Winter-Wellness Von der Piste ins Spa

Wartezeiten für eine Massage im Hinterzimmer, Mini-Sauna und Plantschpool als Entspannungsangebote nach dem Skifahren – das ist in den meisten Wintersport-hotels Schnee von gestern. Winter-Wellness bedeutet inzwischen weitaus mehr als Finnische Sauna, Schwimmbecken und Ganzkörpermassage. Wer sich heute als Wohlfühlhotel in einem Wintersportzentrum profilieren will, muss mit einem stimmigen Gesamtkonzept, einer spektakulären Architektur und einem Maximum an Angebot und Service aufwarten

Die Ansätze dazu können ganz verschieden sein. So setzt der Kronenhof, eines der architektonisch bedeutendsten Grandhotels der Alpen in Pontresina bei St. Moritz, mit seinem Spa-Konzept passend zur noblen Gästeklientel auf individuelle Betreuung auf höchstem Niveau. Diese reicht im 2000 Quadratmeter großen Spa von der Diagnostik und Abstimmung eines persönlichen Fitnessprogramms über Langlauf- und Schneeeschuhtouren mit Personal Trainer Albrecht Fischer bis zur neu entwickelten Energiemassage und der romantisch zelebrierten Spa-Nacht bei Vollmond. Das moderne Spa-Design mit Panorama-Pool im Ufo-Look, 13 Behandlungsräumen und Ruheraum mit Wasserbetten und Kamin steht dabei im spannenden Kontrast zur prachtvollen neobarocken Hotelfassade, zum Grandhotel-Ambiente in der Lobby, in den Zimmern und im prachtvollen Belle Époque-Restaurant. 35 Millionen Schweizer Franken hat die griechische Eigentümerfamilie Niarchos 2007 in die Hotelrenovierung gesteckt, einen Großteil davon in die Neugestaltung des großzügigsten Spa-Bereichs im Engadin – wohl wissend, dass ohne Investition in das Wellnessangebot gerade im Winter auch das nobelste Fünf-Sterne-Hotel nicht mehr nur mit Grandezza punkten kann.

Diese Tatsache war der Eigentümerfamilie Bernardi, die im Südtiroler Gröden das renommierte Relais & Châteaux-Hotel Grödnerhof betreibt, bereits zu Beginn der Planung ihres Designhotels Alpina Dolomites Health Lodge & Spa klar. So entstand 2010 auf 1860 Metern auf der Seiseralm direkt an der Skipiste ein Spa-Hotel, dessen Fokus auf naturbewusstem, ökologisch nachhaltigem Design liegt. Natur wird hier mit Holz, Leinen und Leder, mit Biokräutern in der Sauna und originellen Lichtelementen ins Innere des langge­streckten, nach Süden ausgerichteten Natursteinbaus geholt. Durch deckenhohe Fenster ist die Aussicht auf die Bergwelt der Dolomiten allgegenwärtig – in der Lobby, den Zimmern, im lichtdurchfluteten Spa-Empfangsbereich ebenso wie im Außen- und Innenpool und in den zehn Behandlungsräumen. Das bedeutet großes Naturkino mit spektakulären Sonnenauf- und Sonnenuntergängen sowie mit Blick auf die weiße Winterwelt und den Skibetrieb auf den Pisten. Seit 2011 wird das lokal geprägte Behandlungsmenü, das von der Latschenöl-Massage bis zur Ziegenmilchpackung reicht, durch modernste Diagnosemethoden für Check-ups mit ärztlicher Betreuung ergänzt.

Medical Wellness – im Alpina Dolomites »nur« ein Teilaspekt – steht im 2009 eröffneten Adler Balance Spa- und Health Resort in St. Ulrich im Südtiroler Grödnertal im Vordergrund. Hier bietet ein Ärzteteam verschiedene ganzheitliche Gesundheitsprogramme zur Entgiftung und zur Immunstärkung ebenso an wie Schmerztherapie, Burn-Out-Prävention und Fastenkuren – als Italiens erstes F.X. Mayr-Resort. Das 29 Suiten große Hotel entstand als Ergänzung zum traditionellen Adler Dolomiti Spa & Sport Resort mit 115 Zimmern und Suiten. Zu beiden Hotels gehört das 3500 Quadratmeter große Spa mit 34 Behandlungsräumen, Anwendungen von »alpin« bis »asiatisch«, dreistöckiger Felslandschaft mit unterirdischem Salzsee und hauseigenen Spa-Linien mit Naturprodukten wie Himbeeren und Edelweiß. Nach einem so breitgefächerten Gesundheitsprogramm sollte selbst die legendäre »Sella Ronda«, die rund 40 Kilometer lange Skitour, die man vom Hotel aus starten kann, kein Problem mehr sein.

Wellness im XXL-Format können Skisportler im »Tauern Spa« im Skigebiet Zell am See-Kaprun genießen. Entwickelt wurde die Anlage vom österreichischen, international tätigen Gesundheitskonzern Vamed Vitality World, der bereits acht öffentliche Thermen- und Gesundheitsresorts – darunter den Aqua Dome im Ötztal – aus der Taufe gehoben hat. 83 Millionen Euro wurden in das 20.000 Quadratmeter große »Tauern Spa« investiert. Zum architektonisch wie ein Atoll gestalteten Gesamtkomplex mit grandiosen Ausblicken gehören eine Wasser- und Saunawelt mit elf verschiedenen Becken und Pools, Strömungskanälen, Wasserfällen, Sprudelliegen, zehn verschiedenen Saunen und Dampfbädern, ferner ein Fitness- und Kinderbereich, 17 Behandlungsräume, ein Private Spa sowie ein Vier-Sterne-Superior-Resort-Hotel mit 160 Zimmern und Suiten. Konzipiert wurde das Projekt als »Base Camp« zur Entdeckung der umliegenden Natur des Nationalparks Hohe Tauern ebenso wie zur »Wohlfühlreise« für Körper und Seele in einem Wellnessresort für Jedermann. Die öffentliche Wasser- und Saunawelt bietet für Tagesbesucher (Eintritt ab 22 Euro) ein Riesenspektrum. Das Spa-Highlight – der freischwebende, gläserne Skyline-Pool mit 360-Grad-Blick über Gletscher und Berge – ist allerdings den Hotelgästen vorbehalten.