Seit 1992 fühlt Tophotel den Vorzeigebetrieben der gastlichen Branche auf den Zahn. Bis Anfang 2010 standen dabei ausschließlich Hotels der Luxuskategorie im Fokus der Tester, dann dehnte Tophotel seine Mystery Checks auf das Business- bzw. Wellnesssegment aus. Dieses Mal im Test: das Hotel Engel Obertal in Baiersbronn.
FR. 19/08, 12:45
Telefonische Buchung: Zimmer
Herr V. begrüßt mich am helllichten Mittag mit einem schwungvollen: »Guten Abend!« Ein kleiner Fauxpas, der während unseres sechsminütigen Telefonats der einzige bleibt. Der außerordentlich zuvorkommende Rezep-tionist weiß mit sympathischer Stimme meine Fragen gut zu beantworten und bietet mir zum angefragten Wochenende ein geräumiges Doppelzimmer zur Einzelnutzung an. Der stolze Preis: 254 Euro pro Nacht zuzüglich Kurtaxe. In der »Engel-Verwöhnzeit« inbegriffen sind das Frühstück, das Lunchbuffet, die Sportangebote und die Nutzung der Wellnessanlage »Wolke 7«. Halbpension kostet 27 Euro Aufpreis. Meine Schnappatmung wohl noch im Ohr, ruft mich Herr V. wenige Tage später erneut an und erklärt freudig, zwischenzeitlich sei ein sehr schönes Einzelzimmer frei geworden – zu 158 Euro pro Nacht. Hut ab: Der junge Mann hat mitgedacht. Der Zimmerwechsel ist nicht nur in meinem Interesse, sondern durchaus auch im Interesse des Hotels, da es das Doppelzimmer nun teurer an zwei Gäste vermieten kann.
Die Reservierungsbestätigungen kommen jeweils prompt – einmal per Post, einmal per E-Mail – und müssen rückbestätigt werden. Eine Anzahlung wird, im Gegensatz zu vielen anderen Urlaubs- oder Wellnesshotels, nicht erwartet. Bei weiteren Anrufen im Hotel nimmt man sich meiner Anliegen ebenfalls immer sehr nett und freundlich an. Die nachträglich angemeldete zweite Person wird für 60 Euro pro Nacht eingebucht.
Wertung: sehr gut
DI. 30/08, 11:20
Telefonische Buchung: Anwendungen
»Wolke 7, grüß Gott!« – ob die Spa-Mitarbeiterinnen sich wie im Himmel fühlen, wenn sie sich so melden? Glockenhell und engelhaft zart ist jedenfalls die Stimme von Frau Y., mit der ich wegen meiner Behandlungen telefoniere. Schließlich wurde ich schon bei der Zimmerreservierung und -bestätigung darauf hingewiesen, entsprechende Wünsche frühzeitig anzumelden. Doch obwohl ich brav zehn Tage vor Anreise anrufe, werde ich an der Himmelspforte abgewiesen. »Wolke 7« ist voll, zumindest, was die Kosmetik anbelangt. Eine Massage könne ich noch buchen, aber für die Gesichtsbehandlung müsse ich mich auf eine Warteliste setzen lassen – Frau Y. ist untröstlich, weiß mich dafür aber bei der Auswahl der Massage gut zu beraten. Klassische und Sportmassagen stellt sie mir ebenso vor wie die ayurvedische Abhayanga, die hawaiianische Lomi-Lomi-, Kräuterstempel-, Aromaöl-, Hot-Chocolate- und Hot-Stone-Massagen. Das Behandlungsprogramm ist umfassend und bietet von allem etwas: von der Partneranwendung im Serailbad über das Schwarzwald-Package mit Wiesenkräutern bis hin zu verschiedenen Körperpackungen und Gesichtsbehandlungen. Verwöhnt wird dabei mit Produkten von La Prairie, Maria Galland, Ligne St. Barth und Cellcosmet.
Wertung: sehr gut
FR. 09/09, 13:40
Lage / Anreise / Check-in
Wer mit dem Auto anreist, schlängelt sich von der A5, Abfahrt Achern, eine halbe Stunde lang bergauf: Das hübsche Schwarzwalddorf Obertal-Buhlbach liegt 600 Meter über dem Meeresspiegel und darf aufgrund seiner guten Luft den stolzen Titel »Heilklimatischer Kurort Premium Class« tragen. Was es nicht alles gibt. Ich für meine Person fahre mit dem Zug bis nach Baiersbronn und werde dort am Bahnhof abgeholt – meine Begleitung wird etwas später nachkommen.
Der nette Herr P. chauffiert mich in einer schicken Luxuslimousine zum Hotel Engel, dessen verzweigtes Gebäudeensemble mich regionaltypisch begrüßt – mit weiß verputzten Häusern, dunklen Holzbalken und roten Geranien an den Balkonen. Sauber, adrett und einladend. Herr P. lädt mein Gepäck aus und bittet mich, ihm zur Rezeption zu folgen. Dort heißt mich Rezeptionistin J. standesgemäß im Dirndl mit Handschlag und offenem Lächeln herzlich willkommen. Ich unterschreibe das korrekt vorausgefüllte Meldeformular und werde von Frau J. zum Zimmer gebracht. Auf dem Weg dorthin zeigt mir die sympathische Mitarbeiterin, wo sich das Restaurant befindet und wo es zum Wellnessbereich geht. Auf dem Zimmer erhalte ich von ihr einen ganzen Stapel Unterlagen: das »Urlaubsblättle« mit dem Programm für den Tag, ein »Einkaufskärtle«, mit dem ich in zum Hotel gehörigen Läden zehn Prozent Nachlass erhalte, das Ferien- und Sportprogramm, das aktuelle Fit- und Aktivprogramm, die Broschüre für »Wolke 7«, einen Behandlungsterminplan und die Kurkarte.
Frau J. erkundigt sich freundlich, ob mir das Zimmer gefalle und lässt mich dann allein – nicht ohne vorher ausdrücklich zu betonen, dass ich mich bei Fragen jederzeit an die Rezeption wenden könne. Hätte man mir an der Rezeption ein Begrüßungsgetränk angeboten, wäre das »Willkommen« im Hotel Engel perfekt gewesen. Aber auch ohne dieses ist es immer noch:
sehr gut
Zimmer
Bis auf den etwas eingestaubten Heizkörper ist das Zimmer picobello sauber – und mir aus drei Gründen auf Anhieb sympathisch. Erstens kann ich mir die Nummer gut merken, zweitens liegt es nur wenige Schritte vom Eingang der »Wolke 7« entfernt und drittens ist es nicht allzu verschnörkelt und alpenländisch eingerichtet, sondern in anheimelndem Landhausstil gehalten. Tomatenrot und Goldgelb sind die beiden dominierenden Farben, die für eine heitere Wohlfühlatmosphäre sorgen. Ebenso wie das für eine Person sehr komfortable, aber auch für zwei noch nutzbare, 140 Zentimeter breite Bett, dessen hochwertige Treca-Matratze sich per Schalter in der Höhe verstellen lässt. Außerdem gibt es eine bequeme Chaiselongue samt passendem Hocker, auf den man die Füße legen kann – wenn er nicht gerade seiner eigentlichen Bestimmung als Schreibtischstuhl dient. Das passiert aber bestimmt so gut wie nie, da die minimale Schreibfläche neben dem Fernseher aus einem Kasten besteht, in dem sich die Gästemappe befindet. Darauf lässt es sich unmöglich schreiben – eine echte Fehlkonstruktion. Auch dass man beim Wandschrank neben dem Bett die Tür zum »Hängeabteil« nur zur Hälfte öffnen kann, ist wenig benutzerfreundlich. Wer viel in modernen Hotels mit Zimmerkarten verkehrt, muss sich außerdem erst einmal wieder an den guten alten Zimmerschlüssel gewöhnen und daran, dass man von außen abschließen muss, wenn man das Zimmer verlässt. Positiv: der Strom-Ein-und-Ausschalter neben dem Eingang.
Der Blick von Zimmer 1 nach draußen geht über die kleine Terrasse auf einen grasbewachsenen Hügel. Es fehlen nur die Kühe. Auf der Terrasse stehen ein altmodischer, brauner Kunststoffklappsessel mit großblumiger Polsterauflage und ein weißer Kunststofftisch mit verblasster Tischdecke – hier muss ich in puncto Styling Abstriche machen. Der Aschenbecher deutet darauf hin, dass draußen geraucht werden darf. Im Zimmer bittet ein Aufsteller darum, dies zu unterlassen. So wird es übrigens in allen Zimmern des Hotels gehandhabt: Eine gute Lösung sowohl für Raucher als auch für Nichtraucher.
Zum Wohlfühlservice gehören ein CD-Player mit einer Entspannungsmusik-CD, eine Tageszeitung, die morgens an der Tür hängt, sowie bei Anreise ein gut sortierter Obstteller, eine Flasche Mineralwasser und ein Kärtchen der Direktion. Die Minibar enthält keine wellnessspezifischen Durstlöscher. Schade auch, dass ein Vorgänger das Gäste A-Z aus der Mappe hat mitgehen lassen und das Housekeeping diesen Verlust nicht bemerkt hat. Das Bett ist bequem und sämtliche Bettwaren einschließlich Matratze sind einwandfrei sauber. Eine zusätzliche Wolldecke liegt im Schrank und ein Kärtchen neben dem Bett offeriert das Wunschkissenmenü, aus dem ich unverzüglich Nackenstützkissen bestelle und auch innerhalb weniger Minuten erhalte. Für den Besuch der »Wolke 7« liegen Badeschlappen aus Frottee, Bademäntel und zwei Anstecker bereit, die ich mit meiner Zimmernummer beschriften kann, um Verwechslungen in der Sauna zu vermeiden. In einem Korb befinden sich Saunatücher.
Wertung: gut
Badezimmer
So wünsche ich mir ein Einzelzimmerbad: großzügig, hell und hübsch gestaltet, bestens von oben und den Seiten ausgeleuchtet, mit ausreichend Ablagefläche auf dem Waschtisch und kleinem Hocker. Zudem ist es bei Anreise so sauber, dass ich mich fast freue, auf den Lampen doch noch ein bisschen Staub zu entdecken. Einzig die Tatsache, dass der Boden der Duschkabine ungewöhnlich hoch ist und man einen sicheren Schritt hinein und hinaus tun muss, mindert den Komfort etwas. Und natürlich, dass man während des Haarefönens die ganze Zeit die Taste gedrückt halten muss – kann sich eigentlich kein Entwickler vorstellen, dass dieses Handling, wenn es etwas länger dauert, für den Gast beschwerlich ist?
Angenehm sind der beleuchtete Kosmetikspiegel und das Körbchen mit Guest Supplies – wenngleich ich mir hochwertigere Artikel wünschen würde als das mit »Wolke 7« beschriftete, einfache Duschgel und die Körpercreme. Außerdem hat man vergessen, die Fläschchen anlässlich der Belegung des Zimmers mit zwei Personen zu verdoppeln. Bei der Nutzung der Dusche stellt sich heraus, dass der Wasserdruck gut ist, aber die Wassertemperatur schwankt.
Wertung: sehr gut
»Wolke 7«
Ein »himmlisches Wellnessvergnügen« verspricht die treffenderweise »Wolke 7« genannte Wellnessanlage; in der Broschüre wird sie gar als »Spa-Paradies« betitelt. Tatsächlich ist es durch eine umfassende Erweiterung im Sommer 2011 gelungen, Altes und Neues harmonisch miteinander zu verbinden und einen außerordentlich komfortablen, in sich stimmigen Wellness- und Fitnessbereich zu schaffen. Größter Wert wurde dabei auf die Ruhezonen gelegt, die in vielen Wellnesshotels zugunsten anderer, mehr »hermachender« Bäderformen oder schlicht und einfach aus Platzmangel zu kurz kommen. Im Engel Obertal aber kann ich mich durch sage und schreibe fünf verschiedene Räume ruhen, die, aneinander gereiht, immer dunkler und stiller werden. Ich kann auf Wärmeliegen lümmeln, auf Korbliegen kuscheln oder mich in einen Sitzsack sacken lassen. Meine Favoriten sind eindeutig die Wasserbetten für ein oder zwei Personen – mit vier Pfosten drum herum und Vorhängen zum Zuziehen. Es war allerdings keine gute Idee, den traumhaft schönen und zur Tiefenentspannung einladenden Solepool am Ende der Ruheraumreihe anzusiedeln. Denn: Wer dorthin will, muss an allen Ruhenden vorbeigehen. Ständige Schritte und die sich pausenlos öffnende und schließende Automatiktür zum Solepool nerven – jedenfalls mich. Noch schöner wären die Ruhe- räume zudem, gäbe es individuelle Leseleuchten an den Liegen und Lesestoff. Ein Trinkbrunnen befindet sich am Eingang.
Als absolutes Highlight der »Wolke 7« darf die weitläufige neue Außenanlage gelten – mit Badeteich, Whirlpool, zwei Saunahäusern und großzügiger Liegewiese. Selbst bei Belegung aller 79 Gästezimmer tritt sich hier im Sommer niemand auf die Füße. Alles ist sehr schön angelegt und das Saunieren vorm offenen Kaminfeuer mit Blick ins Grüne ein Leckerbissen für Schwitzfreunde. Schade nur, dass man sich für ein After-Sauna-Bad im Schwimmteich in Schale werfen muss: Nacktbaden ist aus Rücksicht auf andere Gäste und Nachbarn nicht erlaubt. Zum Nassbereich der »Wolke 7« gehören weitere Süß-, Salzwasser-, Innen- und Außenpools sowie eine adrette, sehr gepflegte Saunalandschaft mit allerhand Stuben, Grotten und Bäderformen. Dafür gibt es, trotz der offensichtlich sehr professionellen Planung, weder im Schwimmbad- noch im Saunaeingangsbereich eine »normale« Dusche, um sich für das anschließende (Sauna-)Bad vorzureinigen. Stattdessen nur »Duscherlebnisse« per Knopfdruck. Lediglich bei der neuen Kaminsauna im Außenbereich wurde an diese Selbstverständlichkeit gedacht.
Beim »Sich-zurecht-finden« hilft die Spa-Broschüre, die ich bei meiner Anreise von Frau Y. erhalten habe. Sie gibt einen guten Überblick über Pools, Saunen, Öffnungszeiten und Verhaltensregeln. In ihr steht auch, dass die Saunalandschaft eine »Flüsterzone« ist, das Handy ausgeschaltet sein sollte und die Saunen den Erwach- senen vorbehalten sind. Schwimmen kann man von sieben bis 22 Uhr, saunieren und »floaten« von elf bis 19 Uhr. Die gesamte »Wolke 7« präsentiert sich während meines Besuchs innen wie außen bestens gepflegt und gibt keinen Anlass zur Beanstandung. So etwas ist selten – und äußerst erfreulich.
Wertung: sehr gut
Rezeption »Wolke 7«
Die Rezeption der »Wolke 7« liegt strategisch günstig in einem lichten Rondell, von dem aus es in die Schwimmbäder, die Saunen, die Ruhezonen, die Behandlungsräume und – durch ein kleines Spa-Bistro – ins Freie geht. Marmorsäulen, helles Holz, gelbgewischte Wände und gestreifte Polster schaffen ein adrettes, freundliches Ambiente, in dem ich mich sofort wohlfühle. Über einige Stufen gelangt man direkt zum Rezeptionsdesk, der während meines Besuches durchgehend von neun bis 19 Uhr besetzt ist, also zu den Öffnungszeiten des Behandlungsbereiches. Spa-Leiterin O. nimmt ihre Aufgabe als Gastgeberin gut wahr und hat eine positive und kompetente Ausstrahlung. Sie könnte allerdings noch etwas aktiver auf den Gast zugehen. Alle Mitarbeiterinnen, die ich am Spa-Desk erlebe, wirken gepflegt und sind einheitlich gekleidet; nicht alle tragen ein Namensschild.
Die Beratungsqualität am Telefon war gut und auch vor Ort gibt man sich große Mühe, noch einen Termin für eine Gesichtsbehandlung zu finden. Wie mir Mitarbeiterin Y. während dieser schließlich erzählt, ist der Behandlungsbereich der »Wolke 7« personell unterbesetzt. Die Hotelleitung sei aber schon dabei, Abhilfe zu schaffen.
Wertung: sehr gut
16:00
Fitness: Wirbelsäulengymnastik
Unter der Überschrift »Fit- und Aktivprogramm« listet der mir bei Anreise übergebene Stundenplan von Montag bis Samstag täglich zwei bis vier Angebote. Sonntags herrscht Sportpause. Das Angebot ist erstaunlich breit gefächert und reicht von Kursen zur progressiven Muskelentspannung, Qi Gong, Yoga und Pilates über Wirbelsäulengymnastik und »Body Forming« bis hin zu Aerobic, Step Aerobic und Power Fit. Erstaunlich ist auch die hohe Qualifikation der Kursleiterinnen: Neben zwei hauseigenen Gästebetreuerinnen beschäftigt das Hotel freiberuflich eine Diplompsychologin, eine Fitnesstrainerin und eine Qi-Gong-Lehrerin. Ein bemerkenswerter Aufwand, wenn man bedenkt, dass die Kurse – je nach Gästestruktur – nur schwach oder gar nicht besucht werden. Das Engagement der Verantwortlichen ist damit in diesem Bereich nicht nur vorbildlich, sondern auch zu-kunftsorientiert, stirbt doch der typische Kurgast allmählich aus. Und die wellnessbewusste Nachfolgegeneration verlangt eben ein gesundheitsförderndes Aktivprogramm.
Baulich hat das Hotel Engel diesem Aspekt Rechnung getragen, indem es bei der Erweiterung im Sommer auf einem grünen Hügel einen achteckigen, komplett verglasten und lichtdurchfluteten Fitnesspavillon errichten ließ. Drei Fünftel der Fläche nimmt ein Fitnessraum mit Technogym-Geräten ein, die es erlauben, während des Radfahrens im Internet zu surfen. Die restlichen zwei Fünftel füllt ein Raum für Aktiv- und Entspannungskurse. In eben diesem finde ich mich pünktlich zur Wirbelsäulengymnastik ein, zusammen mit zwei weiteren weiblichen Gästen. Trainerin C. macht ihre Sache sehr gut. Sie stellt nicht nur sich, sondern auch den Ablauf des Kurses vor: Aufwärmen, Stabilisations- und Mobilisationsübungen für die Wirbelsäule, Dehnen am Schluss. Zudem weist sie darauf hin, dass jeder so soll, wie er kann. Eine Frage zu gesundheitlichen Problemen der Teilnehmer wäre an dieser Stelle auch noch sinnvoll. Und dann geht es auch auch schon los: Zu motivierender Popmusik macht Frau C. alle Übungen vor und korrigiert die Teilnehmer bei falscher Ausführung. Die Übungen haben genau den richtigen Schwierigkeitsgrad, sind wirkungsvoll und gut aufeinander aufgebaut, sodass ich nach 45 Minuten das Gefühl mitnehme, etwas Sinnvolles für meinen Körper getan zu haben. Meine Bitte am Schluss, mir bzw. uns drei einfache und dennoch wirkungsvolle Übungen für zu Hause zu zeigen, erfüllt Frau C. gern.
Wertung: sehr gut
20:35
Restaurant I / Menü
Als meine zwischenzeitlich eingetroffene Begleitperson und ich um kurz nach halb neun das Hotelrestaurant betreten, liegen die meisten Gäste schon in den letzten Zügen – ihrer Mahlzeit, versteht sich. Eine freundliche Dame im Dirndl zeigt uns unseren Tisch in einer der gemütlichen Restaurantstuben. Hier steht mein Name auf einem Porzellanschildchen und hier ist nun unser Plätzchen zu allen Mahlzeiten, morgens wie abends. Kerzchen und Blümchen, saubere, gestärkte Tischwäsche und Servietten, alles da und alles sehr ordentlich.
Es kommt offenbar selten vor, dass jemand einen alkoholfreien Aperitif bestellt: Der Saftcocktail, der mir daraufhin serviert wird, ist jedenfalls weder originell noch besonders wohlschmeckend oder ansprechend dekoriert. Die Weinkarte hin- gegen ist gut sortiert und enthält auch ein ausreichendes Angebot an offenen Weinen zu vernünftigen Preisen. Die georderten »Viertele« kommen in kleinen Glaskaraffen und werden auf unseren Wunsch hin kalt gestellt – in einem eigens herbeigeholten Sektkübel mit Eiswasser.
Zweierlei Brot wird aus einem Körbchen gereicht, dazu gibt es Butter und Frischkäseaufstrich. Das Abendmenü steht auf einer kleinen Menükarte und besteht aus einer Vorspeise, zwei Suppen zur Wahl, Salat vom Buffet, einem Zwischengericht, vier Hauptgängen zur Wahl (darunter ein vegetarischer), Käsebuffet und Dessert. Sieben Gänge für 27 Euro: Da kann man nicht meckern. Zumal die Speisen durch die Bank gut zubereitet und schön angerichtet sind. Wir essen uns nach und nach durch ein »Törtchen vom schottischen Wildlachstartar mit Kartoffelstroh und Kräuterschmand«, eine »doppelte Kraftbrühe mit Markklößchen«, etwas Salat vom Buffet, einen »bardierten Kaninchenrücken auf Rahmpolenta« sowie »kross gebratenen Zander auf Spinatpüree mit Rieslingsauce und Gemüsestroh« und kosten vom durchaus gut sortierten Käsebrett. Bei der »geeisten Pina Colada«, also Kokoseis auf Ananasragout mit Espuma, passe ich und bitte um ein kalorienärmeres Dessert. Als Alternative erhalte ich daraufhin eine kühlschrankkalte Portion Obstsalat ohne Verzierung, die offenbar vom schon vorbereiteten Frühstücks-obstsalat abgezweigt wurde. Bis auf diesen Ausrutscher: ein wirklich leckeres Menü.
Hinweise auf die besondere »Wellnessqualität« einiger Speisen wie fettarm, vollwertig oder bio-zertifiziert wären schön, fehlen aber. Genauso wie ja eigentlich auch die entsprechenden Speisen. Mein Tipp im Hinblick auf die avisierte Zielgruppe »jüngere Wellnessreisende«: Wer wirklich wellnessreist, will auch leicht und gesund, aber deswegen nicht schlechter essen. Oder zumindest bei Wahlmöglichkeiten diese Alternative haben. Dass das sehr gut möglich ist, demonstrieren etliche Häuser der Branche.
Der Service agiert an diesem Abend verhalten aufmerksam. Nach dem Espresso unterzeichnen wir einen Beleg für die Getränke und werden freundlich verabschiedet.
Wertung: gut
SA. 10/09, 9:20
Frühstücksbuffet
Abnehmen muss man woanders. Oder man versagt sich nach dem Sieben-Gänge-Menü vom Vorabend so deftig-kräftige Spezereien wie Hausmacher Wurst und Schwarzwälder Schinken, den leckeren Käse von der üppig bestückten Platte und die Offerten der Frühstückskarte, zu denen gebratener Fleischkäse mit Spiegelei ebenso gehört wie Weißwürste. Gesundheitsorientiertere Gäste werden satt und glücklich, wenn sie aus dem vielseitigen Angebot gezielt wählen – etwa das »Carpaccio von der Jungstierlende mit gehobeltem Hartkäse« oder die kräftige Rinderbrühe. Beides kommt auf Bestellung, aber ohne Aufpreis, was für alle Speisen von der Frühstückskarte gilt.
Das frisch zubereitete Birchermüsli schmeckt sehr lecker und kann mit allerlei geschnittenem Obst angereichert werden; zum kernigen Vollkornbrot reicht man Bündner Fleisch, frisch aufgeschnittene Fleischtomaten und Gurkenscheiben. Schwerer tut man sich im Engel mit fettarmen Produkten: Es gibt weder Geflügelwurst noch Putenbrust und auch keinen fettarmen Käse. Frischkäse, Joghurt, Quark und Milch stehen nur in der normalen Fettstufe und als Diabetikervariante bereit. Hinzu kommen glutenfreies Müsli in der Portionspackung und Butter/ Margarine in unterschiedlichen Versionen; was fehlt sind glutenfreies Brot und Diätmarmelade.
Alles andere lässt sich gemütlich bis zwölf Uhr genießen. Der Tisch ist sauber eingedeckt – inklusive Blumenväschen und Stoffservietten, das »Urlaubsblättle« liegt bereit. Die Atmosphäre in den gemütlichen Restauranträumen mit Wandvertäfelung und Häkelgardinen ist auch zu dieser Tageszeit sehr angenehm. Die Servicemitarbeiter agieren jetzt am Morgen herzlich und sehr aufmerksam. Restaurantleiterin G. lässt es sich nicht nehmen, an jedem Tisch einmal vorbeizuschauen. Der Heißgetränkewunsch wird umgehend abgefragt und auch Tee serviert, obwohl es ein großes Teebuffet zum Selbstbedienen gibt. Dort steht Tee lose und im Teacaddy bereit, in guter Qualität und großer Auswahl, samt Kandiszucker in zwei Varianten und Zitrone. Als ich nach frisch gepresstem Orangensaft frage, zuckt Servicekraft S. noch nicht einmal mit der Wimper: Obwohl dieser nicht auf der Karte steht, wird er mir in akzeptabler Zeit serviert und nicht gesondert berechnet. An kalten Getränken beinhaltet das Buffet vier reine Fruchtsäfte, Karotten- und Tomatensaft, Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure, Kombucha und Buttermilch. Im Eiskübel wartet ein ordentlicher Crémant. Der Milchkaffee kommt in einer zu kleinen Tasse, ist aber schön heiß und schaumig.
Fazit: Im Engel lässt es sich gemütlich, gut und lange frühstücken. Das Angebot ist vielseitig und von sehr guter Qualität. Verbesserungspotenzial aus ernährungsphysiologischer Sicht gäbe es lediglich im Hinblick auf bio-zertifizierte Speisen, prä- und probiotische Produkte, laktosefreie und Sojaangebote, als solche ausgewiesene fettarme Wurst- und Käsesorten, hausgemachte Marmeladen und reine Fruchtaufstriche, glutenfreies Brot und Gebäck auf Vollkornbasis. Denn: All das sucht man hier (noch) vergebens.
Wertung: gut
Housekeeping
Als wir nach dem Frühstück ins Zimmer zurückkehren, ist dieses vom Housekeeping bereits gereinigt worden – allerdings nach der Husch-husch-Methode und nicht mit der nötigen Sorgfalt. Verstreute Kleidung blieb einfach liegen und ein klebriger, eigentlich nicht zu übersehender Fleck auf dem Tisch ist immer noch da. Statt für die noch halbvolle Flasche Sekt einen Verschluss zu besorgen und die Flasche in der Minibar zu verstauen, hat das Zimmermädchen die Flasche einfach aus dem Kühler genommen und offen auf den Tisch gestellt. Der Kühler ist verschwunden und die Sektgläser gleich mit. Hier hat jemand nicht mitgedacht: Wie soll ich den Sekt jetzt trinken? Warm, abgestanden und aus dem Wasserglas?
Das Bad ist im Großen und Ganzen ordentlich gesäubert worden – bis auf den großen und den Kosmetikspiegel. Auf Letzterem prangt noch immer ein prächtiger Abdruck meiner eingecremten Stirn. Das leere Fläschchen Körpercreme wurde nicht ersetzt. Positiv zu werten ist die Tatsache, dass das Housekeeping nur die Handtücher ausgetauscht hat, die auf dem Boden lagen.
Wertung: noch befriedigend
Öffentliche Bereiche
Sehr gepflegt und hervorragend instandgehalten präsentieren sich die öffentlichen Bereiche des Hotels: Die Gartenanlage ist picobello in Schuss; die öffentlichen Toiletten werden offensichtlich regelmäßig überprüft und gereinigt – vorbildlich. Die tagsüber als Aufenthaltsraum dienende Bar wäre noch einladender, wenn dort nicht geraucht werden dürfte. Die vielen künstlichen Pflanzen im ganzen Haus sind Geschmackssache.
Wertung: sehr gut
13:00
Bistro »Wolke 7«
Ob drinnen oder draußen: Der Service des kleinen Bistros erstreckt sich bis zur letzten Liege. Mit einem freundlichen Lächeln und einem »Aber selbstverständlich« quittiert die junge Mitarbeiterin meinen Wunsch, uns zwei Schwarzwaldbecher zu ebendiesen letzten Liegen zu bringen. Und mit noch strahlenderem Lächeln bringt sie uns ein Viertelstündchen später die kalorienschweren Köstlichkeiten.
Für den kleinen Hunger zwischendurch enthält die Bistrokarte Deftiges wie die »kleine Suppenterrine mit geschmälzten Maultaschen und Kartoffelsalat«, ein Clubsandwich und »Elsässer Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln«. Der gesundheits- und kalorienbewusste Esser hingegen muss abwägen: Ist die Tomatencremesuppe leicht oder mit Sahne aufgeschlagen? Sind Flädle in der Kraftbrühe okay? Fallen »Pesto Bandnudeln mit gebratenen Garnelen, Rucola und Parmesan« unter die Wellnessküche? Hier besteht Verbesserungsbedarf – im Angebot wie in der Kennzeichnung.
Und die Getränke? Naja. Neben Wasser, Softdrinks, Bier und Wein gibt es fertig gemixte, alkoholische und nichtalkoholische Cocktails. Unter Wellnessaspekten sind die Vaihinger-Säfte, der frisch gepresste Obstsaft des Tages, die Bionaden, ein Joghurtdrink, ein alkoholfreier, frisch gemixter Drink und der tägliche »Special Drink« interessant. Das ist so weit schon ein ganz gutes Angebot, das aber noch ein bisschen attraktiver und gesundheitsbewusster ausfallen könnte.
Wertung: gut
Fitness: Pilates
Im Fitnesspavillon sind die Jalousien heruntergelassen und schräg gestellt, sodass noch ein wenig Sonnenlicht in den luftigen, mit einem schönen Holzboden perfekt ausgestatteten Raum fällt. Der 50-minütige Pilateskurs mit Frau S. ist eine ebenso erfreuliche Angelegenheit wie die am Vortag besuchte Wirbelsäulengymnastik. »Ich möchte, dass Sie gestärkt und entspannt aus diesem Kurs gehen«, benennt die professionelle Pilateslehrerin ihr Ziel. Und führt uns drei Pilates-Unerfahrene behutsam und langsam an diese Form des Körpertrainings heran. Die Musik bleibt aus, »damit Sie mehr Achtsamkeit für Ihren Körper haben«. Im Liegen, im Sitzen und im Stehen absolvieren wir nach Vorgabe von Frau S. Übungen, die in Kombination mit einer bestimmten Atemtechnik vor allem die kleineren und tiefer liegenden Muskelgruppen aktivieren. Für die Bewertung nicht maßgeblich, aber dennoch sehr liebenswert, ist der badische Tonfall der Sportlehrerin: »Immer de Bauchnabel schön nach inne ziehe!«
Wertung: sehr gut
Anwendung: Hot-Stone-Massage
Als »Wellnessmassage für die Seele« wird die 80-minütige Hot-Stone-Body-Massage im Prospekt beschrieben und mit 98 Euro auch satt berechnet. Ich freue mich auf die entspannende Körperbehandlung mit heißen Steinen. Im Vorraum des Behandlungsbereiches werde ich gebeten, Platz zu nehmen und noch einen Moment zu warten. Hier steht zur Selbstbedienung ein erfrischendes Getränk bereit, gemixt aus Tee und Saft.
Pünktlich auf die Minute werde ich von Frau J. abgeholt und in einen adretten, hell und freundlich gestalteten Behandlungsraum gebeten. Leider ist sie sehr sparsam: mit Erläuterungen ebenso wie mit Nachfragen – etwa hinsichtlich akuter Verspannungsprobleme. Dabei können Informationen wie diese für den Behandlungsverlauf durchaus wichtig sein. Nach ein, zwei Fragen meinerseits, die freundlich, aber wortkarg beantwortet werden, gebe ich auf und konzentriere mich auf das sich einstellende Wohlgefühl. Die junge Physiotherapeutin macht ihre Sache gut und als ich mich nach einer Weile schon auf Wolke 7 wähne, weckt mich plötzlich ihre Stimme aus meinen Träumen: »So, das wärs. Geht es Ihnen gut?« Ich muss wohl eingeschlafen sein. Oder doch nicht? Als ich mich im Bademantel ins Bistro begebe, um dort das angebotene Glas Wasser zu trinken, schaue ich auf die Uhr und stelle fest: Es sind nur 60 Minuten vergangen anstatt 80. Zufällig ist die Direktorin des Hotels gerade anwesend und bespricht sich mit der Spa-Leiterin. Ich bringe mein Anliegen vor. Nach Rücksprache mit Frau J. stellt sich heraus, dass diese sich in der Zeit vertan hat. Sie entschuldigt sich vielmals. Sicher ist es in Ordnung, dass mir die Spa-Leiterin den Preis der Massage auf 70 Euro reduziert, aber die Entspannung über die volle Zeit wäre mir wesentlich lieber gewesen.
Wertung: befriedigend
Solarium
Auch im Hotel Engel gibt es eines der eigentlich als gesundheitsschädlich geltenden Solarien. Der Spagat zwischen Konsequenz im eigenen Angebot und dem Wunsch der Gäste ist ein schwieriger, noch immer steht Gebräuntsein relativ hoch im Kurs. Eine gute Beratung sollte sich deshalb jedes Wellnesshotel zur Pflicht machen. Spa-Leiterin O. genügt allerdings ein Blick auf meine Haut, um auf die Frage, wie lange ich denn unbesorgt sonnen könne, zu antworten: 15 Minuten seien kein Problem. Das Solarium habe im Übrigen keine frischen Röhren.
Tatsächlich ist das Gerät modern und mit allen möglichen Schikanen wie Berieselung, Musik und Computeransprache ausgestattet. Leider hat der Vorbenutzer es ungesäubert hinterlassen, sodass die Liegefläche unangenehm verschmiert ist. Hinweise zum richtigen Sonnen hängen ebenso aus wie eine Schutzbrille.
Wertung: befriedigend
19:45
Restaurant II / Buffet
Am zweiten Abend offeriert das Engel im Rahmen der Halbpension ein kalt-warmes Galabuffet. Vorab serviert werden »Perlhuhnragout im Blätterteigkissen mit Gemüse und Morcheln« sowie Kürbiscremesuppe mit Kernöl. Die Vorspeisen und Hauptgänge am Buffet sind vielseitig und überwiegend herzhaft-deftig. Die Ersteren umfassen leckere Wildmedaillons, pochierte Lachsforelle und mit Shrimps gefüllte Wiesenchampignons. Zu den Hauptspeisen gehören schwäbischer Kartoffelsalat, Wurstsalat, Maultaschensalat, Schwarzwälder Schinken und Wurstspezialitäten, panierte Kalbsschnitzelchen und Stubenküken mit Spinat-Brotfüllung. Auf meiner Suche nach etwas »Leichtem« empfiehlt mir die am Buffet tätige Jungköchin den »rosa gebratenen Hirschrücken mit herbstlichem Gemüse«. Zum Dessert gibt es ein großes Käsebrett mit Trauben und Nüssen sowie »lauwarmen Ofenschlupfer mit Rahmeis und Vanillesauce«. Köstlich – und mächtig.
Vegetariern wird in der Menükarte ein spezielles Menü angeboten, die Wünsche der angestrebten jüngeren und gesundheitsbewussten Klientel werden beim Galabuffet allerdings kaum berücksichtigt. Hier gibt es Verbesserungsbedarf. Der Service durch Frau R. ist an diesem Abend sehr aufmerksam und herzlich, das frisch gezapfte Schwabenbräu eine hervorragende Alternative zum Wein.
Wer im Engel keine Halbpension bucht, kann übrigens auch à la carte oder im Gourmetrestaurant »Andrea Stube« essen. Beide Möglichkeiten wurden im Rahmen des Hoteltests nicht geprüft.
Wertung: gut
SO. 11/09, 10:00
Anwendung: Gesichtsbehandlung
Ich treffe meinen Engel wieder: den mit der lieblichen Stimme, der mich vorab telefonisch beraten hat. Und siehe da – auch in Gestalt und Gebaren handelt es sich bei Frau Y. um ein durchaus liebreizendes Wesen. Sie erwartet mich zur Gesichtsbehandlung, stellt sich freundlich vor und führt mich dann in einen hellen, sonnigen Behandlungsraum. Während ich auf der mit sauberen Tüchern bedeckten Liege Platz nehme, erklärt sie mir, wie sie gedenkt, die La-Prairie-Kurzbehandlung durchzuführen. Was sie sagt, klingt ziemlich gut, vor allem, weil sie mir trotz der kurzen Behandlungszeit von 60 Minuten eine ausgiebige Gesichtsmassage angedeihen lassen möchte. Und sie vergisst auch nicht zu fragen, ob ich auf irgendetwas allergisch reagiere. Nachdem das geklärt ist, darf ich mich zurücklegen und abschalten.
Während der Anwendung lässt mich die junge Kosmetikerin bei jedem Behandlungsschritt wissen, was sie gerade tut, allerdings dringt ihre sanfte Stimme kaum durch meinen Schleier der Entspannung. Die Gesichtsmassage selbst führt sie mit viel Gefühl und Können durch. Zusätzlich cremt sie – während die Maske einwirkt – meine Hände und Arme dick ein und massiert diese. Mehr Nutzen und Wohlgefühl ist in einer Kurzbehandlung nicht möglich. Zum Abschluss noch ein wärmender Tee – himmlisch.
Wertung: sehr gut
12:00
Check-out
Die am Morgen der Abreise erbetene Inforechnung ist korrekt, verständlich und verhältnismäßig übersichtlich. Beim eigentlichen Check-out werden mir, ohne dass ich nachfragen muss, die Einzelbelege in einem Umschlag vorgelegt: So etwas passiert selten. Insgesamt beläuft sich die Rechnung auf 943,30 Euro.
Rezeptionistin D. erkundigt sich außerdem überaus herzlich, wie uns der Aufenthalt gefallen habe, und lädt uns ein, bald wiederzukommen. Als kleines Dankeschön für unseren Besuch überreicht sie uns eine Tüte, in der sich Mineralwasser für die Fahrt und ein selbstgebackenes Brot befinden, das auch zu Hause noch lecker schmeckt. Wer käme da nicht gern wieder …
Wertung: sehr gut
Bilanz
Viele Wellnesshotels im süddeutschen Raum sind nach und nach aus ehemaligen Gasthöfen gewachsen. Manche dieser Häuser haben die Schwere des Traditionellen nie ablegen können und kommen noch immer dunkel und bieder daher. Andere sind irgendwann so groß und perfekt geworden, dass ihnen auf dem Weg zum Super-Wellnessresort das Familiär-Persönliche abhandengekommen ist. Das Engel Obertal ist da anders – und zu Recht erfolgreich. Mit ihrer letzten großen Baumaßnahme hat die Inhaberfamilie Möhrle alles richtig gemacht und in die Qualität des Wellnessangebots investiert, anstatt die Anzahl der Hotelzimmer zu erhöhen. So ist das Haus überschaubar geblieben und hat seinen Charme behalten. Das Ambiente ist hell und freundlich, das Team herzlich und bodenständig, die Küche gut und genussorientiert und das Wellnessangebot rund und hochklassig. Entsprechend gut ist man gerüstet: nicht nur für die anspruchsvollen Best Ager, die den Großteil der Gäste ausmachen, sondern auch für die Generation danach – vorausgesetzt, man erweitert das gastronomische Angebot noch etwas in Richtung »leicht & gesund«. Und vorausgesetzt, man schafft eine abendliche Alternative zur Raucherbar mit Alleinunterhalter.
Gesamteindruck: 81 %
Testurteil: sehr gut
100-81 sehr gut; 80-61 gut; 60-41 befriedigend; 40-21 mangelhaft;
20-0 ungenügend. Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel;
die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewichtet!