Newcomer mit "Wunderkiste" Das neue Lindley Lindenberg in Bildern

Gewollte Einblicke: Hinter den großen Fensterflächen des Lindley Lindenberg befinden sich die Gemeinschaftsräume. © Steve Herud / Lindley Lindenberg

„Teilen ist besser als besitzen, zusammen fühlt man sich wohler als allein.“ Mit dieser Überzeugung entwickelt die Lindenberg Hospitality ausdrücklich keine Hotels, sondern „Gästegemeinschaften“. Mit dem Lindley Lindenberg im Frankfurter Ostend wurde jetzt das dritte und mit Abstand größte Haus der Gruppe eröffnet. Wir zeigen die ersten Bilder.

Am Anfang stand das Lindenberg, ein Zehn-Zimmer-Haus in der Frankfurter Rückertstraße, das noch ohne „Vorname“ auskam. Es galt bei der Eröffnung 2012 als Vorreiter des sogenannten Collaborative Living, bei dem das Wohnen ausgelagert wird. 2016 bekam das Lindenberg mit dem Libertine eine größere Schwester – der sanierte Gründerzeitaltbau in Sachsenhausen hatte immerhin schon 27 Zimmer. Mit dem Lindley Lindenberg kommt jetzt ein großer Bruder hinzu. Mit 100 Zimmern in einem eindrucksvollen Neubau hat sich die 4XS Rothenberger Unternehmensgruppe, zu der die Lindenberg Hospitality Gesellschaft gehört, in ein gänzlich neues Beherbergungssegment vorgewagt.

"Wir setzen in der Hotellerie um, was gerade auch im Berufsleben passiert."

Die bestehenden Lindenberg Hotels beherbergen bewusst klein gehaltene, aber durchdacht ausgestattete Zimmer sowie unterschiedlichste Gemeinschaftsflächen zum Arbeiten oder Abhängen. Dass sich dieses Konzept der Gästegemeinschaft auch auf ein großes Haus übertragen lässt, davon ist Denise Omurca, eine von drei Direktoren, überzeugt: „Wir erfüllen eine Sehnsucht, die jeder Mensch im Herzen trägt. Nach sozialen Kontakten, nach Miteinander. Wir setzen in der Hotellerie um, was gerade auch im Berufsleben passiert. Arbeiten in der Gemeinschaft, in Coworking Spaces, das spielt heute eine ganz andere Rolle als noch vor zehn Jahren.“

Das Zimmer sollen als Rückzugsort fungieren, hauptsächlich zum Schlafen und Duschen. Diese Vorgabe wurde in den nur 13 Quadratmeter großen Standardzimmern stringent umgesetzt, mit einem Bett, einer Dusche, ruhigen Farben und wertigen Materialien. Ein Stahlgestell-Raumteiler trägt den Waschtisch und dient gleichzeitig als Schrank, Regal und Ablagefläche. Mit ihrem sanddornroten Korpus ist die Toilettenkabine der Eyecatcher. Zehn Zimmer sind mit 21 qm Fläche etwas größer gehalten und mit einer zusätzlichen Sitzgruppe ausgestattet.

Viel Aufmerksamkeit wurde den Gemeinschaftsräumen des Lindley Lindenberg gewidmet, die vertikal in einer sogenannten „Wunderkiste“ gestapelt wurden: Ein gusseiserner Korpus mit fast komplett verglaster Fassade offenbart zur Straße hin das Leben, das sich dahinter abspielt. Vor allem am Abend, wenn die Räume beleuchtet sind, werden die Outlets eindrucksvoll in Szene gesetzt. Über sechs Etagen hinweg sind dies Rezeption, Restaurant und Bäckerei im Erdgeschoss, ein „Panoptikum“ genannter Multifunktionsraum für Konzerte und Events im ersten Stock, darüber die „Gute Stube“ zum Lesen und Musikhören, eine große Gemeinschaftsküche mit Indoor-Kräutergarten, der sich über zwei Etagen erstreckende „Baumraum“ mit Aufsehen erregender Pflanzeninstallation, und in den obersten beiden Etagen schließlich die Bar mit Zugang zur Dachterrasse, an die sich eine weitere kleine Gemeinschaftsküche anschließt. Die Coworking-Spaces mit den mietbaren Arbeitsplätzen liegen diskret nach hinten in den Hotelkorpus versetzt.

(...)

Fotos: Steve Herud