich bedient. Aus den Lautsprechern dudelt, wie schon am Mittag, Sade in der Endlosschleife. Martini dry zum Aperitif, Nussbrot mit Olivenöl vorneweg, als Amuse Bouche eine Lachsterrine, auftragen, abräumen – das meiste läuft nach westlichen Standards. Das meiste, wie gesagt. Dass der Inhalt einer 0,7-Liter-Wasserflasche mühelos auf einmal in den beiden bauchigen Gläsern versenkt wird, die als Allrounder auch für Bier und Wein genutzt werden, entspricht dem beispielsweise nicht so ganz. Wein ist übrigens im Verhältnis zu den Speisen teuer, als günstigste Flasche wird ein Pinot Noir aus Moldawien offeriert für umgerechnet 27 Euro. Ein italienischer Roter kostet gleich das Doppelte; deutsche Weine sind ebenso Fehlanzeige wie Jahrgangsbezeichnungen. Offene Weine? Weiß oder Rot – welche gerade im Angebot sind, muss der Service erfragen. Wir bleiben beim Bier. Die Speisekarte am Abend ist die gleiche, die wir schon mittags in Händen hielten. Sie listet eine Auswahl an Vorspeisen, Suppen und Salaten, Hauptgerichte und Gerichte unter der Überschrift »Geschmack nach polnischer Tradition« sowie einige klassische Desserts. Vor allem bei den Hauptspeisen geht es waghalsig kreuz und quer durch die kulinarische Weltgeschichte; vom Rindersteak mit Thaigemüse und Shrimps über den gebackenen atlantischen Steinbutt mit Schwedensalat und Speckknödeln bis hin zu Elchrücken mit Quiche Lorraine und Earl-Grey-Sauce. Wir entscheiden uns bei der Vorspeise für weniger exotisch klingende Vollkorn-Blini mit gegrilltem Gemüse und geräuchertem Lachs sowie eine Krebscremesuppe mit Steinpilzen – beides wohlschmeckend und hübsch angerichtet. Zum Hauptgang wählen wir »nach polnischer Tradition« zum einen gebackenes Quappenfilet mit geschmortem Sauerkraut und Kartoffelklößen in Rauchfleischsauce (in-teressant) und zum anderen in Apfel- und Subrowkasauce (Subrowka = Wodka) gebratenen Hirschrücken mit gleichfalls gebratenem Rotkohl (weihnachtlich). Da die Speisen in recht rascher Folge aufgetischt werden und in ordentlichen Portionsgrößen sowieso, verzichten wir auf den Nachtisch und nehmen stattdessen noch einen Drink an der Bar. Unsere Rechnung beläuft sich auf 370 Zloty, das sind bescheidene 88 Euro. Inklusive der Drinks.
Wertung: gut
21:45; Bar
Am Abend ist die Bar des Dwór Oliwski ein bisschen zu hell erleuchtet, um gemütlich zu sein. Es handelt sich ja auch nicht um eine typische Bar. Aber wie sagt es schon so schön die Homepage des Hotels: »Herrlicher Blick auf gepflegten Garten, bequeme Sessel und Musik im Hintergrund begünstigen die Erholung und Gesellschaftstreffen.« Die Bar wäre vermutlich ein guter Ort für Interviews mit Lahm, Podolski und Co. – für Erholung ist sie es allemal. Obwohl die Barkarte mit ihren 20 Wodka-Sorten im Juni wahrscheinlich tabu sein wird. Wir bestellen einen Martini und einen Mojito, wobei Letzterer so sauer daher kommt, dass mir die Gesichtszüge entgleisen. Zu den Drinks werden zweierlei Oliven mit Zahnstochern gereicht, was aber nicht zu dem Schluss verleiten sollte, das Hotel hieße übersetzt tatsächlich »Olivenhof«, wie einige deutsche Zeitschriften nach der Bekanntgabe des Mannschaftsquartiers schrieben. »Dwór« steht für Gutshof und »Oliwski« ist lediglich vom Stadtteil Oliwa abgeleitet. Oliven heißt auf Polnisch »oliwki« – man bemerke den feinen Unterschied. Unser Freund vom Mittag, Gracjan, ist bei weitem der netteste Mensch hier im Service. Seine wie er ganz in schwarz mit Bistroschürze gekleideten Kollegen decken die ganze Bandbreite von gleichgültig bis mürrisch ab. Aus den Lautsprechern ertönt übrigens Sade.
Wertung: noch gut
SA. 24/03, 09:30; Frühstück
Selbst wenn – man muss bei der vorherrschenden Geräuschkulisse allerdings genau hinhören – aus den Lautsprechern einmal mehr Sade ihre wohltönende Stimme erklingen lässt, muss ich an Reinhard Mey denken und an sein legendäres Lied von der heißen Schlacht am kalten Buffet. Denn um halb zehn am Samstagmorgen wird hier beim Frühstück geplündert, was das Zeug hält. Es ist allerdings auch nicht allzu viel da. Ein durchschnittliches Drei-Sterne-Frühstück bietet das Dwór Oliwski seinen Gästen, mit fünf Sternen hat es nichts zu tun. Von allem ein bisschen, aber so gar nichts Besonderes. Ein bisschen Wurst und Schinken, ein bisschen Schnittkäse und Lachs, etwas Gemüse, etwas Obst, ein paar süße Sachen und ein paar Cerealien mit abgepackten Joghurts. In zwei Chafing Dishes werden Rühr-ei und dreierlei Würstchen warm gehalten. Die beiden Sorten Stangenbrot schmecken gut, die Brötchen hingegen erweisen sich als hart und fad. Sage und schreibe 16 Glaskannen zähle ich auf einem runden Tisch, anteilig befüllt mit Orangensaft, Apfelsaft, Grapefruitsaft und Wasser. Wenigstens hier nicht nachfüllen müssen, scheint die Devise, man hat ja mit den Speisen genug zu tun. Das Teesortiment von Ronnefeldt ist eine gute Alternative zum fertigen Filterkaffee, denn der ist ungenießbar. Ein kleiner Kaffeevollautomat ächzt unter der Belastung, für die er nicht ausgelegt ist. Ständig ist etwas leer oder aus – die Kaffeebohnenbehälter, die Milch oder die Kaffeetassen.
Die Schlangen sind lang. Als ich bei der Köchin, die hinter einem zur provisorischen Eierstation umfunktionierten Tisch nahe der Küche hantiert, auch nur ansetze, eine Bestellung aufzugeben, funkelt sie mich mit empörten Augen an und schleudert mir ein harsches »You must wait dirty minutes!« entgegen, womit wohl eine halbe Stunde gemeint ist. Das Servicepersonal wirkt gleichmütig bis genervt und kommt mit dem Tischabräumen kaum hinterher. So werden auch geleerte Tische vor dem Neueindecken nur kurz abgekehrt, statt dass die Mitarbeiter auch die Wäsche wechseln. Trotz Hinzunahme von Tea Room und Bar reichen die Sitzmöglichkeiten nicht aus, um dem Ansturm der Gäste gerecht zu werden. Einige müssen vor dem Restaurant warten, bis Plätze frei werden. Das schafft alles andere als eine luxuriöse, behagliche Frühstücksatmosphäre. Wie um das alles wieder gutzumachen, wird am nächsten Morgen unsere Bitte um frisch gepressten Orangensaft und ein Gläschen Sekt erfüllt, ohne dass dies berechnet wird. Das reißt das insgesamt indiskutable Frühstück aber nicht heraus.
Wertung: mangelhaft
Front Office
Prinzipiell agieren alle Rezeptionsmitarbeiter im Kontakt mit uns höflich und hilfsbereit. Von Herzlichkeit kann allerdings kaum die Rede sein. Auch hat man bei mehreren Mitarbeitern das Gefühl, dass sie sich bei Gesprächen in englischer Sprache nicht sicher fühlen und von daher eher wortkarg agieren. Dennoch: Unsere Fragen hinsichtlich des Sightseeings in Danzig werden zufriedenstellend beantwortet, angeforderte Dienstleistungen werden umgehend in die Wege geleitet, und der junge Mann im Anzug ruckelt auch mal beherzt an der Sattelschraube eines der nicht sehr vertrauenserweckend wirkenden Fahrräder, die wir uns ausgeliehen haben.
Wer einen Weckruf in Auftrag gibt und beim entsprechenden Anruf den Hörer abhebt, hört lediglich den Dreifachton, dem in Deutschland früher die Aussage »kein Anschluss unter dieser Nummer« folgte. Das ist eines Fünf-Sterne-Hotels, zumal mit nur 70 Zimmern, unwürdig. Da vertrauen wir am nächsten Morgen doch lieber auf das fröhliche Entengeschnatter unter dem Fenster. Und auf unser Mobiltelefon.
Wertung: noch gut
Tagungsräume
Zum Zeitpunkt unseres Besuches ist man im Hotel recht vertrauensselig. Alle Türen stehen offen, und so kann man sich als Gast auch einmal im Tagungsbereich umschauen. Schon von außen fällt nämlich der lichte, wintergartenähnliche Pausenbereich auf, mit seinen gemütlich gestreiften Sitzmöbeln, dem schönen Blick ins Grüne und den großformatigen Schwarzweißfotografien interessanter Frauengesichter. Und solche hängen auch in mindestens einem der hellen, professionell ausgestatteten Räume, in denen die Mannschaftsbesprechungen abgehalten werden. Wenn das mal nicht motiviert! Die männlichen Fußballspieler sollten auch heimlich einen Blick in die Damentoilette werfen, denn diese ist wie ein kleines Boudoir eingerichtet und ein richtiges Schmuckstückchen.
Wertung: sehr gut
Öffentliche Bereiche
Flure, Treppen, Aufenthaltsräume, die Toiletten im Restaurant und die im Tagungsbereich – alle innenliegenden öffentlichen Bereiche sind tipp-topp gepflegt und nahezu ebenso instandgehalten. Lediglich beim gläsernen Verbindungsgang fällt eine gesprungene Glasscheibe auf. Und lediglich auf dem Teppichboden einer Treppe bleiben während unseres Aufenthaltes einige Krümel unbeachtet liegen.
Auch die Terrassen und die Gartenanlage sind vorfrühlingshaft soweit in Schuss. Man kann sich gut vorstellen, wie ansprechend sich der Garten zum Zeitpunkt der Fußball-Europameisterschaft präsentieren wird und dass sich der ein oder andere unserer Ballkünstler gern einmal hierher zurückziehen wird – vor allem, wenn bis dahin tatsächlich noch ein entsprechender Sichtschutz zu den umliegenden Schrebergärten errichtet wird.
Wertung: sehr gut
Sicherheit
Ja, ja, die Sicherheit, sie ist im Dwór Oliwski ein Thema. Ein wichtiges, vor allem, wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft hier logiert. Da geht es vor allem um die Abschottung nach außen, gegenüber unerwünschten Einblicken und unerwünschtem Eindringen von Fans und Journalisten. Diese Abschottung ist zum Zeitpunkt unseres Besuches, zweieinhalb Monate vor Beginn der Spiele, noch nicht gewährleistet. Zwar ist das Hotelgelände umzäunt, doch sind die Zäune im Bereich des Wasserteiches nur aus Maschendraht und niedergetreten. So stellen sie kein Hindernis dar. Das Gelände und der Parkplatz werden allerdings kameraüberwacht. Was die gängigen Sicherheitskriterien innerhalb der Hotelgebäude anbelangt, gibt es auch hier erstaunliche Lücken. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die historischen Gebäude und die reetgedeckten Dächer eine erhöhte Brandgefahr darstellen. Rauchmelder und Sprinkleranlagen in den Zimmern tragen dieser Tatsache zwar Rechnung. Doch weder findet sich im Zimmer ein Fluchtwegeplan, noch sind die Aufzüge dahingehend beschildert, dass man sie im Brandfall nicht nutzen soll. Die Feuerlöscheinrichtungen auf den Fluren sind zwar deutlich gekennzeichnet, jedoch in Kästen untergebracht, deren Schlüssel hinter Glas aufbewahrt werden, welches erst einmal eingeschlagen werden muss, um daran zu gelangen. Wie man das am besten macht, ist nirgendwo erklärt. Und im Feuerlöschkasten neben unserer Zimmertür fehlt der Schlüssel gleich ganz. Als gleicher- maßen hilfsbereit wie fahrlässig erweist sich ein Zimmermädchen, das aus einem anderen Gebäudetrakt extra mit mir bis zum Zimmer kommt und mir die Tür aufschließt, ohne sich auch nur nach meinem Namen zu erkundigen. Platzverweis.
Wertung: mangelhaft
SO. 25/03, 14:50; Check-out
Rezeptionistin Emilia gewährt uns am Tag unserer Abreise drei Stunden zusätzliche Zimmernutzung, wenn auch mit dem gestrengen Zusatz, dass dies bis höchstens 15 Uhr möglich sei. Beim Auschecken wirkt sie freundlicher, vor allem, als sich herausstellt, dass der Minibarverzehr der ersten Nacht nicht an die Rezeption durchgegeben und – noch schlimmer – unsere Minibar nicht aufgefüllt wurde. Dafür entschuldigt sich Emilia und plaudert dann gerne etwas mit uns. Ja, man sei gespannt auf die Erfahrungen mit der deutschen Fußballnationalelf, nein, man erwarte keine besonderen Schwierigkeiten. Die Rechnung ist auf Polnisch ausgestellt und bringt Erklärungsbedarf mit sich. Die Empfangsdame in legerer Hose und Bluse erläutert geduldig die einzelnen Posten. Dann erkundigt sie sich noch danach, warum wir nach Danzig und wie wir auf das Dwór Oliwski gekommen seien, bedankt sich für unseren Besuch und wünscht uns eine gute Heimreise.
Wertung: gut
Lost & Found
Ein im Zimmer liegen gelassener Gegenstand wird nicht als gefunden gemeldet und infolgedessen auch nicht nachgeschickt. An unsere Fußballtruppe deshalb die herzliche Bitte: Gewinnt den EM-Pokal nicht nur – bringt ihn auch sicher nach Hause!
Wertung: ungenügend
Bilanz
Es sei »Liebe auf den ersten Blick« gewesen, bescheinigte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach dem Hotel Dwór Oliwski bei der Bekanntgabe des ausgewählten Mannschaftsquartiers. Und Manager Oliver Bierhoff schwärmte von der entspannten Atmosphäre. Tatsächlich punktet das Danziger Fünf-Sterne-Hotel vor allem mit seiner ruhigen Lage im Grünen, seiner überschaubaren Größe, die Exklusivität garantiert, und mit dem angenehmen, ländlich-gediegenen Ambiente. Die Fußballspieler der deutschen Nationalmannschaft werden sich gut zurückziehen und erholen können, und sie werden sich hier sicherlich wohlfühlen. Dass hinter dem schönen Schein doch einige gravierende Mängel lauern, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Vor allem der Spa-Bereich erfüllte beim Test auch nicht annähernd die Erwartungen. Als Selbstversorger ist das DFB-Team von der Küche des Hotels weitgehend unabhängig, beim Housekeeping wird man vermutlich nicht so pingelig sein, und was die Sicherheit betrifft, so werden für die Dauer der Europameisterschaft hoffentlich noch entsprechende Vorkehrungen getroffen. An der Unterkunft sollte es also nicht liegen, was das Abschneiden des Teams bei der EM anbelangt…
Gesamteindruck: 59 %
Testurteil: befriedigend
100-81 sehr gut; 80-61 gut; 60-41 befriedigend; 40-21 mangelhaft;
20-0 ungenügend. Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel;
die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewichtet!